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Eishockey: Torfrau aus Zweibrücken ist Rückhalt im Hornets-Männerteam



Zweibrücken
Michelle Teucke zieht den Puck magisch an
Eishockey: Torfrau aus Zweibrücken ist Rückhalt im Hornets-Männerteam

Von Dieter Becker, 04.01.2017 02:00
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Rückhalt im Männerteam: Eishockey-Torfrau Michelle Teucke stellt sich beim EHC Zweibrücken jedem Puck in den Weg. Foto: Hans Pertsch Foto: Hans Pertsch
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Michelle Teucke

Die Begeisterung für den Eishockey-Sport hat Michelle Teucke in die Wiege gelegt bekommen. Schon als kleines Mädchen stand sie auf dem Eis – und behauptet sich bis heute beim EHC Zweibrücken gut in der Männerdomäne.

Michelle Teucke ist eine hübsche, zierliche junge Frau. Sie wiegt bei einer Körpergröße von 1,68 Metern weniger als 60 Kilo. Doch wenn die 18-Jährige ihre Sportbekleidung anzieht, plustert sie sich zu einem mächtigen quadratischen Paket auf. Michelle steht ihren Mann in der knallharten Männerdomäne Eishockey. Sie ist Torhüterin beim EHC Zweibrücken in der Regionalliga.

Wenn der Puck übers Eis flitzt oder fliegt, ist Michelle nicht nur die wichtigste, sondern auch die einzige Frau im Männer-Team. Während vorne die Jungs versuchen ein Tor zu schießen, hält Michelle hinten den Kasten dicht. Die schöne Torfrau zieht den Puck magisch an.

Seit ihrer frühen Kindheit ist Michelle, die in Pirmasens das Wirtschaftsgymnasium besucht und später einmal TV-Sportjournalistin werden möchte, von dem Eishockey-Virus infiziert. Michelle Teucke ist mit dem Sport aufgewachsen. Auch ihr Vater war in Zweibrücken ein bekannter Eishockeyspieler. „Michelle stand bereits mit drei, vier Jahren auf dem Eis“, erinnert sich Mutter Heike.

Bereits mit fünf Jahren spielte sie mit den Jungs auf dem Eis. Michelle Teucke wäre auch eine gute Eiskunst- oder Eisschnellläuferin geworden, doch ihre Leidenschaft ist Eishockey. Michelle – Sternzeichen Krebs – ist diszipliniert und ehrgeizig. Mit 16 Jahren stand sie im Tor bei den Mannheimer „Kurpfalzladies“ in der Damen-Bundesliga. Gefördert wurde sie von klein auf von ihren Eltern. Mama Heike, Michelles größter Fan, fuhr ihre Tochter regelmäßig nach Mannheim zum Training und reiste mit ihr auch zu sämtlichen Bundesligaspielen, unter anderem auch nach Berlin. „Da kamen im Jahr mehr als 40 000 Kilometer zusammen“, sagt Michelles Mama, die mächtig stolz ist, dass ihre Tochter in vier Spielen das Tor der deutschen U18-Nationalmannschaft gegen die Schweiz und Russland hütete.

Mittlerweile hat Michelle Teucke einen Führerschein und fährt selbst mit dem Auto zum Trainieren nach Mannheim: „Ich bin meinem Torwarttrainer Igor Gross sehr dankbar. Er hat immer an mich geglaubt und macht mich immer noch einen Tick besser“, erklärt die 18-Jährige, die eine Doppel-Lizenz besitzt. Sie darf daher sowohl für die Kurpfalzladies in der Bundesliga, als auch für das Männerteam vom EHC Zweibrücken das Tor hüten. In der Regionalliga-Mannschaft der Zweibrücker Hornets steht in der Regel Michelles Stiefbruder Steven Teucke (30) als Nummer eins im Tor. In der 1b-Mannschaft, die in der Landesliga aufläuft, ist Michelle die Nummer eins.

Bis auf eine Gehirnerschütterung und eine Kieferprellung ist Michelle Teucke bislang von Verletzungen, „Gott sei Dank“, verschont geblieben. „Die Schutzkleidung ist schon sehr hilfreich“, sagt die Gymnasiastin, die in der Vorbereitungszeit des vergangenen Jahres wegen einer Krankheit eine Auszeit nehmen musste. „Jetzt bin ich wieder zurück. In der Zeit, wo ich krank war, hat mir die Pirmasenser Heilpraktikerin Andrea Vester sehr geholfen. Von ihr bekam ich regelmäßig Infusionen mit Vitaminen und Mineralien“, berichtet Michelle Teucke voller Dankbarkeit.

Und wie ist das eigentlich nach dem Spiel mit dem Duschen unter lauter Männern? „Null problemo, völlig stressfrei“, sagt die Torhüterin, die bei den Männern auch eishockeytechnisch sehr viel dazu gelernt hat, mit einem Lachen. „Nach dem Training in Zweibrücken dusche ich in der Schiedsrichterkabine. Nach den Spielen duschen entweder zuerst die Männer und dann ich, oder eben umgekehrt“, erklärt Michelle Teucke.

Nach ihrer Winterpause steigt die erste Mannschaft der Zweibrücker Hornets bereits am Freitag, 6. Januar, in die Restrunde der Eishockey-Regionalliga ein. Für den Tabellenzweiten steht dann unter Neu-Trainer Tomas Vodicka die Auswärtspartie beim Schwenninger ERC auf dem Programm. An dem Doppelspieltag geht es dann am Sonntag bereits mit dem ersten Heimspiel des Jahres weiter. Dann ist kein geringerer als der amtierende Meister und Spitzenreiter EHC Eisbären Heilbronn in Zweibrücken zu Gast. Los geht's in der Ice-Arena wie gewohnt um 19 Uhr. Die 1b der Hornets startet mit zwei schweren Heimspielen in das Sportjahr. Am Sonntag, 15. Januar, 18.30 Uhr, geht es gegen den Tabellenzweiten EKU Mannheim, eine Woche später, am Samstag, 21. Januar, empfängt die Zweite des EHCZ dann den Spitzenreiter der Landesliga Baden-Württemberg ESG Esslingen. Zum Rundenauftakt mussten sich die Hornets dort 2:12 geschlagen geben.

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