| 22:20 Uhr

Diesel-Urteil
„Von sauberen Fahrzeugen sind wir weit entfernt“

Stuttgart. Der Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, sieht in dem Stuttgarter Urteil  zu Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge  einen Sieg auf ganzer Linie.

Der Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, sieht in dem Stuttgarter Urteil  zu Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge  einen Sieg auf ganzer Linie.

Herr Resch, wie zufrieden sind Sie?

RESCH Wir sind sehr zufrieden. Das Stuttgarter Gericht hat alle unserer Forderungen erfüllt. Das heißt, die Landesregierung von Baden-Württemberg muss nun zum 1. Januar 2018 Diesel-Fahrverbote in Stuttgart einführen, und zwar in der ganzen Stadt.



Offen bleibt, ob es dazu kommt...

RESCH Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat im Februar die Fahrverbote angekündigt, daran werden wir ihn messen. Die Alternative Software-Updates wurde vom Gericht als wirkungslos abgelehnt.

Kritiker werfen Ihnen eine Kampagne gegen die Autoindustrie vor. Wollen Sie die Autoindustrie vernichten?

RESCH Nein, wir kritisieren alle Diesel-Hersteller und haben nach dem US-VW-Skandal mit unseren Untersuchungen Abschalteinrichtungen bei GM-Motoren, Renault und FiatChrysler aufgedeckt und Strafverfahren initiiert. Allerdings spielt die deutsche Autoindustrie schon eine gewisse Premium-Rolle bei der Verhinderung einer modernen Abgastechnik, wie die Aufdeckung des seit zwei Jahrzehnten bestehenden kriminellen Kartells aus Bosch, Daimler, VW, Porsche, BMW und Audi zeigt. Wenn die Fahrzeuge so sauber sind, wie es das Gesetz vorsieht, und zwar nicht nur im Prüflabor, sondern auf der Straße, dann gibt es auch keinen Grund für Fahrverbote. Aber davon sind wir leider weit entfernt.

Das komplette Interview lesen Sie online unter www.pfaelzischer-merkur.de/berliner-buero