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Fußball
Dembélé als nächster Rekord-Transfer?

Dortmund. Der Dortmunder ist ins Visier des FC Barcelona geraten. Damit könnte er zweitteuerster Fußballer der Welt werden.

Nationalspieler, Pokalsieger, Senkrechtstarter der Saison: Die Karriere von Ousmane Dembélé kannte bisher nur eine Richtung – steil aufwärts. Das Top-Talent gilt bei Borussia Dortmund als großes Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft. Doch Dembélé hat andere Pläne. Mit nur 20 Jahren könnte sich für den Franzosen mit dem Wechsel zum FC Barcelona ein Traum erfüllen. Dembélé würde wohl zum zweitteuersten Fußballer der Geschichte avancieren.

Laut der französischen Sporttageszeitung L‘Equipe sind sich Barcelona und Dembélé bereits einig, es wird über einen Fünfjahres-Vertrag berichtet. Der Club von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen muss sich nun mit dem BVB über die Ablösemodalitäten verständigen. Im Gespräch ist eine Summe von mehr als 100 Millionen Euro.

Die Dortmunder Verantwortlichen sind von dem Thema zunehmend genervt. „Es macht keinen Sinn, diese permanenten Gerüchte zu kommentieren“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. Trainer Peter Bosz gibt sich noch gelassen. „Wenn ich nichts vom Verein höre, beschäftige ich mich damit nicht“, sagte der Niederländer zu dem Thema.



Hans-Joachim Watzke muss sich damit allerdings beschäftigen. Der BVB-Geschäftsführer hat schon einmal signalisiert, dass Barcelona für den möglichen Nachfolger von Neymar tief in die Tasche greifen muss. Die kolportierte Ablösesumme für Dembélé „halte ich für zu wenig“, meinte Watzke. Damit wäre Dembélé teurer als Paul Pogba (Frankreich/105 Millionen Euro), Gareth Bale (Wales/100,76) und Cristiano Ronaldo (Portugal/94), nur Rekordmann Neymar (Brasilien/222) kostete bei seinem Wechsel zu Paris St. Germain noch mehr. Mit Dembélés Transfer würde auch die Bundesliga in neue Dimensionen vorstoßen. Bisher sind die 80 Millionen Euro für Kevin De Bruyne bei seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg zu Manchester City Rekord für Deutschlands höchste Klasse.

Ungeachtet seines Vertrags bis 2021 bekundete Dembélé schon einmal seine Sympathien für den ehemaligen Champions-League-Sieger Barcelona um Superstar Lionel Messi. „Es ist eine Ehre, dass mein Name unter denen ist, die Barça holen will. Jedem würde es gefallen, in so einem Team zu spielen“, sagte Dembélé.

Für Dortmund wäre sein Abgang ein großer Verlust. Im Gegensatz zu den ebenfalls mit viel Hoffnungen im Sommer 2016 verpflichteten Emre Mor und Mikel Merino schlug Dembélé in seiner ersten Saison voll ein. Der Offensivspieler war in 49 Pflichtspielen an 31 Toren (zehn Treffer/21 Vorlagen) beteiligt. Mit seiner Schnelligkeit ließ er die Gegenspieler ratlos zurück, mit seinen Dribblings verzückte er Fans und Mitspieler gleichermaßen.

Barças technischer Direktor Robert Fernandez nahm bereits 2016 vor Dembélés Wechsel von Stade Rennes zum BVB Kontakt zum Franzosen auf. Schon damals war man sich sicher: Dembélé ist ein Rohdiamant. „Es gab fast keinen europäischen Großklub, der ihn nicht wollte“, sagte Watzke nach dem Transfer stolz. „Wir glauben, dass Ousmane einer der größten Hotspots im europäischen Nachwuchsbereich ist. Wir sehen in ihm riesiges Potenzial.“ Das hat auch Barcelona erkannt.

Einen Tag nach der Supercup-Niederlage gegen Rekordmeister FC Bayern München erlebten die Dortmunder indes noch einen personellen Rückschlag. Verteidiger Ömer Toprak zog sich beim 5:2-Testspielsieg am Sonntag beim Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt einen Nasenbeinbruch zu. Bei dem Erfolg traf der schwedische Youngster Alexander Isak gleich vier Mal (18., 51., 60., 88.). Zudem trug sich Jan-Niklas Beste (21.) in die Torschützenliste der Dortmunder B-Elf ein.

Die Borussia hatte am Samstagabend erst nach Elfmeterschießen (6:7) gegen die Bayern verloren. In der ersten Runde des DFB-Pokals tritt Dortmund am kommenden Samstag (15.30 Uhr) beim Sechstligisten 1. FC Rielasingen-Arlen an. Ob dann Dembélé wieder auf dem Platz steht, bleibt abzuwarten.