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Mainz/Saarbrücken
Arbeitslosigkeit saisonbedingt gestiegen

Mainz/Saarbrücken. Seit Februar ist die Arbeitslosenzahl in Rheinland-Pfalz nicht gestiegen, im Juli hat sie erstmals wieder zugenommen. Dies sei zum Teil saisonbedingt, heißt es von der Bundesagentur für Arbeit.

Erstmals seit Februar ist die Zahl der Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz wieder gestiegen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am gestrigen Dienstag mitteilte, waren im Juli rund 101 600 Menschen in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet – das waren 3800 mehr als vier Wochen vorher. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei saisonbedingt, teilten die Experten mit. Im Vergleich zum Juli 2017 fiel die Zahl der Arbeitslosen um rund 6300. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,4 Prozent im Juni leicht auf 4,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sei noch bei 4,9 Prozent.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist nach Einschätzung der Regionaldirektion nicht überraschend für einen Juli. „Einige junge Menschen haben sich nach dem Ende ihrer Berufsausbildung arbeitslos gemeldet“, erklärte Leiterin Heidrun Schulz. Sie zeigte sich sehr optimistisch, dass die ausgebildeten Fachkräfte nach dem Ende der Sommerpause beste Chancen hätten, eine passende Arbeitsstelle zu finden.

Derzeit sind 6000 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, dem stehen 9200 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Die besten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern, bestanden für Kaufmänner und Kauffrauen im Einzelhandel. Dort gab es 640 offene Stellen. Auch Verkäufer (630 unbesetzte Stellen), Handelsfachwirte (390), oder Bäckereifachverkäufer (320) wurden im Juli oft vergeblich gesucht.



Die Regionaldirektion bezeichnete die Entwicklung am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt als anhaltend günstig. Davon profitieren immer mehr auch Menschen, die bereits längere Zeit keinen Job mehr hatten. Die Langzeitarbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz sei gesunken: Aktuell waren im Juli 30 460 Menschen langzeitarbeitslos, 3490 weniger als ein Jahr zuvor.

Auch im Saarland ist im Juli die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Laut Bundesagentur waren rund 33 000 Menschen arbeitslos, rund 1100 mehr als vier Wochen zuvor. Auch hier sei der Anstieg saisonbeding. Die Arbeitslosenquote kletterte von 6,0 Prozent im Juni leicht auf 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Juli 2017 sank die Zahl der Arbeitslosen im Saarland um rund 2000. Die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr noch bei 6,7 Prozent.

Derzeit sind im Saarland 1300 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, dem stehen 2400 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber – die meisten für Kaufleute im Einzelhandel.

Auch im Saarland ist die Langzeitarbeitslosigkeit gesunken: Aktuell waren im Juli 11 200 Menschen langzeitarbeitslos, 1100 weniger als zwölf Monate zuvor. Vor allem sprachliche Defizite, fehlende oder geringe Qualifikation, Krankheit, hohes Alter oder die Betreuung eines Kindes unter drei Jahren stünden der Aufnahme von Arbeit entgegen, berichtet die Bundesagentur.

Auch deutschlandweit hat im Juli die Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt. Trotzdem bleibt die Arbeitslosigkeit weiter auf Rekordtief. Mit 2,325 Millionen Jobsuchern verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) die niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren. Im angelaufenen Monat gab es zwar 49 000 Arbeitslose mehr als im Juni, aber 193 000 weniger als noch vor einem Jahr, wie die Bundesbehörde gestern in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 5,1 Prozent.

Dass die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli zunehme, sei saisonal üblich, kommentierte auch BA-Chef Detlef Scheele die Zahlen. „Zum einen machen einige Betriebe Sommerpause, neue Mitarbeiter stellen sie erst nach den Ferien ein. Zum andern steigt die Arbeitslosigkeit von Jüngeren in diesem Monat an.“

Der Grund: Nicht alle Azubis würden übernommen oder anderweitig sofort eine Stelle finden. Und auch Studierende stiegen nach dem Abschluss nicht immer nahtlos ins Erwerbsleben ein. Ohne jahreszeitliche Einflüsse ist die Zahl der offiziell registrierten Jobsucher im Juli in Deutschland um 6000 gesunken.