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Elektromobilität
Altmaier will Batteriefabrik mit einer Milliarde fördern

Bundes­wirtschafts­minister 
Peter Altmaier. 
Foto: Kay Nietfeld/dpa
Bundes­wirtschafts­minister Peter Altmaier. Foto: Kay Nietfeld/dpa FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Berlin/Saarbrücken. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger wirbt für das Saarland als Standort für die Produktion von Batteriezellen. dpa/SZ

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht große Fortschritte bei der geplanten Produktion von Batteriezellen für E-Autos in Deutschland und plant einen milliardenschweren Anschub. Für die Förderung einer Batteriezellenfertigung werde die Bundesregierung bis 2021 aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen, sagte der CDU-Politiker gestern nach einem Treffen EU-Energiekommissar Maros Sefcovic.

Für den Aufbau einer Batteriezellen-Produktion ist das Engagement privater Unternehmen erforderlich. Es gebe ein wachsendes Interesse von Firmen, sagte Altmaier. Mehrere Konsortien seien dabei, sich zu bilden. Bis Jahresende solle es erste konkrete Ergebnisse geben.

Konkret geht es um drei Konsortien. Zwei dieser drei Bündnisse sind international aufgestellt. Bei dem bisher nationalen Konsortium gelten der Batteriekonzern Varta, der Chemiekonzern BASF sowie der Autobauer Ford als Kandidaten. Offen ist, ob sich Volkswagen  beteiligt.



Altmaier sagte, er rechne damit, dass es bis zum Ende des ersten Quartals 2019 konkrete Investitionsentscheidungen für eine Batteriezellfabrik gebe. Pro Konsortium gehe es um rund 1000 und 2000 Arbeitsplätze. Die Produktion von Zellen könnte dann 2021 aufgenommen werden. Dabei gehe es bereits um Lithium-Ionen-Batterien der aktuellen Generation.

Viele Bundesländer hätten bereits Interesse signalisiert, Standort einer solchen Fabrik zu werden, sagte der Minister. Er nannte Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, das Saarland sowie Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Als möglich gilt, dass im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung die Fabrik in ein jetziges Braunkohle-Revier wie der Lausitz kommt. Es werde aber nicht um einen, sondern mittel- und langfristig um mehrere Standorte gehen, sagte Altmaier. Geplant sei außerdem eine grenzüberschreitende Kooperation etwa mit Frankreich, Polen oder Österreich.

„Gerade wir im Saarland als drittgrößte Automobilzulieferer-Region in Deutschland haben großes Interesse, eine solche Testfabrik ins Saarland zu bekommen“, sagte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Das habe sie gegenüber Altmaier mehrfach deutlich gemacht. „Wir sind nicht nur als Autoland, sondern auch aufgrund unserer Lage im Herzen Europas als Standort geeignet“, sagte Rehlinger.

Derzeit kaufen VW, Daimler und BMW Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Die Bundesregierung und Gewerkschaften befürchten deshalb eine zu starke Abhängigkeit von externen Zulieferern und dringen seit längerem auf eine nationale oder zumindest europäische Lösung. Im Juli hatte der chinesische Hersteller CATL angekündigt, eine der größten Batteriezellfabriken für Elektroautos in Erfurt zu bauen. Altmaier sagte, Europa und Deutschland wollten um die Marktführerschaft bei Batteriezellen streiten. Ziel sei es, dass bis 2030 ein Anteil von bis zu 30 Prozent an der weltweiten Produktion aus Deutschland und Europa komme.