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Meister-Jubliäum des FCK
Nostalgie pur – und ein wenig Wehmut

Kaiserslautern. Rund 11 000 Besucher kommen zum 20-jährigen Meister-Jubiläum des FCK und sehen 15 Tore.

Ein bisschen erinnerte beim 1. FC Kaiserslautern an diesem Wochenende alles an die vielleicht größte Sensation der deutschen Fußballgeschichte – nur eines war anders als damals: Gegen die „Deutschen Fußball Legenden“ musste sich der FCK mit 5:10 geschlagen geben. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Am Samstag kamen die gefeierten Helden vom deutschen Meistertitel 1998 um Trainer Otto Rehhagel wieder zusammen und erinnerten auf dem Betzenberg an die glorreichen Zeiten.

Vereinzelt ließen die Altstars um Ciriaco Sforza, Miroslav Kadlec, Harry Koch und Olaf Marschall noch frühere Qualitäten aufblitzen. Gegen die doch deutlich jüngere Auswahl der Ex-Nationalspieler war 20 Jahre nach dem Titelgewinn nichts zu holen. Im lockeren Match unter dem Motto „Heimkehr der Helden“ trafen David Odonkor (6., 47., 61., 90. Minute), Fredi Bobic (11., 19.), Alexander Zickler (23., 45., 63.) und Marko Rehmer (69.) für die Gäste. Pavel Kuka (18., 90.), Olaf Marschall (32.) und Marco Reich (35., 83.) waren für die Roten Teufel erfolgreich.

„Wir haben uns die Kräfte für die dritte Halbzeit aufgehoben“, meinte Thomas Riedl mit einem Schmunzeln und spielte auf die interne Feier am Abend an. Diese Halbzeit sei „bei solchen Spielen doch das Wichtigste“, sagte der Tscheche Kadlec.



„König Otto“, wie der inzwischen 80 Jahre alte Rehhagel in Kaiserslautern fast ausschließlich genannt wird, durfte sich über einen begeisterten Empfang von 10 934 Zuschauern freuen. „Mit all den Menschen, die ich damals hier getroffen habe, bin ich auch heute noch freundschaftlich verbunden. Es war schön, die ganze Mannschaft mal wieder zu sehen. Wir haben Fußballgeschichte geschrieben. Das wird nicht mehr wieder passieren“, sagte Rehhagel.

Bei den Protagonisten auf dem Feld weckte das Zusammenkommen jede Menge Erinnerungen. „Es ist 20 Jahre her, dass wir diese Geschichte auf die Beine gestellt haben. Das blüht dann jetzt wieder auf. Es ist Nostalgie pur. Du hast was geschafft, was bis heute keine Mannschaft mehr geschafft hat“, meinte Sforza. Doch seit dem Meistertitel ging es bergab – bis aktuell in Liga drei. Spurlos geht das auch an den Helden von damals nicht vorbei. „Da machst du dir schon Gedanken. Hier hat lange Zeit vieles nicht gestimmt“, sagte Sforza.