| 20:39 Uhr

Stadtführungen
Auch der zweite Blick lohnt sich

Homburg. Beim Rundgang durch die historische Homburger Altstadt sollen die Gäste ganz nebenbei auch allerhand Wissenswertes und Amüsantes über Sitten, Bräuche und Aberglauben aus längst vergangener Zeit erfahren. Von Thorsten Wolf

Dass Homburg als drittgrößte Stadt im Saarland, gleichzeitig auch zweitgrößter Wirtschaftsstandort, an Geschichte einiges zu bieten hat – das als Neuigkeit zu verkaufen würde bedeuten, die berühmten Eulen nach Athen zu tragen.

Das Erbe von Schloss Karlsberg, die Hohenburg, Siebenpfeiffer und Wirth als Initiatoren des Hambacher Festes 1832, Herzog Karl II. August, all das sind Orte und Personen, die der Geschichte der Stadt Tiefe geben. Nun ist es aber eine Sache, die Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust zu erkunden. Eine andere ist es sich mit viel Wissen von einer Stadtführerin oder einem Stadtführer in die Geschichte Homburg mitnehmen zu lassen.

Denn: Vieles an Wissenswertem erschließt sich eben nicht auf den ersten Blick. Und wer dann nicht weiß, wo er mit dem zweiten hinschauen soll, dem bleibt schlicht vieles verborgen. Nicht zuletzt deswegen hat Homburg eine ganze Reihe von Stadtführungangeboten. Die drehen sich dabei bei weitem nicht nur im die Kernstadt selbst, auch in den Ortsteilen ist man gut geführt. An diesem Sonntag, um mal ein Beispiel aus dem umfangreichen Angebot an Führungen durch Homburg heraus zu greifen, geht es mit „Magd Greta und die schwarz` Katz`“ allerdings um das Herz der Stadt. Stadtführerin Petra Stark bietet dann ab 17 Uhr eine Erlebnisstadtführung der besonderen Art und will „in die Welt von damals entführen“.



Beim Rundgang durch die historische Homburger Altstadt sollen die Gäste ganz nebenbei auch allerhand Wissenswertes und Amüsantes über Sitten, Bräuche und Aberglauben aus längst vergangener Zeit erfahren, denn: Manch ein historisches Gemäuer verbirgt noch bis heute so einiges an spannenden und schaurigen Geheimnissen. Rund eineinhalb bis zwei Stunden dauert diese besondere Stadtführung, Treffpunkt ist der historische Marktplatz. Und da nix was Wert ist, was nix kostet, werden für Erwachsene 5 Euro pro Person fällig, für Kinder 2 Euro. Mit solchen und anderen Angeboten haben Susanne Niklas, die zuständige Abteilungsleiterin für Kultur- und Tourismus der Homburger Stadtverwaltung, und die engagierten Homburger Stadtführer in den zurückliegenden Monaten dieses wichtige touristische Segment in und für die Stadt ordentlich in Schwung gebracht.

„Es läuft richtig gut an“, bewertete Niklas am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung die Resonanz auf diese Offerten. Zwar gebe es, gerade an Sonntagen, selten auch mal Führungen, die aufgrund fehlender Gäste ausfallen müssten. Doch hätten sich gerade Angebote wie „Magd Greta und die schwarz` Katz`“ als echte Renner entwickelt. Im Schnitt würden fünf bis 20 Teilenehmer an den unterschiedlichen Stadtführungsangeboten teilnehmen. Während so das Angebot für 2018 läuft, wird im Hintergrund weiter gefeilt. So gebe es weiterhin Treffen der Stadt mit den Stadtführern, um neue Angebote auszuloten. Als Beispiel nannte Niklas am Freitag da Jägersburg und auch das Thema „Jüdisches Leben in Homburg“.

Was Niklas besonders betont: Die Stadtführer selbst würden die Ideen zu den Angeboten entwickeln, „wir lassen da freie Hand“. Und diese Ideen haben zu einem vielfältigen Angebot geführt: „Das versunkene Schloss Karlsberg – Eine Wanderung durch die barocke Geschichte Homburgs“ ist ebenso Teil des Portfolios wie „Vorhang auf für Adel, Glanz und Revolution“ - dann erzählt „Kammerzofe Henrietta“, dargestellt von Stadtführerin Monika Link, als echte „Zeitzeugin“ bei einer Führung über den Karlsberg von spannenden und aufregenden Ereignissen zu Zeiten des Herzogs Karl II. August erzählen Die einzelnen Stationen werden mit Musik und Geräuschen akustisch untermalt „und bei genauem Hinhören ist es sogar möglich, die Schritte des Herzogs wahrzunehmen“. Solche phantasievollen und interessant ausgestalteten Stadtführungen - so auch zur Kriminalgeschichte der Stadt, zur Geschichte der Demokratie in Homburg oder auf dem Bliesgau-Ölweg - machen das Angebot zudem nicht nur für Besucher der Stadt interessant, sondern auch für die, die hier leben. Neben den für das Jahr schon festgeschriebenen Angeboten gibt es noch weitere Möglichkeiten, tief in die Geschichte Homburgs einzutauchen. So haben Besucher der Homburger Filmnächte am 10. und 11. August jeweils vor Beginn der Vorführung die Möglichkeit, um 19 Uhr an einer Führung durch die Ruine der Hohenburg teilzunehmen, Treffpunkt ist der Eingang zu den Filmnächten.