Auf der Mosel war das Eis gestern von der Mündung bis zur Staustufe in Enkirch zwischen 6 und 8 Zentimeter und in den Häfen sogar 10 bis 15 Zentimeter dick, teilte die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz mit. Die Schifffahrt wurde in diesem Abschnitt flussaufwärts gesperrt. Oberhalb von Enkirch war die Schifffahrt nach Angaben der Experten nicht behindert. Die Lahn war für Schiffe weiter gesperrt. Auf der Saar war die Schifffahrt im französischen Teil eingestellt. Auf dem Rhein konnten die Schiffe trotz Eis in Häfen ohne Behinderungen fahren.
Heute werden die Thermometer nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes höchstens auf -6 bis -2 Grad steigen, im Bergland auf -7 Grad. Hier und da kann es etwas schneien. In der Nacht zum Freitag wird es wieder etwas kälter: bis zu -13 Grad, in den Bergen bis -15 Grad.
Die rund 700 Mitglieder des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) in Rheinland-Pfalz, im Saarland, Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen haben laut Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke derzeit viel zu tun. Zwar sei der Preis durch die starke Nachfrage in letzter Zeit leicht gestiegen, dennoch handele es sich dabei nicht um ein "exorbitant hohes Preisniveau" wie etwa 2008. Viele Hauseigentümer brauchten sehr kurzfristig Öl. Nach einem "ausgesprochen mäßigen Januar" hätten die Temperaturen im Februar dazu geführt, dass sich die Auftragslage der Verbandsmitglieder in der vergangenen Woche "mindestens verdoppelt" habe.
"Ausnahmezustand". Mit diesem Wort beschreibt Gabi Köhler, Mitarbeiterin der Firma Heizöl Jörg in Mainz, den Wochenbeginn. "Es ist wahnsinnig, seit sieben Uhr morgens klingelte das Telefon ununterbrochen", sagt sie. "Die Leute haben leere Tanks und fünf Minuten später soll der Tanklaster schon im Hof stehen." Dabei habe der zunächst milde Winter eigentlich sehr ruhig begonnen. "Da kauften nur Kunden, die unbedingt neues Öl benötigten." Köhler vermutet, dass die meisten Kunden wohl abgewartet haben und auf niedrigere Preise spekulierten.
Auch Sigrid Dausend von der Firma Dietsch, Greinert und Vorwohl im saarländischen Perl an der Mosel berichtet davon, dass es zur Zeit "Anfragen hagelt". Auch hier hätten die Leute auf niedrigere Preise gehofft. Da die Heizungen bei den frostigen Temperaturen aber oft Tag und Nacht liefen, "sitzen viele Leute nun kalt, da die Tanks leer sind", sagt sie. Kunden, die nun erst bestellten, müssten aber teilweise bis Anfang nächster Woche warten.
Axel Saueressig von der Firma Heinrich Schwarz Mineralöle mit Standorten in Diez und Koblenz spricht von einer "gravierenden Änderung im Auftragseingang". Am 30. Januar habe sich die Auftragslage von einem auf den anderen Tag verdoppelt, sagt er. Nun reiße die Nachfrage nicht ab. Zwar gebe es bereits Versorgungsengpässe bei gewissen Anbietern, doch da die Firma Schwarz von mehreren Lagern versorgt werde, könne man noch ausweichen. Saueressig beziffert die Standardlieferzeit zur Zeit auf 8 bis 14 Tage.
Auch bei der Mineralöl-Vertriebs-GmbH Raab in Kaiserslautern sei in den kommenden Wochen jede Sekunde verplant, sagt Geschäftsführer Peter Fischer, der am Telefon hörbar gestresst klingt. Auch er berichtet von einer extrem steigenden Nachfrage: "Hier ist die Hölle los." Was für die einen ein Jahrhundertwinter sei, sei für Mineralölhändler ein Jahrhundertgeschäft.
Auf einen Blick
In Rheinland-Pfalz haben Eis und Schnee für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Zu mehreren Unfällen ist es am späten Dienstagabend auf der Autobahn 6 im Landkreis Kaiserslautern gekommen, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer eines 40 Tonnen schweren Sattelzugs verlor bei Enkenbach-Alsenborn die Kontrolle über seinen Lkw und drehte sich auf der glatten Fahrbahn. Verletzt wurde niemand. Der Laster war mit Sommerreifen unterwegs. Ebenfalls glimpflich verliefen den Angaben zufolge drei weitere Glätteunfälle, die auf der Autobahn 6 zu Behinderungen führten. dapd





























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