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AfD in Baden-Württemberg
Weidel kandidiert für Landesvorsitz

 Alice Weidel ist Fraktionsvorsitzende der rechtspopulistischen AfD im Bundestag.
Alice Weidel ist Fraktionsvorsitzende der rechtspopulistischen AfD im Bundestag. FOTO: dpa / Sina Schuldt
Stuttgart. Die AfD-Politikerin will in Baden-Württemberg gemeinsam mit Martin Hess antreten. dpa

Die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, kandidiert für den Landesvorsitz ihrer Partei in Baden-Württemberg. Sie wolle am kommenden Wochenende auf dem Landesparteitag in Böblingen gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Hess antreten, wie der Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth, am Samstag bestätigte.

Weidel werde in Böblingen kandidieren und freue sich, „dass auch Martin Hess bereit ist Verantwortung zu übernehmen um den Landesverband wieder handlungsfähig zu machen“, heißt es in einer Erklärung von Weidel. „Die Zeit der innerparteilichen Grabenkämpfe muss vorbei sein. Mit den Wahlen in Land und Bund steht unsere Partei vor großen Herausforderungen. Die können nur mit einem neuaufgestellten Vorstand gemeistert werden.“

Die AfD in dem Bundesland ist seit längerem zerstritten. Gegen zwei Landtagsabgeordnete – Wolfgang Gedeon und Stefan Räpple – laufen Parteiausschlussverfahren. Gedeon ist mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Der Landesvorstand wird derzeit geleitet von dem Landtagsabgeordneten Bernd Gögel und dem Bundestagsabgeordneten Dirk Spaniel.



Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warf der AfD derweil vor, die Demokratie zerstören zu wollen. Dabei nahm er Bezug auf die Wahl des thüringischen Regierungschefs Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen von CDU, FDP und AfD. „Ich fürchte, das Ansehen der demokratischen Parteien hat durch das Verhalten von CDU und FDP in Thüringen insgesamt Schaden genommen“, sagte der Grünen-Politiker. „Und das ist genau das, was die AfD anstrebt. Sie hat einen Plan, einen perfiden Plan, und verfolgt diesen durchaus strategisch und planvoll: die Zerrüttung des politischen Systems und eine Unterhöhlung der Demokratie.“

„Eine Partei, die die Wissenschaft bekämpft, die freie Presse und vieles andere mehr, ist eine echte Gefahr für die Demokratie“, sagte Kretschmann. Er kündigte einen offensiveren Kurs gegen den Rechtspopulismus an. „Wir merken: Mit der Empörung dämmen wir das nicht ein“, sagte er. „Jetzt muss man wirklich wieder argumentativ kämpfen, indem man deutlich macht, dass Nationalismus und völkisches Denken den Grundlagen einer modernen Republik widersprechen.“