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Saarlandbrigade-General Zorn: Sparen viel "Regiepersonal" ein

27.10.2011 00:16
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Eberhard Zorn
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Eiko Zuckschwerdt
Saarlouis/Zweibrücken. An Umstrukturierungen ist Brigadegeneral Eberhard Zorn (Foto: ek) gewöhnt. Der Kommandeur der Saarlandbrigade mit ihren Standorten in Zweibrücken, Saarlouis, Merzig, und Lebach hat in seiner Dienstzeit seit 1978 schon fünf mitgemacht. Jetzt folgt die sechste. Und bei der wird das Personal der Niederauerbach-Kaserne von 1840 auf 1230 Mann reduziert
Saarlouis/Zweibrücken. An Umstrukturierungen ist Brigadegeneral Eberhard Zorn (Foto: ek) gewöhnt. Der Kommandeur der Saarlandbrigade mit ihren Standorten in Zweibrücken, Saarlouis, Merzig, und Lebach hat in seiner Dienstzeit seit 1978 schon fünf mitgemacht.

Jetzt folgt die sechste. Und bei der wird das Personal der Niederauerbach-Kaserne von 1840 auf 1230 Mann reduziert. Die Gefahr, dass sie durch die Verkleinerung künftig in Teilen leer steht, sieht Zorn allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Ausdünnung löse sogar ein Platzproblem. "Im Moment sind junge Kameraden, die sich für acht, zwölf oder 15 Jahre verpflichtet haben, mit sechs Mann in Schlafsälen untergebracht - wie früher die Wehrpflichtigen." Zudem seien die Möbel oft alt, es gebe keine Internetverbindung, Pendler hätten ihre Spinde auf dem Speicher. All dies könne nun abgestellt, die Unterbringung attraktiver werden. Durch die Einsparungen erhofft sich Zorn auch mehr Geld, um die Truppe künftig besser auszurüsten. Das Bundeswehrdienstleistungszentrum in der 22er Straße in Zweibrücken kommt an den Einsparungen wohl vorbei. Das Zentrum beliefert die Standorte in Zweibrücken und im Saarland. Da die neue Detailstruktur gestern noch nicht vorlag, konnte Zorn nicht sagen, ob es in ein anderes Gebäude umzieht, Personal abgebaut oder verschoben wird.

In Hinblick auf weitere Einsätze begrüßte Zorn, dass die Kampfstärke seiner Truppe durch die Umstrukturierung kaum geschmälert werde, sondern man künftig sogar mehr Leute in Einsätze schicken wolle. Nur noch halb so viele Leute, aber gleiche Kampfkraft - wie geht das? Zorn: "Wir sparen vor allem Regiepersonal ein." Eine überholte Struktur mit vielen Doppelbesetzungen ist der Grund. Jedes Bataillon habe beispielsweise einen Kommandeur, eigene Leute für Materialverwaltung oder Personalführung, die im Kampfeinsatz aber gar nicht gebraucht werden, erklärt Zorn. Da baue man am stärksten ab. Zorn fügt an: "Unsere Struktur ist kopflastig. Wir haben unter dieser Fehlkonstruktion gelitten. Deshalb war das Fallschirmjägerbataillon 263 zuletzt mehrfach im Afghanistan-Einsatz."

Der Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons 263, Oberstleutnant Eiko Zuckschwerdt (Foto: ek), hatte im Laufe des gestrigen Vormittags von den Umstrukturierungsplänen erfahren. Seine Truppe habe erleichtert auf die Nachricht reagiert, erklärte Zuckschwerdt gestern am Rande einer Pressekonferenz in der Saarlouiser Graf-Werder-Kaserne. Am 1. Oktober hatte er das Kommando von Oberstleutnant Andreas Steinhaus übernommen. Die Strukturreform sei "so ausgefallen, wie ich es mir erhofft hatte", stellt Zuckschwerdt klar, dass er mit Schlimmerem gerechnet hatte. "Für mich ist das ein guter Anfang in Zweibrücken", so sein positives Fazit der Vorhaben aus der Bundeshauptstadt. ek

bundeswehr.de

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