| 23:10 Uhr

1. FC Saarbrücken vor dem DFB-Pokal
Gierig auf neue Gänsehautmomente

 Gillian Jurcher (re.) läuft in dieser Szene im DFB-Pokal gegen Köln dem Auersmacher Jonas Hector davon. Jurcher war einer der Matchwinner.
Gillian Jurcher (re.) läuft in dieser Szene im DFB-Pokal gegen Köln dem Auersmacher Jonas Hector davon. Jurcher war einer der Matchwinner. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Regionalliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken empfängt im Achtelfinale des DFB-Pokals heute Abend den Karlsruher SC. Von Patric Cordier

„Wenn ich mir die Bilder vom Sieg über Köln anschaue, bekomme ich heute noch Gänsehaut. Genau das muss unsere Motivation sein – gegen Karlsruhe diese Momente wieder zu erleben“, sagt Daniel Batz, Torhüter des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, der an diesem Mittwoch um 20.45 Uhr (live auf Sky) im Achtelfinale um den DFB-Pokal Zweitligist Karlsruher SC herausfordert.

Für Saarbrückens neuen Trainer Lukas Kwasniok ist es das erste Pflichtspiel mit seinem neuen Verein. „Als der FCS weitergekommen ist, habe ich noch auf der Couch rumgegammelt“, sagt Kwasniok vor dem Wiedersehen mit dem Verein, in dem er selbst gespielt hat und wo seine Trainerkarriere begann: „Alte Liebe rostet nicht, aber es ist wirklich eine alte Liebe. Das wird mir alles einen Tick zu hoch gehängt.“

Von den Pokalhelden vom 3:2 über Erstligist 1. FC Köln sind zwei definitiv nicht dabei: José Pierre Vunguidica (Innenbandriss am Knie) und Topstürmer Sebastian Jacob (Aufbautraining). Mit anderen wie dem Innenverteidiger-Duo Christopher Schorsch und Boné Uaferro ist auch in der neuen Viererkette des FCS zu rechnen. „Ganz ehrlich, ich habe die Aufstellung noch nicht im Kopf“, sagte Kwasniok bei der Spieltags-Pressekonferenz. Man müsse gegen den zwei Klassen höheren Gegner „voller Überzeugung und voller Mut“ ins Spiel gehen, „denn nur wer anfangs mutig ist, kann am Ende der Glückliche sein.“



Auch unter Kwasniok werden nur elf Spieler beginnen können, wirklich glücklich dürften die anderen nicht sein. Doch das sieht der Fußball-Lehrer ganz anders. „Es ist die Aufgabe des Trainers, elf zu auszuwählen, die beginnen. Aber auch im Fußball gibt es das, was man im Basketball ,Crunchtime’ nennt. Dann werden Spieler eingewechselt, die das Spiel für die Mannschaft entscheiden. Es ist keine Strafe, nicht von Beginn an dabei zu sein. Es ist eine Belohnung für gute Arbeit, ab der 60. Minute entscheidend helfen zu können. Eine Mannschaft besteht nicht aus elf, sondern aus 18 und im Pokal aus 20 Spielern.“

Diesen Teamgeist lebt Kwasniok seiner Truppe seit seinem ersten Arbeitstag am 3. Januar vor – und scheint angekommen zu sein. „Er ist ein extrem motivierter Trainer, bringt seine Spielidee deutlich rüber und hat eine klare Ansprache“, beschreibt FCS-Kapitän Manuel Zeitz den Neuen an der Seitenlinie: „Natürlich wird es auch bei ihm Härtefälle geben, aber die gab es vorher auch. Jetzt hat aber wieder jeder eine reele Chance, und die Aufstellung ist nicht in Stein gemeißelt.“

Die Favoritenrolle schiebt man seitens des FCS den Gästen zu. „Die spielen 2. Liga, wir Regionalliga“, sagt Batz. Der Trainerwechsel beim KSC verändere die Aufgabe nicht wirklich, glaubt Kwasniok: „Die Mannschaft wird brennen, aber große Veränderungen der Ausrichtung erwarten wir nicht.“ Der Saarbrücker Trainer hat beim 0:2 des KSC gegen Holstein Kiel eine durchaus offensive Karlsruher Mannschaft gesehen. Um die zu schlagen, braucht es vor allem Mentalität. Und da ist Kwasniok von seinem Team begeistert: „Die Motivation ist enorm hoch. Gerade die erfahrenen Spieler, die man sonst oft mal anstacheln muss, gehen voran.“

Nach dem Rauswurf seines Stiefvaters Alois Schwartz ist FCS-Verteidiger Mario Müller noch mehr motiviert und setzt auf das Gesetz der Serie: „3:2 können wir ja. Das Ergebnis würde ich auch diesmal mitnehmen.“ Kapitän Zeitz sagt: „Ich wäre froh, wenn wir zur Pause 3:0 führen und 5:0 gewinnen. Aber ich erwarte ein ganz enges Spiel, in dem alles passieren kann.“ Vielleicht auch wieder Gänsehautmomente wie nach dem Spiel gegen Köln.

 Steven Zellner galt bisher als Abwehrchef. Wird er das auch in der neuen Viererkette des FCS sein?
Steven Zellner galt bisher als Abwehrchef. Wird er das auch in der neuen Viererkette des FCS sein? FOTO: Andreas Schlichter
 Topstürmer Sebastian Jacob fehlt weiterhin verletzungsbedingt.
Topstürmer Sebastian Jacob fehlt weiterhin verletzungsbedingt. FOTO: Andreas Schlichter