Sie sind hier: HomeSport regional

Zwei erste Male für LAZ-Stabhochspringer



Zweibrücken
Zwei erste Male für LAZ-Stabhochspringer
Von Svenja Hofer, 17.02.2017 02:00
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Für Raphael Holzdeppe geht es um die EM-Norm. Foto: dpa

Foto: dpa
Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen für die beiden Starter des LAZ Zweibrücken bei der Hallen-DM der Leichtathleten nicht sein. Raphael Holzdeppe will seinen ersten Titel, Nicolas Dietz darf sich erstmals überhaupt mit den Aktiven messen.

Kein Wettkampf wie jeder andere steht für Nicolas Dietz vor der Tür. Erstmals darf der 20-jährige Stabhochspringer des Leichtathletikzentrums (LAZ) Zweibrückens an diesem Sonntag in Leipzig bei der deutschen Meisterschaft der Aktiven mitmischen.

Für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert hatte sich der Bottenbacher mit seinem Flug über die 5,30 Meter zu Gold bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Januar in Ludwigshafen. Dort hatte er bewiesen, dass sein Siegsprung über 5,20 Meter und die Steigerung seiner persönlichen Bestmarke um gleich 20 Zentimeter zum Jahresbeginn bei den Pfalzmeisterschaften zuvor kein Ausrutscher nach oben war. Nachdem Dietz im vergangenen Jahr verletzungsbedingt kaum Wettkämpfe bestritten hatte, kam diese plötzliche Leistungssteigerung nach dem Winter für seinen Trainer Alexander Gakstädter aber keinesfalls vollkommen überraschend. „Mir war absolut klar, dass er diese Höhen schaffen kann“, sagt er. Nur Nicolas Dietz selbst habe nach der Verletzung im Sommer nicht so genau gewusst, wo er steht. „Daher war er sicher verwundert, dass es gleich so hoch ging", sagt Gakstädter. „Umso mehr hat es mich aber auch gefreut, dass er das geschafft und sich selbst damit noch einmal gepusht hat.“

Nach der Wintervorbereitung fühle sich der Höhenflieger fitter denn je, er könne wieder aus 14 Schritten Anlauf springen, und durch die Trainingsumstellung auf härtere Stäbe zurückgreifen, erklärt Nicolas Dietz. „Früher habe ich mir selbst viel zu viel Druck gemacht. Jetzt will ich beim Springen einfach Spaß haben“, sagt der Student der TU Kaiserslautern. Auch die Technik stimme und das Gefühl für die Sprünge sei da. Das bestätigt auch sein Trainer, der daher auch zuversichtlich ist, dass sich der 20-Jährige im Sommer noch weiter steigern kann. Vielleicht ja auch sogar schon am Sonntag. „Nicolas hat schon einen Prozess durchlaufen, und er schafft es, mit mehr Lockerheit in den Wettkampf zu gehen“, erklärt Gakstädter. „Dennoch wird es mit der Nervosität am Sonntag sicher nicht so einfach“, sagt der LAZ-Athlet. Mit der Platzierung werde er sicher nicht viel reißen in dem Feld, dennoch sei es toll, im Messen mit den Großen Erfahrungen sammeln zu können.

Zu diesen Großen zählt auch Vereinskamerad Raphael Holzdeppe. Dessen Ambitionen in Leipzig sehen ganz anders aus als die von Nicolas Dietz. Der 26-Jährige sei voll konzentriert, denn er hat in Leipzig seinen „ersten deutschen Hallentitel fest im Visier“. Diesen hat der Vize-Weltmeister tatsächlich noch nie gewonnen.

Er fühle sich wieder fit, nachdem er Anfang Februar das Springen im französischen Clermont-Ferrand nach einem Sturz auf die Latte mit Rückenschmerzen abbrechen musste (wir berichteten). Schon beim Indoor-Istaf in Berlin griff er vergangene Woche aber wieder erfolgreich zum Stab, sicherte sich mit 5,70 Metern Rang drei (wir berichteten). Doch für Holzdeppe geht es am Sonntag nicht nur um die Goldmedaille, sondern auch um die Norm für die Hallen-Europameisterschaften (3. bis 5. März in Belgrad). Und diese liegt bei 5,78 Metern. Zwar schätzt der Zweibrücker, „dass die 5,73 Meter aus Cottbus schon reichen“ für einen der zwei Hallen-EM-Startplätze des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV). Denn wenn innerhalb von Europa weniger als zwölf Athleten die geforderte Norm springen, wird das Feld aufgefüllt. Bei der DM am Wochenende am ehesten noch in die Sphären der EM-Norm zu kommen, traut der LAZ-Stabhochspringer vor allem Florian Gaul (VfL Sindelfingen), der im vergangenen Jahr mit 5,77 Metern deutscher Jahresbester war, oder Malte Mohr (TV Wattenscheid 01) zu. Fehlen werden in Leipzig am Sonntag andere Kandidaten wie Karsten Dilla, der sich beim Meeting in Paris einen Muskelfasserriss zugezogen hatte und Vorjahressieger Tobias Scherbarth.

„Ich denke dennoch, dass wir auch dieses Jahr in der Halle wieder eine spannende deutsche Meisterschaft erleben werden“, blickt Raphael Holzdeppe voraus. Am liebsten natürlich mit seinem erstmaligen Sprung nach ganz oben aufs Podest.

Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



Das könnte Sie auch interessieren
Amsterdam

Zwischenstopp auf dem Weg nach Rio

Diskus-Star Robert Harting schuftet zu Hause für seinen Traum vom Olympia-Gold. Doch die deutschen Leichtathletik-Asse wollen auch ohne ihren großen Anführer die EM rocken. Mehr
Landau/Zweibrücken

Starker Auftakt trotz Fehlstarts

Schnell zufrieden gibt sich Sina Mayer nicht. Um jede Hundertstelsekunde wird hart gekämpft, im Training viel gearbeitet. Mehr
Zweibrücken

WM-Teilnahme wäre ein Traum

Christin Hussong wirkt locker. Auch das straffe Trainingsprogramm im Winter kann ihr die Laune nicht verderben. Die 20-Jährige hat dazu aber auch keinen Grund. Mehr







ANZEIGE
Beilagen





Anzeige