02.09.2008 13:38
Hier dürfen die Kinder noch Kinder sein
Gudrun Walker
Zweibrücken. Was für ein Spielplatz! Lena (4) kann sich gar nicht entscheiden. Schaukeln und Klettergerüste aus Seilen, ein Karussell, eine große Rutsche, dies alles und mehr gibt es hier auf dem schier riesigen Spielplatz im Beckerswäldchen am Kolpingplatz. Von einem Holzturm in der Sandkiste baumelt an einem Flaschenzug ein kleiner Eimer im Sand. Hier können Baumeister Sand hochziehen und über eine spezielle Sandrutsche wieder herunter rieseln lassen. Herrlich!
Lena erobert als erstes die Rutsche. „Der Spielplatz ist einfach toll, hier waren wir schon öfter“, sagt Linda Jacobs (31), Mutter von Lena. Auch eine überdachte Sitzecke gibt es. Dort lässt sich Linda nieder und sagt: „Hier wird richtig viel geboten, auch für die Älteren.“ Denn es gibt auch noch ein Basketballspielfeld und eine Tischtennisplatte. Lena hat inzwischen geschaukelt, sich an den Klettergerüsten versucht und quietscht jetzt vor Vergnügen vom Karussell.
Zwei Eingänge hat dieser Platz, der zu den Straßen hin gut abgesichert ist. Einziges Manko aus Lindas Sicht: „Es gibt keinen Spielplatz im Schatten.“ Bäume und Pflanzen, Grünes gibt's indes auf und um den Platz genug. Und ein Schild direkt am Eingang: Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr. Vielleicht ist deswegen hier so wenig los. Schlechter Zeitpunkt, und Urlaubszeit. Als geübte Spielplatzgeherin erkennt Linda außerdem: „Gut ist, dass die Mülleimer ein bisschen abseits stehen. Im Sommer schwirren da oft Bienen, und das kann für die Kinder gefährlich werden. Das ist hier gut gelöst. Aber wirklich entspannen kann ich mich hier nicht“, sagt sie. Unübersichtlich sei der Platz. „Er bietet zwar wirklich jede Menge Abwechslung, aber von dieser Sitzecke aus kann ich zum Beispiel das Ende der Rutsche gar nicht sehen“. Also verlangt dieser Platz auch den Eltern ein bisschen Bewegung ab. Heißt, wer den Nachwuchs stets im Auge haben will, zieht einfach von Bank zu Bank. Und sieht dabei auch: Die Spielgeräte sind alle neu, der Platz ist pieksauber. Lena verlässt diesen großen Abenteuerspielplatz auch sichtlich schweren Herzens.
„Den haben wir ja gar nicht gesehen“, entfährt es ihr auf dem Weg zu Spielplatz Nummer zwei. Der ist in Wattweiler am Sportplatz und liegt, etwas versteckt, hinter Bäumen. Der Spielplatz grenzt direkt an den Sportplatz und liegt auch mitten im Wohngebiet. Folglich verkündet auch hier ein Schild: Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr. Lena stürmt jedenfalls sofort zum Sandkasten. „Und der hat sogar ein Sonnensegel“, sagt ihre Mama Linda und setzt sich, sichtlich begeistert, auf eine der Bänke an der Sandkiste. Die Sonne bricht durch die Wolken, der Wind rauscht in den Bäumen am Spielplatz, und Linda sagt: „Hier würde ich mich wohl fühlen.“ Überschaubar sei dieser Platz, da hat Mama ihr Kind stets im Blick. „Richtig kuschelig ist es hier“, sagt Linda. Und sauber sowieso. Die Spielgeräte sind krachneu, frischer Rindenmulch liegt unter Rutsche und Schaukel. „Das ist ein guter Fallschutz“, sagt Linda. Für ältere Kinder oder Jugendliche böte der Spielplatz zwar nichts, „aber er grenzt ja direkt an den Sportplatz, da können die Älteren gleich Bolzen gehen“.
Ach ja, und dann gibt es da auch noch ein kleines Karussell. Von dem ist Lena schier nicht mehr wegzukriegen. „Mir ist noch nicht schwindlig genug“, sagt sie. Aber Linda kennt einen Trick. „Komm, wir gehen ein Eis essen“, sagt sie. Und Lena fegt mit ihr davon.






