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Corona-Virus: Ein Ruck geht offenbar durch Blieskastel
Jetzt kommt die Hilfe von den Nachbarn

 Wer aufgrund der aktuellen Umstände nicht mehr selbst einkaufen kann oder will, weil er sich vor den Folgen fürchtet, kann jetzt in drei Blieskastel Stadtteilen mit der Hilfe von verständnisvollen Leuten rechnen, die hier nicht tatenlos zuschauen.
Wer aufgrund der aktuellen Umstände nicht mehr selbst einkaufen kann oder will, weil er sich vor den Folgen fürchtet, kann jetzt in drei Blieskastel Stadtteilen mit der Hilfe von verständnisvollen Leuten rechnen, die hier nicht tatenlos zuschauen. FOTO: dpa / Oliver Berg
Blieskastel. In Niederwürzbach, Biesingen und Blickweiler werden in Corona-Zeiten neue Kräfte mobilisiert. Von Hans Hurth

„Liebe Niederwürzbacher und Seelbacher Bürgerinnen und Bürger.“ So beginnt ein offizieller Brief von Petra Linz, Ortsvorsteherin von Niederwürzbach. „Die Ausbreitung des Corona-Virus“, so schreibt sie des Weiteren, „schränkt zunehmend unser soziales Miteinander ein. Unsere Schule und die Kindertagesstätte sind geschlossen. Öffentliche Dienstleistungen wurden zwangsläufig eingeschränkt, Versammlungen und Veranstaltungen abgesagt, um Kontakte und damit Übertragungsmöglichkeiten des gefährlichen Virus zu verringern. Private Kontakte werden auch in den nächsten Wochen nur noch eingeschränkt möglich sein.“

Vor allem für Seniorinnen und Senioren, gesundheitlich vorbelastete Menschen, oder weil sie als Alleinstehende keine Angehörigen haben, die sie unterstützen könnten, seien alltägliche Besorgungen und Erledigungen mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Die Angst das Haus zu verlassen, sei verständlich.

Der Ortsrat Niederwürzbach und Seelbach werde daher in nächster Zeit weitere Patenschaften für diese Personengruppe organisieren, die in den ortsansässigen Geschäften einkauft und die Ware nach Hause bringt. Das gelte auch für Besorgungen in der Apotheke. Petra Linz: „Dieser Service ist, mit Ausnahme der gekauften Ware, kostenlos.“ Die Ortsvorsteherin bittet alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die eine solche nachbarschaftliche Patenschaft übernehmen wollen und keiner Risikogruppe angehören, sich wie folgt zu melden: bei ihr selbst per Mail (Petra.Linz59@web.de), Tel. (0178) 505 47 73) oder über WhatsApp; bei Harald Pauly (pauly.harald@t-online.de), Tel. (0172) 651 96 77 oder WhatsApp.



Darüber hinaus bittet Linz die Bürgerinnen und Bürger aus Niederwürzbach und Seelbach, die Hilfe und Unterstützung benötigen und der vorgenannten Personengruppe angehören, „sich auch bei uns zu melden. Wir werden dann die Patenschaften für die nächste Zeit organisieren und einen persönlichen Kontakt herstellen. Bei uns wird niemand alleine gelassen. Wir halten und stehen zusammen.“

Hilfsangebote gibt es nun auch im Blieskasteler Stadtteil Biesingen. „Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag der Menschen in Deutschland ein. Vor allem für gefährdete Gruppen wie Senioren und gesundheitlich vorbelastete Menschen sind auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Daher ist nun Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt innerhalb unserer Gemeinschaft besonders wichtig.“ Mit diesen Worten wendet sich Ortsvorsteherin Annette Weinmann an die Bürgerinnen und Bürger. Die Angst, zum Einkauf das Haus zu verlassen, sei verständlich. Der Ortsrat Biesingen und andere Helfer würden daher bis auf Weiteres älteren und kranken Menschen den Einkauf nach Hause bringen. Bei einem Nahversorger werde von den Helfern für die hilfsbedürftigen Frauen und Männer eingekauft, telefonisch der Zahlbetrag durchgegeben, die Waren an die Haustür gebracht und vor Ort abgerechnet. Auch dieser Service ist kostenlos. Bestellannahme ist freitags von 17 bis 20 Uhr und in dringenden Fällen auch wochentags. „Wir liefern dann die Ware samstags zu Ihnen nach Hause“, schreibt die Ortsvorsteherin.

Über die folgenden Telefonnummern kann man nach Nennung des Namens, der Adresse und Telefonnummer die benötigten Waren des täglichen Bedarfs bestellen: Tel. (0171) 421 92 58, Annette Weinmann; Tel. (0151) 54 77 50 59, Sven Dörrenbächer; Tel. (0175) 339 72 43, Dominic Krill; Tel. (0176) 40 76 35 54 Christoph Harz; Tel. (0171) 857 99 79 Markus Gerber. Weitere Unterstützer können sich auch noch melden. „Wir wünschen allen unseren Mitbürgern alles Gute und viel Gesundheit“, schreibt Annette Weinmann abschließend.

Wie nun auch der CDU-Ortsverband Blickweiler in einer Pressemitteilung informiert, gibt es in Zeiten der Krise eine „Nachbarschaftshilfe“ für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil. „Die aktuelle Entwicklung (...) erfordert von uns allen in den kommenden Wochen Disziplin und Solidarität. Disziplin, weil jeder seine Sozialkontakte so weit wie möglich einschränken muss, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Solidarität ist gefragt, weil wir denen helfen müssen, die in dieser Situation auf sich gestellt sind“, betonte Sebastian Becker, CDU-Mitglied im Ortsrat. „ Gerade ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen bedürfen eines besonderen Schutzes.“ Nachbarschaftshilfe werde im Saarland großgeschrieben. Daher sei bei Einkäufen daran zu denken, ob für Menschen dieser Risikogruppen Besorgungen miterledigt werden können. „Wer auf Hilfe beim Einkauf angewiesen ist und im direkten Umfeld nicht unterstützt werden kann, der kann den CDU-Einkaufshelfer in Blickweiler anrufen und eine Einkaufsliste mit Waren des täglichen Bedarfs per Telefon mitteilen“, so Sebastian Becker. Die Einkäufe würden bei einem Nahversorger erledigt und bis an die Haustür gebracht, wobei der Service selbst kostenlos sei. „Wir erledigen die Einkäufe jeweils am Mittwoch- und Samstagnachmittag“, so die Christdemokraten abschließend. Ansprechpartner der Aktion ist Salih Cicekci unter Telefon (0171) 174 25 34.