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Los Angeles
Boston Red Sox feiern „Sieg für die Ewigkeit“

Ob Red-Sox-Pitcher David Price dieses Bild im Sinn hatte, als er von „erwachsenen Männer, die sich wie Kinder benehmen“ sprach? Der Jubel bei den Spielern aus Boston war nach dem Gewinn der World Series jedenfalls riesig.
Ob Red-Sox-Pitcher David Price dieses Bild im Sinn hatte, als er von „erwachsenen Männer, die sich wie Kinder benehmen“ sprach? Der Jubel bei den Spielern aus Boston war nach dem Gewinn der World Series jedenfalls riesig. FOTO: AP / Mark J. Terrill
Los Angeles. Die Boston Red Sox haben zum neunten Mal in ihrer Geschichte den amerikanischen Baseball-Meistertitel gewonnen. Die Finalserie gegen die Los Angeles Dodgers gewannen sie bereits nach fünf Spielen — und krönten damit eine Saison der Rekorde.

In der Sekunde des Triumphes gab es für die Boston Red Sox kein Halten mehr. Die Baseball-Profis aus dem Bundesstaat Massachusetts sprangen ausgelassen im Kreis und feierten den Titel in der nordamerikanischen Baseball-Liga MLB. Die Red Sox gewannen am Sonntag (Ortszeit) das fünfte Spiel der diesjährigen Finalserie bei den Los Angeles Dodgers deutlich mit 5:1 und krönten damit die beste Saison ihrer Vereinshistorie. In der Best-of-Seven-Serie triumphierte Boston am Ende mit 4:1 nach Spielen.

„Zu sehen, wie all diese erwachsenen Männer dort drüben sich wie Kinder benehmen, genau darum geht es“, sagte Red-Sox-Pitcher David Price, der einer der Matchwinner in Spiel fünf war. „Das ist der Grund, warum ich nach Boston gewechselt bin.“

Das Team von Manager-Neuling Alex Cora war mit 108 Siegen schon während der regulären Saison das absolute Maß aller Dinge in der Major League Baseball. Noch nie zuvor konnten die Red Sox in ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte mehr reguläre Saisonspiele gewinnen als in diesem Jahr.



In den Playoffs warteten dann der Erzrivale New York Yankees, der Titelverteidiger Houston Astros und der Vorjahresfinalist Los Angeles Dodgers auf die Mannschaft. Am Ende verloren die Red Sox lediglich drei Spiele auf dem Weg zum Titelgewinn. „Dies ist das beste Team in der Geschichte der Boston Red Sox“, verkündete der Teambesitzer John Henry während der Siegesfeier. „Ein Sieg für die Ewigkeit“, titelte indes die Zeitung „Boston Globe“ stolz unter einer Reihe von neun Meistertrophäen.

Mit zwei Homeruns im fünften Spiel zeigte Bostons Steve Pearce zum wiederholten Mal eine starke Leistung in der Finalserie. Insgesamt verbuchte der 35-Jährige unter anderem drei Homeruns gegen die Dodgers und wurde auch deshalb zum wertvollsten Spieler (MVP) der World Series gekürt. „Es ist das beste Gefühl meines Lebens“, sagte Pearce im Anschluss.

Für Boston ist es der erste Titelgewinn seit 2013 und der neunte der Geschichte. Die Dodgers warten hingegen weiter seit 1988 auf den großen Wurf. „Es tut weh, wenn du es bis ins Finale schaffst und dann nur Zweiter wirst“, sagte Dodgers-Pitcher Clayton Kershaw.

Im vergangenen Jahr verlor Los Angeles die Finalserie in sieben Spielen gegen die Houston Astros. Wie schon 2017 mussten die Dodgers nun wieder mitansehen, wie ein anderes Team in ihrem Stadion die Meisterschaft feiert. Die „Los Angeles Times“ befand: „Der Abend fühlte sich wie eine schreckliche Erinnerung an Spiel sieben der vorigen World Series an.“