| 20:22 Uhr

Blutig Fehde um Drogengeschäfte
Clan-Mitglied muss ausreisen nach Klinik-Aufenthalt

Hannover. Ein in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) behandeltes mutmaßliches Clan-Mitglied soll aus Deutschland ausgewiesen werden. Der Schwerverletzte aus Montenegro sei verpflichtet, die Bundesrepublik sofort zu verlassen, teilte das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag mit. dpa

Die Stadt Hannover habe dem Mann „auf Bitten und in enger Abstimmung“ mit dem Ministerium am Mittwochabend eine Verfügung zugestellt. Dabei sei „die sofortige Vollziehbarkeit der Verfügung“ angeordnet worden.

An der MHH hatten sich seit Tagen Szenen wie aus einem Kino­thriller abgespielt. Der Patient soll in eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte verwickelt sein. Am 7. Februar war das mutmaßliche Mafia-Mitglied aus Montenegro eingeflogen, um seine Ende Januar erlittenen Schussverletzungen behandeln zu lassen. Um den Aufenthalt des Montenegriners, der seit Tagen von zahlreichen Polizisten in der Klinik bewacht wird, hatte es heftigen Streit gegeben. Der Steuerzahlerbund verlangt etwa, die immensen Kosten für den Einsatz dem Privatpatienten beziehungsweise seiner „Clan-Familie“ in Rechnung zu stellen. Auch die Ehefrau des 35-Jährigen, die in einem Hotel in der Nähe wohnt, wurde dem Vernehmen nach bewacht.