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Wahl-Franzose stirbt im Alter von 90 Jahren
Die Filmlegende Max von Sydow ist tot

 Max von Sydow war einer der ganz Großen in der Welt des Films.
Max von Sydow war einer der ganz Großen in der Welt des Films. FOTO: dpa / Tim Brakemeier
Paris/Stockholm. Max von Sydow spielte Schurken, Könige, Nazis, Gott, den Teufel und Sigmund Freud. Der gebürtige Schwede war einer der ganz Großen in der Welt des Films – in vielerlei Hinsicht.

Mit seinen über 1,90 Metern Körpergröße überragte von Sydow die meisten seiner Kollegen. Mit seinem Spiel beeindruckte er auch noch als Greis die Welt. Am Sonntag ist der Wahl-Franzose im Alter von 90 Jahren gestorben.

Die hagere Figur, die tiefe, kräftige Stimme, die leicht vorgeschobene Unterlippe, zum Schluss die tiefe Furche zwischen den Augenbrauen: Von Sydow hat mit seinem Körper Geschichten erzählt. In der Verfilmung von Jonathan Safran Foers Bestseller „Extrem laut und unglaublich nah“ spielt er 2011 einen Stummen mit einer solchen Intensität, dass er mit 83 Jahren noch einmal für einen Oscar nominiert wird. Der Hüne geht leer aus, wie auch ein Vierteljahrhundert davor schon, als er für seine Rolle in dem Bille-August-Film „Pelle, der Eroberer“ (1987) als bester Hauptdarsteller für den Preis vorgeschlagen ist. Da ist von Sydow schon mehrere Jahrzehnte im Geschäft, hat mit Woody Allen („Hannah und ihre Schwestern“, 1986), David Lynch („Dune“, 1984) und vor allem Star-Regisseur Ingmar Bergman („Das siebente Siegel“, 1957) zusammengearbeitet. In über 100 Filmen und Fernsehserien ist von Sydow im Laufe seiner langen Karriere zu sehen, streift dabei fast jedes Genre. In Hollywood dreht er unter Regiegrößen wie Martin Scorsese („Shutter Island“, 2010) und Steven Spielberg („Minority Report“, 2002). 1988 bekommt er den Europäischen Filmpreis, 1995 den Grimme-Preis. Zweimal ist er für einen Golden Globe nominiert. Auf dem Filmfestical in Cannes wird er 2002 für sein Lebenswerk geehrt. Doch da ist seine Karriere längst nicht zu Ende. Im Star-Wars-Film „Das Erwachen der Macht“ (2015) ist er genauso dabei wie in „Game of Thrones“ (2016).