| 20:18 Uhr

Biathlon-WM in Antholz
Zum Auftakt gibt’s erst mal Blech

 Biathletin Denise Herrmann gestikuliert nach dem Schießen – sie musste in die Strafrunde.
Biathletin Denise Herrmann gestikuliert nach dem Schießen – sie musste in die Strafrunde. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Antholz. Deutsche Biathleten starten mit Platz vier in der Mixed-Staffel in die WM. sid

Eine Strafrunde von Denise Herrmann – und schon war der Traum geplatzt: Die deutsche Mixed-Staffel hat zum Auftakt der Biathlon-WM in Antholz am Donnerstag die erhoffte Medaille verpasst. Herrmann (Oberwiesenthal), Franziska Preuß (Haag), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Benedikt Doll (Breitnau) mussten sich über 4x6 Kilometer mit dem enttäuschenden vierten Platz begnügen. Vor allem Herrmann war nach dem Wettkampf untröstlich.

„Mir tut es leid für die anderen, dass ich die 25 Sekunden in der Runde kreiseln musste. Nur mit Nachladern wäre es vom Rückstand her noch gut machbar gewesen. Es tut mir wirklich leid“, sagte Herrmann völlig bedient: „Wenn man für sich alleine verkackt, muss man alleine damit fertig werden. Heute zieht man andere noch mit rein.“

Der erste Titel beim Saisonhöhepunkt in Südtirol ging an Favorit Norwegen um Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bö, die in 1:02:27,7 Stunden (0 Strafrunden, +7 Nachlader) vor Gastgeber Italien (0,+6/15,6 Sekunden zurück) und den überraschend starken Tschechen (0,+2/30,8) triumphierten. Deutschland (1,+10) fehlten 18,4 Sekunden auf das Podest.



Auch Sprint-Olympiasieger Peiffer hatte sich zum WM-Auftakt wie schon im Vorjahr in Östersund (Silber) mehr erhofft. „Wir sind enttäuscht, das kann man schon sagen. Wir haben unser Ziel nicht erreicht“, sagte er und erklärte: „Wir haben deutlich zu viele Nachlader im Stehendanschlag gebraucht.“ Doll ergänzte: „Das ist schon sehr doof. Es ist kein Ausfall, aber bei einer WM geht es eben um Medaillen.“

Und Edelmetall wäre durchaus drin gewesen. Mit 34,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte Herrmann von Startläuferin Preuß übernommen, und die Verfolgungs-Weltmeisterin schlug von Beginn an ein hohes Tempo an. Nach fehlerfreiem Liegendschießen lag sie nur noch 11,7 Sekunden zurück – doch dann leistete sie sich im Stehendanschlag gleich vier Fehlschüsse.

An zu hohem Tempo in der Loipe habe es aber nicht gelegen, sagte Herrmann: „Ich habe versucht, nicht komplett hirnlos reinzulaufen, das habe ich auch nicht gemacht. Aber klar, wenn du stehend in die Runde musst, kann vorher alles noch so gut gewesen sein.“ Routinier Peiffer und Doll konnten die Lücke aufs Podest danach nicht mehr zulaufen.

Dabei hatten die Deutschen so sehr auf einen tollen Einstand gehofft. Der sei „immens wichtig, um Ruhe und Sicherheit zu bekommen“, hatte Bundestrainer Mark Kirchner vor dem Rennen betont und eine Medaille als Ziel formuliert.

Der Druck ist nun noch einmal größer, wenn es an diesem Freitag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) mit dem Sprint der Frauen weitergeht. Über 7,5 Kilometer gehört Herrmann trotz ihrer Probleme beim Stehendschießen zu den Favoritinnen – und gab sich kurz nach der enttäuschenden Mixed-Staffel schon wieder kämpferisch. „Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken wäre die falsche Devise“, sagte die 31-Jährige: „Man muss nach vorne gucken und das abhaken.“

Neben Herrmann und Preuß sind im Sprint auch Janina Hettich (Schönwald), Vanessa Hinz (Schliersee) und Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) startberechtigt.