| 21:06 Uhr

DFB-Pokal
Dem BVB fehlt ein Torjäger

Fürth. Dortmund müht sich durch zwei späte Treffer gegen Greuther Fürth im DFB-Pokal eine Runde weiter. sid

Die letzte bemerkenswerte Szene eines dramatischen Abends zeigte Matthias Sammer und Hans-Joachim Watzke schreiend vor Glück. Als nach mehr als 120 Minuten im Sportpark Ronhof in Fürth der Schlusspfiff eines denkwürdigen Pokalspiels ertönte, schnellten der externe Berater und der Geschäftsführer von Borussia Dortmund aus ihren Sitzen und fielen sich um den Hals.

Buchstäblich in letzter Minute verhinderte der Bundesligist beim widerspenstigen Zweitligisten eine Blamage beim Aufbruch in eine neue Ära. Erst erzielte der eingewechselte Axel Witsel 30 Sekunden vor Ende einer fünfminütigen Nachspielzeit den Ausgleich (90.+5). Und gerade mal vier Sekunden, bevor es ins Elfmeterschießen gegangen wäre, traf Marco Reus zum Endstand von 2:1 (1:1, 0:0) (120.).

"Das war ein Zittersieg", sagte lapidar der Dortmunder Torhüter Roman Bürki, der in der Verlängerung großartig gegen Fabian Reese einen erneuten Rückstand verhinderte (113.). Die starken Fürther, die durch Sebastian Ernst in Führung gegangen waren (77.), fragten sich derweil, warum Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) gleich fünf Minuten hatte nachspielen lassen. "Es hätten auch nur drei sein können", bemerkte der ehemalige Nationalspieler Roberto Hilbert spitz.



Wäre Dortmund zuvor nicht arg fahrlässig mit seinen Chancen umgegangen, wäre vor allem der Fürther Torhüter Sascha Burchert nicht der beste Mann auf dem Platz gewesen, das Spiel wäre längst entschieden gewesen. So aber wurde offensichtlich, was dem viermaligen Pokalsieger im Verlauf der Saison noch leid tun könnte: Er hat kein Geld für einen gelernten Stürmer ausgegeben.

Dortmund fehlt einer wie Michy Batshuayi. Den Belgier hat der FC Chelsea erstaunlicherweise doch noch mal ein Jahr verliehen – an den FC Valencia. Immerhin hat der BVB bei Axel Witsel zugeschlagen. Kaum auf dem Feld, übernahm er sofort die Kontrolle über das Spiel. "Witsel", sagte Favre, "hat der Mannschaft viel gebracht, er spielt einfach und ruhig ... und er kann auch wichtige Tore schießen."