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Tennis
Der „Djoker“ schreibt Geschichte

Cincinnati. Der Serbe Novak Djokovic triumphiert als erster Spieler bei allen neun Tennisturnieren der Mastersserie. sid

Als Novak Djokovic ein Stück Tennis-Geschichte geschrieben hatte, hüpfte er ausgelassen über den Centre Court und legte zum Abschluss seiner Jubelorgie einen gigantischen Freudensprung hin. Der Wimbledonsieger triumphierte durch seinen 6:4, 6:4-Final­erfolg gegen Roger Federer beim ATP-Turnier in Cincinnati als erster Spieler bei allen neun Turnieren der Masters-Serie und ließ seinen Emotionen danach freien Lauf.

„Es ist ein sehr besonderer Moment, das erste Mal hier in Cincinnati mit der Trophäe zu stehen. Es ist einer der speziellsten Momente meiner Karriere“, sagte Djokovic. 2009, 2012 und 2015 hatte der Serbe im Endspiel des Hartplatzturniers im US-Bundesstaat Ohio noch gegen seinen Dauerrivalen Federer verloren, 2008 und 2011 erwies sich der Brite Andy Murray im Finale als zu stark. Umso größer war seine Freude, als Federer das Match nach 1:24 Stunden mit einem Vorhandfehler beendete. „Es war eine Achterbahnfahrt in meiner Karriere mit Verletzungen, der Pause und der Operation in diesem Jahr. Es fühlt sich unwirklich an, wieder auf diesem Level zu sein“, sagte Djokovic.

Mit seinem Wimbledonsieg hatte sich der 31-Jährige im vergangenen Monat eindrucksvoll in der Weltspitze zurückgemeldet. Die alte Stärke des „Djokers“ bekam nun auch Federer zu spüren. „Gratulation an Novak, der Geschichte geschrieben hat. Es ist eine großartige Leistung, dass du diesen Punkt erreicht hast. Du solltest sehr stolz sein“, sagte der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz.



Djokovic feierte seinen 70. Titel auf der Profitour, er hatte unter anderem schon die hochdotierten und hochklassig besetzten Masters-Turniere in Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid, Rom, Toronto/Montréal, Shanghai und Paris gewonnen. Jetzt geht er auch als Favorit in die US Open in New York (ab 27. August). Dabei hat er eine längere Leidenszeit hinter sich. Eine komplizierte Ellbogenverletzung hatte Djokovic nach seinem French-Open-Sieg 2016 zunehmend zu schaffen gemacht. Nach einer halbjährigen Pause und einer gescheiterten Rückkehr bei den Australian Open im Januar entschied er sich für die erste Operation seines Lebens.

Jetzt ist er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Im 46. Duell mit Federer war es sein 24. Sieg. In der Weltrangliste kletterte um vier Plätze auf Rang sechs. Der Weltranglistenzweite Federer muss derweil weiter auf seinen 99. Turniersieg warten. Der 37-Jährige spielte in Cincinnati sein erstes Turnier nach dem Viertelfinal-Aus in Wimbledon und bestritt sein 150. Finale. Dabei offenbarte er noch Luft nach oben. Doch bei den US Open kommende Woche werden die Karten wieder neu gemischt.