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Finale der Europa League
Das große Finale als Abschiedsspiel

Der wechselwillige Antoine Griezmann steht im Europa-League-Finale besonders im Blickfeld.
Der wechselwillige Antoine Griezmann steht im Europa-League-Finale besonders im Blickfeld. FOTO: dpa / Francisco Seco
Lyon. Antoine Griezmann will nach Barcelona – und soll vorher mit Atlético triumphieren.

Sein erster großer Titel mit Atlético Madrid könnte auch sein letzter sein: Antoine Griezmann liebäugelt vor dem Finale in der Europa League gegen Olympique Marseille (heute um 20.45 Uhr/Sport1) mit einem Wechsel zum FC Barcelona. Das deutliche Werben der Barça-Stars um den 27-Jährigen lässt keinen anderen Schluss zu. „Er ist ein Spieler, der einen großen Wert mitbringt“, sagte Barças Stürmer-Star Luis Suarez bei Radio Rincon und ließ keinen Zweifel mehr am Transfer aufkommen. „Er spielt seit Jahren auf dem höchsten Niveau und hört nie auf zu kämpfen. Er dominiert die Offensive von Atlético“, schwärmte der Uruguayer.

In Madrid stießen die Äußerungen auf Empörung. „Wir haben Barcelonas Haltung satt“, wetterte Atléticos Vereins-Chef Miguel Angel Gil Marin, nachdem auch Barças Bosse in aller Öffentlichkeit um Griezmann warben. Der spanische Meister „lasse jeden Respekt für Atlético Madrid vermissen“.

Präsident Enrique Cerezo beließ es nicht bei Worten. Der Präsident traf sich mit dem Torschützenkönig der EM 2016, um ihn an seinen Vertrag bis 2022 zu erinnern. Das Ergebnis blieb jedoch ernüchternd. „Ich kann nur eines sagen: Stand heute ist Antoine Griezmann ein Spieler von Atlético“, meinte Cerezo.



Griezmann scheint unbedingt zu Suarez, Messi und Co. zu wollen. Die Frist von Atlético, einen neuen Vertrag über 2022 hinaus zu unterschreiben, ließ der Offensiv-Star verstreichen. Nun deutet alles darauf hin, dass die Katalanen den 49-maligen Nationalspieler für die festgeschriebene Ablösesumme von 100 Millionen Euro aus dem Vertrag kaufen. Griezmann selbst äußerte sich zu dem Thema bislang nicht. Der Angreifer, der nur 60 Kilometer vom Europa-League-Finalort Lyon geboren und aufgewachsen ist, erklärte lediglich, dass er bis zum Start der WM in Russland Klarheit über seine Zukunft haben wolle.

Seinen Mitspielern entgeht das Wechseltheater nicht. „Griezmann ist alt genug, um zu wissen, was er tut“, sagte Sturmpartner Diego Costa und stellte klar: „Wenn Barça dich will, fühlst du dich als Spieler wichtig. Aber Antoine weiß auch, dass er für uns wichtig ist und dass wir ihn behalten wollen.“ Bis zum großen Finale gegen Marseille, in das die Rojiblancos trotz der Sperre von Trainer Diego Simeone als Favorit gehen, werden sich beide Seiten wohl nicht mehr zur Personalie äußern. Der Druck bei Atlético ist groß. Nach den zwei Pleiten im Champions-League-Finale gegen den Erz- und Lokalrivalen Real Madrid 2014 und 2016 soll endlich der erste internationale Titel seit 2012 unter Dach und Fach gebracht werden.

Für Kollege Diego Costa ist die Sache klar: „Wenn Griezmann mit uns Geschichte schreibt und den Titel holt, hat er im Anschluss immer noch genügend Zeit, die richtige Entscheidung zu treffen.“