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02.09.2010 07:26

Kirrberg

Der warme Geldregen aus dem Konjunkturpaket macht so manches möglich, das die Stadt Homburg ansonsten nur schwer hätte finanzieren können. Neben den Investitionen in vier Grundschulen kommt ein Teil der insgesamt etwa fünf Millionen Euro auch dem Feuerwehrgerätehaus in Kirrberg zugute, das einen Anbau erhält. Die anderen Projekte liegen ebenfalls im Zeitplan, hieß es gestern bei einem Ortstermin in Kirrberg.

Von Merkur-Mitarbeiterin Ulrike Stumm

Kirrberg. Es wird wieder gebaut in Kirrberg – und zwar gleich gegenüber der Grundschule, die gerade erst zum Schulstart Mitte August eingeweiht worden war (wir berichteten). Diesmal allerdings wird am Feuerwehrgerätehaus gebaggert – und dies lockte gestern neben dem Architekten Professor Hans Rollmann sowie Vertretern von Kirrbergs Ortsrat und Feuerwehr auch den Bauamtsleiter für Hoch- und Tiefbau, Roland Lupp, und etwas später Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner in den Stadtteil.

Grund dafür war aber nur zum einen der Erweiterungsbau am Feuerwehrgerätehaus, der gerade am Entstehen ist und den Schöner in den großen Zusammenhang der Dorfplatzgestaltung stellte. 650 000 Euro soll dieser zweistöckige Anbau kosten, der wie hier oben wegen des Schwemmlands üblich auf 21 Meter langen, in die Erde gerammten Pfählen ruhen muss. Finanziert wird dies mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket, was für die Stadt den Vorteil hat, nur 25 Prozent der Kosten übernehmen zu müssen. Davon profitiert nicht nur Kirrberg, es nützt unter anderem auch den Grundschulen Einöd, Bruchhof, der Sonnenfeld- und der Langenäckerschule. 2,1 Millionen Euro von insgesamt fünf Millionen aus dem Konjunkturpaket werden hier verbaut – und auch um diese Projekte ging es gestern. Einiges ist bereits fertig, etwa der Pavillon in Einöd.

Anderes liegt in den letzten Zügen, wie etwa die Anbindung an die Schule, bei anderen geht es demnächst los. Das muss auch so sein, denn das Konjunkturpaket greift nur dann, wenn bis zum Jahresende begonnen wird. Auch der Schlusspunkt ist festgeschrieben. Bis Juli 2011 muss alles abgerechnet sein, hieß es. „Im Moment läuft es nach Plan, es passt alles“, unterstrichen Lupp und Schöner.

Ein weiterer großer Batzen fließt in die Erneuerung und energetische Sanierung der Halle des Baubetriebshofes. Zwei Millionen Euro soll dies kosten. Die Ausschreibung laufe, so Lupp. Ebenfalls bedacht wird das Feuerwehrgerätehaus in Jägersburg, wo Tore und Fenster saniert werden sollen. Das ursprünglich ins Paket gepackte Feuerwehrgerätehaus in Einöd wurde herausgenommen. Saniert werden soll es dennoch, allerdings ohne Geld aus dem Konjunkturpaket.

Da ist man in Kirrberg schon weiter. Die Feuerwehr brauche auch deswegen mehr Platz, da sich die Struktur verändert habe, betonten Stefan Eckert und Manuel Diehl, die beide Ortsrat und Feuerwehr vertraten.

Rund 800 Einsätze verzeichne Homburgs Wehr pro Jahr, über 100 davon wurden 2009 von Kirrberg gefahren, ergänzte OB Schöner. Das liege daran, dass von dem Ortsteil auch das Uniklinikum und Teile Homburgs bedient würden. Zudem seien die Anforderungen an den Atemschutz gestiegen. Und so werden auf den insgesamt 160 zusätzlichen Quadratmetern ein Lebensmittelraum, Werkstatt/Magazin, Küche und Funkraum untergebracht. Auch Toiletten wird es geben. Und die werden so angelegt und abgegrenzt, dass sie dann auch öffentlich genutzt werden können, wenn auf dem angrenzenden Platz einmal gefeiert wird. Bis dahin ist es noch ein längerer Weg. Der Anbau selbst soll schon in wenigen Monaten fertig sein: Anvisiert ist die zweite Januarwoche.

Meinung

Willkommene Finanzspritze

Von Merkur-Mitarbeiterin
Ulrike Stumm

Es gab Zeiten, da konnten Schulen, Feuerwehr und die dafür Verantwortlichen nur davon träumen, was jetzt passiert. Trotz extrem knapper Kassen wird derzeit dank des Geldes aus dem Konjunkturpaket an vielen Stellen saniert und gebaut. Das war auch bitter nötig, denn die Gebäude waren derart in die Jahre gekommen, dass das Lernen und Arbeiten hier nicht wirklich mehr Spaß gemacht hat. Geschenkt bekommt die Stadt zwar einen großen Teil, zahlen muss sie aber trotzdem – nämlich 25 Prozent. Auch das tut weh, wenn ohnehin schon Schulden drücken. Ohne den warmen Geldregen wären ihr die Hände jedoch ganz gebunden. Und das wäre für alle mindestens genauso bitter.


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