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100 Mitarbeiter werden entlassen
Kohl schließt zehn Filialen im Saarland

  Neun saarländische Filialen von Kohl Brot werden übernommen, für zehn ist jetzt dagegen Schluss.
Neun saarländische Filialen von Kohl Brot werden übernommen, für zehn ist jetzt dagegen Schluss. FOTO: dpa / Marcel Kusch
baumholder/Saarbrücken. Die St. Wendeler Bäckerei Gillen übernimmt sechs Standorte und 25 Mitarbeiter. Von tau

Die Bäckerei Kohl Brot hat von ihren 19 saarländischen Filialen zehn geschlossen. Das im rheinland-pfälzischen Baumholder angesiedelte Unternehmen muss nach eigenen Angaben 100 Mitarbeiter entlassen. 100 Mitarbeiter werden übernommen. Geschlossen sind ab sofort je drei Bäckereien in Saarbrücken und Neunkirchen, zwei in St. Wendel sowie je eine in Freisen und Lisdorf. Insgesamt schließen zwölf von 30 Filialen: Zu den zehn Saar-Standorten kommen noch zwei in Rheinland-Pfalz (Baumholder und Kusel).

Die Bäckerei Gillen aus St. Wendel hat von Kohl Brot am Montag fünf saarländische Filialen und einen rheinland-pfälzischen Standort übernommen, und zwar im Zentrum von St. Wendel (nahe der Mott) sowie in den Rewe-Märkten in Burbach, Otzenhausen, Dillingen, Kleinblittersdorf und Kaiserslautern. Zudem übernimmt Gillen nach eigenen Angaben 25 Mitarbeiter von Kohl Brot.

Erhalten bleiben im Saarland auch die Standorte Bauhaus Saarbrücken, Bauhaus Ensdorf, Bauhaus Dillingen und Netto Wiebelskirchen. Auch diese vier Filialen wurden am Montag von regionalen Brotbackunternehmen übernommen, lässt Kohl Brot wissen. Das gilt auch für die rheinland-pfälzischen Filialen.



Für die Backstube, die Produktionsstätte von Kohl Brot am Hauptsitz in Baumholder, habe sich bislang kein Käufer gefunden, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. In den verkauften Filialen würden alle Mitarbeiter übernommen. Teilweise gingen auch aus zu schließenden Filialen Mitarbeiter über.

Das Familienunternehmen verschwindet damit vom Markt. Das Amtsgericht Idar-Oberstein eröffnete am Montag die Insolvenz in Eigenverwaltung. Zu den Gründen für das Aus sagt Geschäftsführer Steffen Kohl: „In unserer Region Obere Nahe, Pfalz und Saarland konkurrieren wir mit vielen Discountern und die Kaufkraft ist vielerorts gering. Deshalb ist es schwer, qualitativ hochwertige Produkte auskömmlich zu kalkulieren. Die Preis- und Qualitätsunterschiede zwischen billiger Discount-Ware und handwerklich hergestellten Backwaren mit geringem Maschineneinsatz sind enorm.“