| 23:44 Uhr

Olympische Winterspiele in Südkorea
Deutsche Skisprung-Party geht dank Althaus weiter

Pyeongchang. 21-Jährige gewinnt die Silbermedaille von der Normalschanze. Sotschi-Olympiasiegerin Vogt belegt Platz fünf.

Bei Katharina Althaus flossen die Tränen des Glücks: Mit Olympia-Silber im eiskalten Pyeongchang hat die Überfliegerin nur 48 Stunden nach dem Gold-Coup von Andreas Wellinger die deutsche Skisprung-Party in Südkorea fortgesetzt. „Jetzt wird gefeiert wie in Bayern – also gescheit mit Bier“, sagte die Oberstdorferin nach der ersten großen Einzel-Medaille ihrer Karriere. In einem erneut zähen Wettkampf musste sich Althaus einzig Topfavoritin Maren Lundby aus Norwegen klar geschlagen geben.

„Das Gefühl war mega. Als ich die Anzeigentafel gesehen habe, wusste ich, dass ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist. Als dann das ganze Team gratuliert hat, das kann man nicht beschreiben“, sagte Althaus. Zu den ersten Gratulanten gehörte der frisch gebackene Olympia­sieger Wellinger, der bei Eiseskälte und Schneefall an der Schanze ausgeharrt hatte. „Cool, dass uns die Jungs angefeuert haben. Das hat mich voll gefreut“, erzählte Althaus.

Für Carina Vogt reichte es vier Jahre nach ihrem Olympiasieg von Sotschi diesmal nur zu Platz fünf. Bronze ging an die Japanerin Sara Takanashi, die damit weiter auf den ersten großen Sieg ihrer Karriere warten muss. „Ich freue mich natürlich riesig für Katha“, sagte Vogt: „Ich hätte es ihr gegönnt, dass sie Maren noch holt. Leider hat es nicht ganz gereicht. Aber mit 21 Jahren Silber bei Olympia ist ja nicht schlecht.“



Althaus trennten nach zwei starken Sprüngen auf 106,5 und 106,0 Meter umgerechnet sechs Meter davon, die deutsche Siegesserie bei Großereignissen fortzusetzen. Lundby war mit Flügen auf 105,5 und 110,0 Meter aber zu stark. Ramona Straub (Langenordnach) und Juliane Seyfarth (Ruhla) rundeten auf den Rängen acht und zehn das starke deutsche Ergebnis ab. „Ich bin rundum zufrieden. Für Katharina war es heute eine Bewährungsprobe, als Vorletzte da oben zu stehen und sich mit 21 Jahren die erste Medaille zu holen“, sagte Bundestrainer Andreas Bauer, der fair zugab: „Lundby war heute besser.“

Wie schon bei den Männern zwei Tage zuvor kam es wegen des drehenden Windes immer wieder zu Unterbrechungen, die alle Beteiligten auf eine Nervenprobe stellte. Zusätzlich sorgten Temperaturen von elf Grad unter dem Gefrierpunkt und Schneefall für ungemütliche Verhältnisse. Kaum 1000 Zuschauer, darunter auch Wellinger und Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai, harrten dennoch aus.

Für Althaus, Vogt und Co. sind die Olympischen Spiele damit bereits beendet. Einen Mixed-Wettbewerb wie bei Weltmeisterschaften gibt es bislang noch nicht.