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Wodka und Wein gewaltsam eingeflößt: Mann stirbt

Zu Prozessbeginn in Trier haben zwei Männer zugegeben, ihr Opfer im Januar 2008 nach einem Streit in dessen Schlafzimmer eingesperrt und mit Alkohol abgefüllt zu haben. Weshalb der Mann zwei Monate später an Alkoholvergiftung starb.

Von dpa-Mitarbeiterin Birgit Reichert

Trier. Zwei Männer sollen einem 44-Jährigen gewaltsam Wodka und Wein eingeflößt haben, bis er mit 4,58 Promille zusammenbrach. Zwei Monate später starb der Mann an den Folgen der Alkoholvergiftung.

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge stehen seit gestern zwei 21 und 24 Jahre alte Männer vor dem Landgericht Trier. Zu Prozessbeginn gaben sie zu, ihr Opfer im Januar 2008 nach einem Streit bei einem Trinkgelage in dessen Schlafzimmer eingesperrt und mit Alkohol abgefüllt zu haben. "Wir wollten, dass er viel trinkt, damit er Ruhe gibt", sagte der 21-jährige Angeklagte. Den Tod des Mannes aber, "wollten wir auf keinen Fall", fügte der 24-Jährige hinzu.

Nach den Schilderungen der Angeklagten hatte das spätere Opfer an jenem Tag "wieder mal" seine Freundin angegriffen, beschimpft und ihr Schläge angedroht. "Um ihn zu beruhigen", hätten die Angeklagten den 44-Jährigen dann weggetragen. Als er aber immer wieder aus dem Schlafzimmer raus wollte, hätten beide ihm zunächst eine dreiviertel Flasche Wodka und dann eine Flasche Wein eingeflößt. "Wir haben sie ihm reingedrückt", sagte der 21-Jährige. Der eine hielt fest, der andere goss. "Er hat ein bisschen gespuckt, aber getrunken."

Als er schließlich nach vorne umfiel, hätten sie dem 44-Jährigen noch in die Rippen getreten und mit einer Krücke, die im Zimmer lag, auf die Hände geschlagen. Als sie schließlich aus dem Zimmer gingen, seien sie sicher gewesen, "dass er nicht mehr aufsteht". Nach etwa einer halben Stunde hatte ein Mit-Kumpel festgestellt, dass das Opfer "ganz blau" war und sich nicht mehr rührte. Ein herbeigerufener Notarzt konnte den 44-Jährigen zwar reanimieren. In der Folgezeit starb der Mann aber aufgrund starker Hirnschädigungen nach dem erzwungenen "Komasaufen". In den Wohnung des 44-Jährigen habe es zu jener Zeit öfter Trinkgelage gegeben, sagte der 21-Jährige, der derzeit noch eine Haftstrafe wegen Raubüberfällen und Körperverletzung absitzt. Auch er selbst habe damals viel getrunken. "Alles, was kam." Und auf der Straße gelebt. Wie sein 24-jähriger Kumpel, der seit Ende 2007 keine Arbeit und keine Wohnung mehr hatte. "Ich habe damals 10 bis 12 Flaschen Bier und Schnäpschen am Tag getrunken", sagte der gebürtige Flensburger. Heute aber trinke er gar nichts mehr. Und könne nur schwer "mir den Bildern von damals leben".

09.03.2010 00:15 Merkur testen: 3 Wochen für 5 Euro


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