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Homo problemus
Problem Mensch

Der Mensch gibt sich – neuerdings sogar in verschärfter Form – als Naturfreund. Allerdings scheint das nicht immer glaubwürdig. Denn kaum kommt ein Wildtier dem Zweibeiner in die Quere, gilt dieses gleich als „Problemwolf“ oder „Problembär“. Von Pia Rolfs

Dabei ist derjenige, der die Probleme damit hat, eigentlich gar nicht der Pelzträger. Sondern der Mensch selbst.

Auch die eigenen Artgenossen des Homo sapiens entpuppen sich sehr oft als Problemmenschen. Manche haben Probleme, andere machen Probleme – und oft ist es schon ein Problem, die eine Gattung von der anderen zu unterscheiden.

Mit dem Paarungspartner hat der Mensch ebenfalls weitaus mehr Probleme als das in solchen Fragen recht sorglose und eher spontan agierende Tier. Aber auch diesen Umstand verschweigt der Zweibeiner in mangelndem Problembewusstsein recht gern. Oder er denkt angesichts seiner mannigfaltigen Probleme einfach nur praktisch – und Frauen sagen deswegen zum für sie problematischen Geschlecht einfach nur „Mann“. Die Erklärung ist simpel: „Problemmann“ wäre doppelt gemoppelt.