| 22:42 Uhr

Rom
Deutsches Schiff beschlagnahmt

Rom. Die italienischen Behörden haben gestern ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ im Hafen von Lampedusa beschlagnahmt. Nach Angaben des italienischen Rundfunks verfügte die Staatsanwaltschaft von Trapani in Sizilien dies als präventive Maßnahme. Die Besatzung des Schiffes „Iuventa“ steht demnach im Verdacht der Begünstigung illegaler Einwanderung.

Die italienischen Behörden haben gestern ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ im Hafen von Lampedusa beschlagnahmt. Nach Angaben des italienischen Rundfunks verfügte die Staatsanwaltschaft von Trapani in Sizilien dies als präventive Maßnahme. Die Besatzung des Schiffes „Iuventa“ steht demnach im Verdacht der Begünstigung illegaler Einwanderung.

Vor zwei Tagen hatte sich das Hilfswerk geweigert, einen Verhaltenskodex des italienischen Innenministeriums für Flüchtlingsretter zu unterzeichnen. „Wir wünschen uns weiterhin das Gespräch mit den Behörden“, sagte Pressesprecherin Isabell Grahn. Allerdings fänden im Moment keine Gespräche statt, die italienischen Untersuchungsbehörden seien an Bord.

Der Verantwortliche des Hafenamtes, Paolo Monaco, betonte im Rundfunk, es handle sich um eine Routinekontrolle. Nachdem die „Iuventa“ von einem massiven Sicherheitsaufgebot begleitet angelegt hatte, verbrachte Monaco mehrere Stunden an Bord des Schiffs. Falls die Überprüfung der Dokumente ergeben sollte, dass die Besatzung sämtliche Vorgaben erfülle, könne das Schiff wieder auslaufen, sagte er weiter.



Das Hilfswerk habe den Verhaltenskodex nicht unterzeichnet, weil einige Paragrafen „uns unter Umständen zum Bruch von internationalem Seerecht gezwungen“ hätten, erklärte die Hilfsorganisation per Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Teil der Verhaltensregeln für Flüchtlingsretter widerspreche humanitären Prinzipien. Italien verlangt von privaten Flüchtlingsrettern, dass sie sich einem Verhaltenskodex unterwerfen, der unter anderem bewaffnete Polizisten an Bord vorsieht. Die Übergabe von geretteten Flüchtlingen an andere Schiffe wird untersagt.