| 20:24 Uhr

Berliner Notizen
Die Letzte macht das Licht aus

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Jetzt weiß man, wer bei Steinmeiers den Ton angibt. Zumindest beim Radiohören. Denn in dieser Woche verriet der Bundespräsident, seine Frau, sein Fahrer (!) oder eben er selbst suchten das Programm aus.

Meist gebe es dann zwei Optionen: „Jazz am Wochenende oder abends; Nachrichten und Wortbeiträge, ganz überwiegend wochentags – im Auto, auf der Fahrt ins Amt oder zu Terminen.“ Freilich passiere es selten, dass Nachrichten wie Musik in seinen Ohren klingen würden. Warum auch.

Wolfgang Schäuble hatte ein Verständigungsproblem. Am Donnerstag eröffnete er wie immer die Plenarsitzung mit den Worten: „Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen.“ Dann ließ er eine Abgeordnete in ein Gremium berufen, als plötzlich die Grüne Britta Hasselmann rief: „Man kann Sie kaum verstehen!“ Darauf Schäuble: „Können Sie es nicht hören? Dann fange ich noch mal von vorne an. Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen!“ Das Protokoll verzeichnet Heiterkeit.



Julia Klöckner hat sich letzte Woche an die Rettung des Waldes gemacht. Weil ohne Wald kein Klima, jedenfalls kein gutes. Da stellt sich allerdings die Frage, was die Ministerin eigentlich persönlich für den Klimaschutz tut. In einem Interview führte sie jetzt einige Dinge auf, unter anderem auch dies: Da sie oft bis spät am Abend im Ministerium sei, schalte sie beim Verlassen auch dort das Licht aus, „wo’s im Ministerium angeblieben ist“. Ist halt so, die Letzte macht das Licht aus. Auch als Ministerin.

Jetzt ist es amtlich: „Die Bundeskanzlerin ist immer im Dienst, auch während ihres Urlaubs“, war in einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion zu lesen. Sie wollte wissen, warum Angela Merkel Ende Juli von den Festspielen in Bayreuth mit einem Hubschrauber der Bundespolizei nach Salzburg in den Urlaub geflogen sei. Dadurch, so die Regierung, sei gewährleistet, dass sie „bei akuten Anlässen in kürzester Zeit“ zurückkehren könne. Merkels Mann, Joachim Sauer, hat die Mitreise übrigens bezahlt.