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Ford Focus Turnier 2018
Schluss mit den vielen Schaltern im Cockpit

Ford hat jetzt den neuen Focus Turnier in den Handel gebracht. Hier ist die Edel-Version Vignale zu sehen.
Ford hat jetzt den neuen Focus Turnier in den Handel gebracht. Hier ist die Edel-Version Vignale zu sehen. FOTO: Ford Werke
Saarlouis. Da sich der Focus Turnier im Segment der kompakten Kombis gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten muss, hat Ford bei der Neuauflage vor allem die Motoren, die Geräumigkeit und die Federung verbessert. Gundel Jacobi

Zahlenspiele haben ihren Charme. „Alle 48 Sekunden entscheidet sich weltweit ein Kunde für einen Focus“, gibt Hans-Jörg Klein mit einem Lächeln zum Besten. Als Geschäftsführer bei Ford Deutschland für Marketing und Verkauf weiß er natürlich, was er an seinem besten Pferd im Stall hat. Tatsächlich hält der in Saarlouis hergestellte Focus in der hauseigenen Verkaufsstatistik zum Jahresende 2018 den ersten Platz, vor Fiesta und Kuga.

Mehrheitlich greifen die Focus-Käufer zur Kombiausführung, die nun wie die fünftürige Limousine in vierter Generation bei den Händlern steht. Der Focus Turnier wirkt auf den ersten Blick geduckter und kantiger. Im Vergleich zu seinem Vorgänger streckt er sich in der Länge um elf Zentimeter auf 4,67 Meter; in der Höhe hat er um zwei Zentimeter auf 1,47 Meter abgenommen.

Im Innenraum geht es ziemlich großzügig zu. Auf dem vorderen Gestühl herrscht sowieso kein Platzmangel. Im Fond hat die Kniefreiheit um zwei Fingerbreit zugenommen. Das ist für die Passagiere deutlich spürbar. Die für einen Kombi entscheidenden Daten sind nahezu vorbildlich, denn der Gepäckraum bietet ein Ladevolumen von 575 Litern unter der Abdeckung. Es passen bis zu 1620 Liter hinein, wenn man die einfach zu entriegelnden hinteren Rücklehnen umklappt und auf der topfebenen Fläche dachhoch bis zu den Vordersitzen lädt. Die Maße gelten, sofern ein Notrad unter dem Kofferraumboden verstaut ist. Auch sperrigere Gegenstände können über die 63 Zentimeter hohe Ladekante bequem eingeschoben werden. Ein Sicherheitstrennnetz für den Stauraum kostet 200 Euro Aufpreis.



Bereits beim Einsteigen fällt das zweckmäßige Cockpit auf. Schluss mit den vielen Schaltern. Der Vorgänger hatte davon noch 50 Prozent mehr. Mitten auf der Armaturentafel thront ein berührungsempfindlicher Bildschirm. Alle Informationen lassen sich problemlos abrufen, alle Funktionen einfach auswählen.

Es stehen fünf Dreizylinder-Benziner mit 1,0 und 1,5 Liter Hubraum sowie drei Vierzylinder-Dieselmotoren, die 1,5 und 2,0 Liter Hubraum haben, zur Verfügung. Die Benziner decken das Leistungsspektrum von 85 PS/63 kW bis 182 PS/134 kW ab. Die Diesel leisten zwischen 95 PS/70 kW und 150 PS/110 kW. Auf ersten Testfahrten machte der stärkste der drei 1,0-Liter-Benzinmotoren mit 125 PS/92 kW erwartungsgemäß einen guten Eindruck. Sein Normverbrauch beträgt 5,1 Liter Super (CO2-Ausstoß: 115 g/km). Die Kraftübertragung übernimmt ein präzise geführtes Sechsganggetriebe. Allerdings dürften die Schaltwege durchaus etwas kürzer und knackiger sein.

Erstmals ist im Focus eine Achtstufen-Automatik zu haben, die auf Testfahrten im 120 PS/88 kW starken 1,5-Liter-Diesel mit sanften Schaltvorgängen überzeugte. Laut Werksangaben liegt der Normverbrauch bei 4,7 Litern Diesel (CO2-Ausstoß: 123 g/km). Sämtliche Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-temp.

Ford hat besonderen Wert auf das Fahrwerk gelegt. Im Focus Turnier kommt eine neue Multilink-Hinterachs-Konstruktion zum Einsatz. Die Einzelradaufhängung wurde mit dem Fahrwerksrahmen verbunden. Wir konnten auf Testfahrten erspüren, dass dies zu einem komfortablen Abfedern bei Bodenunebenheiten führt, ohne die Stabilität bei flinken Kurvenmanövern zu beeinträchtigen.

Über 30 Assistenzsysteme unterstützen den Fahrer. Darunter sind einige neue Funktionen. Sind zum Beispiel LED-Scheinwerfer und Verkehrsschilderkennung an Bord, passt sich der Scheinwerferkegel in seiner Reichweite der vorgeschriebenen Geschwindigkeit an. Erstmals ist für den Focus Turnier ein Head-up-Display erhältlich. Allerdings werden die Informationen nicht auf die Windschutzscheibe projiziert, sondern erscheinen auf einer ausfahrbaren Plexiglasscheibe über dem Armaturenträger. Besonders erwähnenswert ist der Ausweich-Assistent. Er agiert als aktive Lenkunterstützung, wenn man Hindernisse umfahren muss, um einen Aufprall zu vermeiden.

Das Einstiegsmodell des Focus Turnier ist ab 19 700 Euro erhältlich, was einen Mehrpreis von 1000 Euro gegenüber der Limousine bedeutet. Wer auf Diesel abfährt, muss mindestens 23 800 Euro für den 95 PS/70 kW starken Diesel-Turnier anlegen.

Anfang 2019 kommt als zusätzliche Variante auch der leicht höhergelegte und kunststoffbeplankte Focus Active auf den Markt – sowohl als Fließheck als auch in Kombi-Form. Ford reagiert damit auf die weiter steigende Nachfrage nach SUVs. Alternative Antriebstechniken mit Gas, Hybrid, Elektromotor oder Brennstoffzelle sind bis auf Weiteres für den neuen Ford Focus Kombi nicht verfügbar.