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Wochenkolumne
Der Tag der toten Ente

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Eine Ente ist in der Zeitungswelt eine unbestätigte Meldung, ein Gerücht. Ein solches heißt aber nicht deshalb Ente, weil es durch den Blätterwald fliegt – was immerhin auch eine naheliegende Erklärung wäre – , sondern der Name kommt vom Kürzel (nt) für das lateinische „non testatum“, zu deutsch „nicht belegt“, mit dem man entsprechende Meldungen kennzeichnet. Von Jennifer Klein

Ein Flugvogel dieser Art also verirrte sich neulich in den Supermarkt: „Haschde gehört, der Giuseppe Nardi hat die Funz’l in Bexbach kaaf. Und den Pavillon im Blumegarde. Do soll jetzt e italienisches Restaurant rinn.“ Gut, seit Wochen wird in der Gerüchteküche diese Ente italienischer Art fleißig geschmort und immer wieder begossen. Manchmal geht es um ein Restaurant, dann wieder um ein Eiscafé. Aber immer ist sich der oder die Betreffende ganz sicher. „Ihr müsse do aach mol was schreiwe“, so der Auftrag an die Chronistin. Tun wir hiermit. Also: Dem Giuseppe Nardi ist dieses Gerücht auch schon mehrfach zu Ohren gekommen, sagt er. Seine Antwort auf die entsprechende offizielle Nachfrage  aber ist klar wie ein Grappa: Nein, an ein Engagement in der Funz’l und im Pavillon sei nicht gedacht. Zwar würde er es natürlich begrüßen, wenn gerade im Blumengarten-Pavillon neben der Gulliverwelt eine Gastronomie einzöge, „aber wir machen das nicht“. E basta! Ente tot. Vorerst.