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Ausbildung
Die Sicherheit steht an erster Stelle

Der angehende Fluggerätmechaniker Jeremias Schmitt überprüft die Technik im Cockpit.
Der angehende Fluggerätmechaniker Jeremias Schmitt überprüft die Technik im Cockpit. FOTO: dpa-tmn / Frank Rumpenhorst
Frankfurt. Fluggerätmechaniker haben einen anspruchsvollen Job. Sie sind für einen reibungslosen technischen Ablauf im Luftverkehr verantwortlich und sorgen für Sicherheit beim Starten, Fliegen und Landen.

() Jeder Düsenjet und jeder Hubschrauber unterliegt strengen Wartungsvorschriften. Darum kümmern sich Techniker wie Jeremias Schmitt. Der 20-Jährige absolviert bei Lufthansa Technik eine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker mit der Fachrichtung Instandhaltungstechnik. Er arbeitet im Flugzeug-Check-Team und erledigt Wartungsarbeiten oder Reparaturen an mechanischen und elektronischen Systemen. 

„Die Tätigkeit ist komplex und erfordert viel Fachwissen, das in der dreieinhalbjährigen Ausbildung vermittelt wird“, erklärt Hans Peter Gomolzig vom Bundesverband der Betriebe der Allgemeinen Luftfahrt in Schwelm. Bewerber sollten technisches Verständnis mitbringen und Spaß daran haben, an großen Geräten zu arbeiten. „Erwartet wird mindestens ein Hauptschulabschluss.“ Nach seinen Angaben beginnen pro Jahr bis zu 100 junge Leute die Ausbildung. Wer den Beruf erlernt hat, wird immer Arbeit haben, denn der Luftverkehr verzeichnet nach wie vor Wachstumsraten.

Bei vielen Firmen ist Schichtdienst und Nachtarbeit an der Tagesordnung. Wichtig sei, in Stresssituationen nicht hektisch zu werden: „Auch unter enormem Zeitdruck muss man die Aufgabe hochkonzentriert und gewissenhaft ausüben“, betont Jeremias Schmitt. Lärm dürfe einen nicht aus der Fassung bringen.



Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Nach einer Zwischenprüfung vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres spezialisieren sich die angehenden Fachkräfte auf eine von drei Fachrichtungen: Fertigungs-, Instandhaltungs- oder Triebwerkstechnik. Wer sich für die Fertigungstechnik entscheidet, arbeitet in den Produktionsabteilungen der Luftfahrtunternehmen an Verkehrs-, Transport-, Militär- und Sportflugzeugen bis hin zu Hubschraubern. In der Instandhaltungstechnik sind Fluggerätemechaniker dafür zuständig, Flugzeuge und ihre Komponenten zu prüfen, zu warten und zu reparieren. In der Fachrichtung Triebwerkstechnik montieren die Fachkräfte Triebwerke und kümmern sich um ihre Wartung und Reparatur.

Egal, welche Fachrichtung: „Bewerber brauchen zwingend Teamfähigkeit“, erklärt Gomolzig. Denn oft werde in einer größeren Gruppe an einem Flugzeug gearbeitet. Dabei müsse alles Hand in Hand erfolgen. Ein Muss sind auch gute Englischkenntnisse, denn viele Anweisungen sind in dieser Sprache abgefasst. Technisches Englisch steht auch auf dem Lehrplan der Berufsschule. Weitere Fächer sind etwa Elektrotechnik und Aerodynamik.

„Das Tolle an dem Beruf ist, dass er enorm abwechslungsreich ist“, sagt Jeremias Schmitt. Denn Flugzeug sei nicht gleich Flugzeug. Jede Maschine hat ihre Eigenheiten, die bei der Wartung und Instandsetzung berücksichtigt werden müssen.

Arbeitgeber von Fluggerätmechanikern sind Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber, aber auch Flugzeug- und Hubschrauberhersteller oder die Bundeswehr. Wer beruflich vorankommen will, kann sich etwa zum Techniker der Fachrichtung Luftfahrt weiterbilden. Möglich ist auch, Industriemeister im Bereich Flugzeugbau/Luftfahrttechnik zu werden. Fluggerätmechaniker mit einer Hochschulzugangsberechtigung können studieren und einen Bachelor oder Master im Fach Luft- und Raumfahrttechnik erwerben.

(dpa)