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12.03.2010 00:10

Labaddia: "Ein heißer Tanz"

Der HSV mit einem bärenstarken van Nistelrooy schlägt Anderlecht deutlich mit 3:1, Wolfsburg und Kasan trennen sich 1:1. Werder Bremen rettet sich mit einem 1:1 gegen den FC Valencia über die Zeit.

Von Franko Koitzsch, Carsten Lappe und Michael Rossmann (dpa)

Hamburg. Ruud van Nistelrooy hat dem Hamburger SVmit seinem ersten Tor vor heimischer Kulisse zu einer guten Ausgangslage in der Europa League verholfen. Die Hanseaten setzten sich am Donnerstag im Achtelfinale-Hinspiel gegen den RSCAnderlecht mit 3:1 (2:1) durch. Joris Mathijsen (23. Minute), van Nistelrooy (40.) und David Jarolim (76.) trafen für den HSV, der ärgerliche Gegentreffer ging auf das Konto von Jonathan Legear (45.). Im Rückspiel in einer Woche beim Tabellenführer der belgischen Jupiler League kann sich der HSV damit auch eine Niederlage mit einem Tor Differenz leisten, um weiter vom Finale am 12. Mai im eigenen Stadion träumen zu dürfen.

"Ich denke, dass wir mehr als verdient gewonnen haben", sagte Hamburgs Trainer Bruno Labbadia, warnte aber gleichzeitig vor dem zweiten Duell in Belgien: "Das wird noch ein heißer Tanz." Torschütze Mathijsen ärgerte der Gegentreffer: "Schade wegen des Gegentores, da ist man dann ein bisschen enttäuscht." Van Nistelrooy kommentierte sein sehenswertes Tor:"Da muss man auch ein bisschen Glück haben."

Van Nistelrooy hätte sich für eine engagierte Leistung zum zweiten Mal selbst belohnt: Der Niederländer ackerte ungemein, holte sich viele Bälle aus dem Mittelfeld und überzeugte bei seinem gestrigen Startelf-Debüt mit einem deutlich hohen Laufpensum.

Van Nistelrooys Kampfgeist steckte in der Schlussphase das gesamte Team an, das von Kapitän Jarolim belohnt wurde, der per Volleyschuss von der Strafraumgrenze das 3:1 erzielte. In den Schlussminuten mussten die Hausherren zwar noch einige wütende Angriffe der Gäste überstehen, retteten das Ergebnis schließlich aber über die Zeit.

In den Tiefen von Tatarstan stieß indessen Zvjezdan Misimovic für den VfL Wolfsburg das Tor zum Viertelfinale der Europa League weit auf. Durch den Treffer seines bosnischen Regisseurs in der 67. Minute erkämpfte der ersatzgeschwächte deutsche Fußball-Meister ein 1:1 (0:1) bei Rubin Kasan und verschaffte sich damit eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel am 18. März in der heimischen VW-Arena. Christian Noboa (29.) hatte den russischen Champion in Führung gebracht.

"Das 1:1 ist verdient. Wir waren am Ende dem 2:1 näher als Rubin Kasan. Die Russen hatten anfangs die bessere Einstellung zum Platz und zur Kälte. Ich hätte mir gewünscht, dass wir da besser dagegen gehalten hätten. In der zweiten Halbzeit haben wir in den Zweikämpfen besser ausgesehen", sagte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner (Foto: dpa).

Der VfL trotzte den Personalproblemen wie den Minustemperaturen, doch auf dem Acker des Zentralstadion fanden die Rubin-Spieler lange Zeit den besseren Halt. In einem temperamentvollen Spiel bei äußerst schwierigen Platzverhältnissen gelang es dem Bundesliga-Zehnten nur selten, sein technisch gekonntes Spiel aufzuziehen. Dafür hielt das Köstner-Team kämpferisch voll dagegen und wurde für seine Moral mit dem Ausgleichstreffer von Misimovic belohnt.

Den Spekulationen um einen Wechsel des 27-Jährigen zum Magath-Club Schalke 04 hatte Dieter Hoeneß vor dem Spiel eine klare Absage erteilt. "Für uns ist das keine Geschichte. Misimovic hat einen Vertrag bis 2013 bei uns. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", machte der Wolfsburger Manager klar. Der Bosnier hatte mit entsprechenden Aussagen in der "Bild"-Zeitung für Unruhe im VfL-Lager gesorgt.

Dank eines rätselhaften Elfmeters hat sich der dritte Kandidat des Abends, Werder Bremen, ebenfalls eine günstige Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale verschafft. Nach dem von Torsten Frings verwandelten Strafstoß (24. Minute) erreichten die Hanseaten ein 1:1 (1:0) beim FC Valencia und damit ein gutes Resultat vor dem Rückspiel am 18. März. Nach einer Roten Karte gegen Ever Banega gelang den Spaniern in Unterzahl durch Juan Manuel Mata (57.) aber noch der verdiente Ausgleich gegen die Elf von Thomas Schaaf (Foto: dpa).

Nicht die favorisierten Spanier, sondern der Bundesliga-Sechste bestimmte eine Halbzeit lang Zeit das Tempo. Die Bremer traten selbstbewusst und spielfreudig auf und überraschten damit auch ihren Gegner. Doch unter dem zunehmenden Druck verlor die Abwehr nach der Pause mehr und mehr die Ordnung. Das Offensiv-Spektakel setzte sich jedoch auch im zweiten Durchgang fort. Nach Chancen von Pizarro (49.) und Pablo Hernandez (50.) überschlugen sich die Ereignisse. Banega musste wegen einer angeblichen Tätlichkeit gegen Marin vom Platz, dann gelang Mata nach einer der wenigen Unsicherheiten in der Bremer Hintermannschaft das 1:1. Trotz Überzahl gelang es den Bremern in der Schlussphase kaum noch, sich vom Druck zu befreien und für Entlastung zu sorgen.


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