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„Das kam für mich völlig überraschend”



Jägersburg
„Das kam für mich völlig überraschend”
17.02.2017 02:00
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Bevor es für Thorsten Lahm (rechts) an die neue Aufgabe mit der ersten Mannschaft des FSV Jägersburg geht, will er zum Saisonende noch mit der Zweiten über die Meisterschaft in der Landesliga Ost jubeln. Foto: Markus Hagen Foto: Markus Hagen
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Marco Emichs Entscheidung, nach 15 Jahren als Trainer der FSV-Ersten aufzuhören, kam für die Verantwortlichen überraschend. Foto: Mischa

Foto: Mischa
Der Zweibrücker Thorsten Lahm übernimmt ab der neuen Saison das Traineramt des scheidenden Marco Emich beim FSV Jägersburg.

Als aktiver Fußballer hat Thorsten Lahm für den FC Homburg Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga bestritten, und auch als Trainer hat der heute 47-Jährige schon einige Erfolge gefeiert. Ab Sommer übernimmt der Zweibrücker nach dem überraschend angekündigten Rücktritt von Marco Emich, der nach 15 Jahren aufhört, das Traineramt beim derzeitigen Oberligateam des FSV Jägersburg. Mit deren zweiter Mannschaft ist er derzeit in der Landesliga auf Aufstiegskurs. Für den FSV war die vereinsinterne Lösung für die Nachfolge Emichs naheliegend.

Herr Lahm, Sie sind in der Region unter den Fußballern kein Unbekannter, Sie haben lange für den FC Homburg gespielt.

Thorsten Lahm: Naja, für die meisten meiner jetzigen Spieler bin ich ehrlich gesagt schon relativ unbekannt gewesen. Wir haben eine so junge Mannschaft. Als ich noch die Fußballschuhe für den FC Homburg schnürte, waren diese Jungs noch gar nicht auf der Welt und kennen die glorreichen Zeiten der Homburger gar nicht. Aber es stimmt schon, dass ich viele meiner schönsten Fußballerjahre in Homburg erlebt habe.

Als aktiver Spieler haben Sie sogar Bundesligaerfahrung gesammelt. Dazu kamen viele Spiele von der Oberliga bis zur 2. Bundesliga. Kann man von diesen Erfahrungen auch als Trainer profitieren?

Lahm: Man hat natürlich nach so vielen Jahren im Fußball einen großen Erfahrungsschatz und auch selbst viele Trainer erlebt. Und da man ja selbst jahrelang Spieler war, weiß man natürlich auch, wie die Jungs so ticken. Wenn man selbst etwas höherklassiger gespielt hat, verlangst du als Trainer oftmals genau das von deinen Spielern, was du selbst investiert hast. Da muss man sich auch manchmal etwas bremsen.

Derzeit sind Sie als Trainer der zweiten Jägersburger Mannschaft tätig, übernehmen nach dem Rücktritt von Marco Emich ab Sommer dann die derzeitige Oberliga-Truppe. Sie hatten zunächst einige Erfahrungen als Spielertrainer gesammelt, wo waren Sie schon überall tätig?

Lahm: Meiner erste Trainerstation war beim TuS Leimen. Dann kam mein Heimatverein TSC Zweibrücken auf mich zu. Gleich im ersten Jahr konnten wir die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga West feiern. Insgesamt habe ich beim TSC fünf tolle Jahre als Spielertrainer erlebt. Danach folgten drei schöne Jahre beim VfB Waldmohr, wo wir auch im ersten Jahr Meister wurden. Nach einem erneuten Engagement in Leimen mit zwei weiteren schwerwiegenden Verletzungen musste ich einsehen, dass die Zeiten als mitspielender Trainer wohl vorbei sind. Da kam das Angebot der Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern gerade recht. Sie suchten einen zweiten Trainer für ihre U15. Zusammen mit meinem Trainerkollegen und Ex-Profi Stefan Meissner errangen wir die Meisterschaft vor dem FSV Mainz 05, worauf wir schon ein bisschen stolz sind.

Die nächste Meisterschaft dürfte als Trainer für Sie schon am Ende dieser Saison anstehen. Derzeit sieht es für das Landesligateam des FSV doch recht gut aus?

Lahm: In der Tat spielen wir bisher eine tolle Saison und wir stehen sicher nicht nur zufällig recht souverän auf dem ersten Tabellenplatz. Aber ich warne: Bisher lief auch alles sehr gut für uns und wir blieben von größeren Verletzungssorgen verschont. Es stehen aber noch sehr hohe Auswärtshürden an und zudem geht es gegen Mannschaften, die jeden Punkt für den Klassenverbleib benötigen. Uns stehen noch 13 schwere Spiele bevor – das ist mir und meinem Co-Trainer und rechten Hand, Lars Knobloch, sehr wohl bewusst. Das versuchen wir unseren Spielern klar zu verdeutlichen – dann hoffe ich, dass sich unsere Jungs für ihre gute und harte Arbeit belohnen werden.

Im Sommer steht für Sie die Beförderung zum Erstmannschafts-Trainer an. Wie kam es dazu?

Lahm: Marco Emich hatte den Verein und auch mich über seinen Rücktritt zum Saisonende informiert. Das kam für mich und sicher auch für die Vereinsführung völlig überraschend, schließlich gehört Marco ja zum lebenden Inventar dieses Vereins. Da auch die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Marco und mir als Zweitmannschaftstrainer bisher hervorragend funktionierte und ich ja die Spieler der Ersten schon recht gut kenne, war es für den Verein wohl naheliegend, diese vereinsinterne Entscheidung zu treffen. In einem Gespräch zwischen Werner Finken, Spielleiter Matthias Germann und mir wurden wir uns auch relativ schnell einig. Schließlich kann auch ich bisher nur Gutes über den Verein berichten.

Sind Sie mit Blick auf die neue Aufgabe näher an der Ersten dran?

Lahm: Natürlich schaue ich mir Spiele und Training der Ersten nun noch etwas intensiver und bewusster als zuvor an. Schließlich stehen ja in den kommenden Tagen und Wochen auch Gespräche mit den Spielern bezüglich Vertragsverlängerung an. Alle anderen sportlichen Belange bleiben aber bis Saisonende natürlich Sache von Marco Emich. Und ich habe ja schließlich einen Job mit meiner Zweiten zu erledigen.

Wie sehen Sie die Chance, dass die Oberligamannschaft, die mit zwei Zählern Rückstand Drittletzter ist, den Klassenverbleib noch schafft?

Lahm: Der Klassenverbleib ist auf jeden Fall noch möglich – es sind ja auch nur gerade mal drei Punkte auf Tabellenplatz zehn. Aber uns muss bewusst sein, dass auch die anderen Clubs, die um den Klassenerhalt kämpfen, dies genauso sehen. Ich bin davon überzeugt, dass das Team das Potenzial hat, in der Oberliga zu spielen, das hat sie ja im vergangenen Jahr auch schon gezeigt. Man darf nur nicht den Fehler machen, zu oft mit dem Schicksal zu hadern, wenn man die vermeintlich bessere Mannschaft war, aber als Verlierer vom Platz geht, weil man seine Torchancen nicht optimal genutzt hat oder durch unnötige Fehler den Gegner zum Toreschießen eingeladen hat. So wie ich Marco kenne, wird er den Jungs aber alles vermitteln, was nötig ist, um die Runde erfolgreich abzuschließen.

Worauf liegt nun bis zum Saisonende Ihr Augenmerk beim FSV Jägersburg?

Lahm: Meine volle Aufmerksamkeit gilt unseren Jungs aus der zweiten Mannschaft. Wir haben uns eine so gute Ausgangsposition erarbeitet und erspielt, dass wir uns dafür auch mit der Meisterschaft belohnen möchten. Etwas anderes zu sagen, wäre jetzt ja auch unnötiges Understatement. Aber die Spieler müssen dafür weiter voll mitziehen. Was die Jungs aus der Ersten angeht, so werden wir in den nächsten Tagen Gespräche führen – die Spieler wollen ja auch wissen, wie es mit ihnen persönlich weitergeht und wie die Planungen aussehen. Unser Ziel ist es jedenfalls, den Kader größtenteils zusammenzuhalten – und das ligaunabhängig. Ich bin da auch recht zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.

Das Interview führte Markus Hagen.

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