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„Kein Spiel mit dem Feuer eingehen“



Zweibrücken
„Kein Spiel mit dem Feuer eingehen“
19.05.2017 02:00
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Nach dem Titel in der Eishockey-Regionalliga Südwest arbeitet der Hornets-Vorstand daran, das Team für die kommende Runde zusammenzustellen. Foto: Marco Wille/pmz Foto: Marco Wille/pmz
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Hansgeorg Hähn, sportlicher Leiter der Hornets.

Nach der Meisterschaft greift der EHC Zweibrücken auch im nächsten Jahr in der Regionalliga an, ein Aufstieg ist derzeit kein Thema.

Eine überragende Saison in der Eishockey-Regionalliga Südwest haben die Zweibrücker Hornets mit der Meisterschaft gekrönt. Ein Aufstieg in die Oberliga war für den EHC aber kein Thema und wird es auch im kommenden Jahr nicht sein, wie der sportliche Leiter Hansgeorg Hähn erklärt.

Herr Hähn, der EHC Zweibrücken hat in dieser Saison nach einer starken Finalserie den Titel feiern dürfen. Wie sieht Ihr Fazit der Runde aus?

Hansgeorg Hähn: Es war eine unglaubliche Runde. Das Drehbuch am Ende hätte nicht spannender sein können in der Playoff-Finalserie. Ausschlaggebend für den Erfolg war sicher, dass sich die Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison noch einmal stabilisiert hat. Mit dem breiteren Kader ist es gut gelaufen. Die Neuzugänge Tom Tracy und Felix Stokowski sind zusätzlich zu dem Team, das zusammengeblieben ist, Gold wert gewesen. Gerade Tracy hat das in den letzten vier Playoff-Spielen gezeigt. Entscheidend war auch die Disziplin auf dem Feld zum Ende der Saison.

Mit der Ehrung durch die Stadt Zweibrücken sind die ausgiebigen Feiern vergangene Woche zu Ende gegangen. Motivieren solche Würdigungen, für den eingeschlagenen Weg^, hart weiterzuarbeiten?

Hähn: Ja, ganz klar. Daher ging es auch gleich nach der Runde mit der Arbeit für die nächste weiter. Um die Euphorie mitzunehmen, haben wir gleich wieder begonnen. Neben den Gesprächen mit den Spielern sind auch die mit den Sponsoren sehr wichtig. Wir müssen sehen, dass wir die bestehenden halten und den Bereich womöglich noch ausbauen.

Sie sind schon lange bei den Hornets dabei, haben Höhen und Tiefen mitgemacht. Sind beim Gewinn der Meisterschaft auch Erinnerungen an die sportlich glorreichen Zweitliga-Zeiten zwischen 1993 und 1995 hochgekommen?

Hähn: Ja, auf jeden Fall. In den 90er Jahren sind wir allerdings zweimal als Zweiter aufgestiegen, Meister waren wir nicht. Daher ist das jetzt schon ein riesiger, wenn nicht der größte Erfolg des Vereins.

Verbunden mit diesen Hochzeiten im Zweibrücker Eishockey sind aber auch die darauffolgenden finanziellen Probleme. Diese Erfahrungen sind sicher mit ein Grund, warum der Oberliga-Aufstieg trotz des Titels kein Thema war?

Hähn: Sicher liegt der Hauptgrund im finanziellen Aspekt. Es ist wichtig, auf zwei gesunden Füßen zu stehen. Nach der Zweitligasaison 1994/95 waren wir finanziell nah am Ruin. So etwas wollen wir nicht wiederholen. Für uns in Zweibrücken ist die Oberliga daher nicht zu stemmen – nicht unter den derzeitigen Voraussetzungen. Wir befinden uns schon weit weg von den Eishockey-Ballungszentren wie Mannheim. Da sind wir schon ein Stück weit abgeschnitten. Allein für Fahrten in der Oberliga käme da einiges zusammen. Sicher ist für diese Klasse ein Etat von 500 000 bis 700 000 Euro nötig. Was sehr weit über dem heutigen Budget liegt. Zudem hätten wir statt 26 dann 50 Spiele. Heißt, nur Doppelspieltage in der vorhandenen 24 Wochen Eiszeit. Zudem wäre häufigeres Training nötig.

Rein hypothetisch: Was müsste passieren, um den Aufstieg doch eines Tages realisieren zu können?

Hähn: Derzeit ist das schwer vorstellbar. Das wäre ein Ritt auf der Rasierklinge. Finanziell gesehen, und auch vom Kader her. Denn auch sportlich ist der Sprung sehr groß. Bei dem Halbprofitum, das für uns nicht zu realisieren ist, müssten wir den Kader fast komplett umbauen. Von der Eishalle her würde es bei kleineren Umbaumaßnahmen wie Plexiglas grundsätzlich noch gehen. Die Eisfläche bekäme die Zulassung zur Oberliga. Dennoch wäre es mit der Infrastruktur auch schwierig. Mehr Zuschauer als jetzt würden auch nicht reingehen. Aus all diesen Gründen haben wir für die kommende Runde bereits erneut die Verzichtserklärung unterschrieben, im Falle der Meisterschaft nicht aufsteigen zu wollen. Der heutige Vorstand wird dieses Spiel mit dem Feuer nicht eingehen.

In der kommenden Saison geht es daher erneut in der Regionalliga Südwest aufs Eis. Am Kader wird ja bereits eifrig gebastelt.

Hähn: Ja, mit Maximilian Dörr, Marc Lingenfelser, Felix Stokowski und Tim Essig haben wir die Verträge schon verlängert. Frederic Hellmann, Tom Tracy und leider auch Ryan McDonald haben uns verlassen. Nicht nur spielerisch, auch menschlich wird er uns fehlen. Aber man darf ihm keinen Vorwuf machen, dass er es nach zwei starken Jahren bei uns noch einmal höher versuchen möchte. Daher müssen wir die Kontingentspieler-Positionen neu besetzten. Mit den derzeitigen Spielern aus der näheren Umgebung sind wir weiter in Gesprächen, die gut laufen.

Sie hatten bereits gleich nach dem Saisonende erwähnt, dass Sie gerne mit Tomas Vodicka als Trainer weiterarbeiten würden. Ist das mittlerweile fix?

Hähn: Ja, das ist klar. Tomas wird als Haupttrainer, Lukas Srnka weiter als dessen Assistent weitermachen. Das war auch unser Wunsch, um auf dieser Position wieder Konstanz reinzubekommen.

Welches Ziel würden Sie für die kommende Runde formulieren?

Hähn: Wir wollen definitiv die Playoffs erreichen. Dann entscheidet eh die Tagesform. Für dieses erste Ziel werden wir alles tun. Dann werden wir sehen, was drin ist.

Dieses Gespräch führte Svenja Hofer.

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