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Vor- und Nachteile von Dämmstoffen
Wer die Wahl hat, hat die Qual

 Viele Dämmstoffe lassen sich in Mattenform verarbeiten.
Viele Dämmstoffe lassen sich in Mattenform verarbeiten. FOTO: dpa-tmn / Jan-Philipp Strobel
Köln. Eine Dämmung am Haus hat zwei Vorteile: Sie hält im Winter Heizungswärme besser in den vier Wänden und im Sommer die Hitze draußen. Die Bandbreite der Dämmstoffe aber ist groß und jeder hat auch einen Nachteil. Von Katja Fischer (dpa)

() Die gute Nachricht vorweg: Alle Dämmstoffe, die üblicherweise an Hausfassaden angebracht werden, dämmen gut. Bei der Abwägung, welches Material Hausbesitzer am besten wählen, sollten sie daher die Vor- und Nachteile des jeweiligen Materials betrachten. „Mineralwolle ist das am weitesten verbreitete Dämmmaterial“, sagt Manfred Gunkel vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Sie besteht aus Glas- oder Steinfasern und wird sowohl unter vorgehängten hinterlüfteten Fassaden verwendet als auch in Wärmedämmungsverbundsystemen (WVS). Ihre Vorteile: „Sie schmiegt sich dicht an den Grundkörper, so dass sich keine Luftschichten bilden, die die Dämmung verschlechtern würden. Außerdem ist Mineralwolle nicht brennbar.“

Allerdings ist dieser Dämmstoff etwas teurer als das ebenfalls gängige Polystyrol. „Ein Nachteil ist, dass Mineralwolle sich bei Nässe vollsaugt und nur langsam wieder austrocknet. Dadurch kann sich Schimmel bilden“, erklärt Gunkel.

„EPS ist ein günstiger Dämmstoff, der ebenfalls häufig eingesetzt wird“, sagt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Expandiertes Polystyrol, bekannt unter dem Handelsnamen Styropor, verfügt über ein gutes Wärmedämmvermögen, ähnlich wie Mineralwolle. Es ist druckfest und leichter als Mineralwolle. EPS-Platten können direkt auf die Wand geklebt oder mit Dübeln befestigt werden. Genauso wie Mineralwolle lässt sich EPS unter vorgehängten hinterlüfteten Fassaden und in Wärmedämmungsverbundsystemen (WVS) verwenden. Ein Nachteil: Der Dämmstoff wird gern von Insekten befallen und braucht also einen Ungezieferschutz. Brandis ergänzt: „EPS wird in der Baustoffklasse B1 geführt, gilt also als schwer entflammbar. Aber es kann durchaus brennen.“ Wobei fachgerecht verarbeitete und den Zulassungen entsprechende Wärmedämm-Verbundsysteme mit Expandiertem Polystyrol grundsätzlich als brandschutztechnisch sicher gelten.



Extrudiertes Polystyrol, XPS, das unter dem Markennamen Strydur bekannt ist, hat eine höhere Druckfestigkeit und ist schwerer als EPS. „Im Wandbereich wird es kaum eingesetzt, eher im Sockelbereich“, erklärt Manfred Gunkel.

Isolierungen aus Polyurethan-Hartschaum (PUR) haben sehr gute Dämmeigenschaften. „Sie eignen sich zum Dämmen von Außenwänden, Fußböden, Kellern und Dächern. Bei der Außendämmung wird PUR auch in Wärmedämmverbundsystemen verwendet“, zählt Gunkel auf. Vorteil: PUR-Platten können auch bei der Innendämmung von Wänden oder Decken eingesetzt werden. Als Nachteile führt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online unter anderem auf, dass das PUR bei sachgerechter Verarbeitung zwar als beständig gilt. Es sei jedoch nicht resistent gegen UV-Strahlung und Nagetiere.

Holzfaserplatten werden als Alternative zu den chemischen Dämmstoffen immer beliebter. „Sie haben aber noch einen recht kleinen Marktanteil“, berichtet Brandis. Wer sich für Holzfaserplatten entscheidet, muss Vor- und Nachteile besonders gut abwägen. „Positiv ist, dass sie aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden“, erläutert der Energieberater. „Andererseits müssen sie chemisch behandelt werden, um späteres Algenwachstum, Schimmel und Fäulnis zu verhindern.“ ihre Dämmeigenschaften können mit denen von Polystyrol und Mineralfasern nicht mithalten, so dass die Dämmschicht dicker ausfallen muss. Zudem sind Holzfaserplatten brennbar.

Die Wirkung von Vakuum Isolations Paneele (VIP) ist etwa fünfmal so hoch wie die der herkömmlichen Dämmstoffe. „Diese Dämmung ist aber etwas sensibel und aufwendig im Handling“, sagt Prof. Andreas Holm vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz München. „Man muss Beschädigungen vermeiden, damit das Vakuum bestehen bleibt.“ Besonders bei Platzproblemen können die Vakuum Isolations Paneele aber ihre Vorzüge ausspielen.