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07.09.2010 00:16

Feuer zerstört Hütte fast komplett

Noch ist unklar, ob das Feuer, das gestern Nacht die Hütte der Ski- und Wanderfreunde Einöd in Schwarzenacker zerstört hat, Brandstiftung war. Die Polizei wollte zur Ursache noch keine Aussage machen. Der Verein sucht vorerst nach einem Ausweichquartier.

Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Schwarzenacker/Einöd. "Das ist ein ganzes Leben." Otto Schöbel, der erste Vorsitzende der Ski- und Wanderfreunde Einöd, muss mit den Tränen kämpfen. Es ist Mittag, zusammen mit anderen Vorstands- und Vereinsmitgliedern steht er vor der zerstörten Hütte des Vereins in Schwarzenacker. Wenige Stunden zuvor hat ein Brand den Bau fast völlig zerstört, der Dachstuhl ist massiv beschädigt, der Innenausbau vernichtet. Die erste Einschätzung der Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Saarbrücken: rund 100 000 Euro Sachschaden, die Hütte selbst ein Totalschaden. "Wir können derzeit noch keine Aussage zur Brandursache machen. Wir ermitteln in alle Richtungen." Das schließt Brandstiftung ein, so mancher von denen, die sich gestern ein Bild machen, hat genau dieses Wort im Mund. "Das sieht aus, als wenn das Feuer von außen gekommen wäre. Und da denke ich sofort an Brandstiftung", sagt einer.

Egal ob Brandstiftung oder ein technischer Fehler, für die Ski- und Wanderfreunde ist der Brand eine Unglück ohne Gleichen. Dementsprechend erschüttert ist Otto Schöbel, der in einer Mischung aus Wut und Trauer nach Worten ringt. "Warum werden gerade wir so bestraft?", fragt er - und findet keine Antwort, wie auch. "Man glaubt immer, man sei besonders stark. Aber bei so was."

Dass die Zerstörung der Hütte an die Substanz des Vereins geht, daran lässt Schöbel im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Zweifel. Kein Zweifel besteht auch daran, wie sehr der Brand den Vereinsvorsitzenden mitgenommen hat, in der Nacht wurde er Zeuge, als die Hütte, trotz schnellem Einsatz der Homburger Feuerwehr, unrettbar ausbrannte. "Ich bin heute Morgen um 20 Minuten nach vier von einem Vereinsmitglied angerufen worden, das ganz in der Nähe der Hütte wohnt. So wurde ich auf den Brand aufmerksam und informierte umgehend Feuerwehr und Polizei." Neben der Hütte selbst wurden durch den Verein dort gelagerte Waren ein Opfer der Flammen. "Das müssen wir jetzt alles wegwerfen." Nun stehen für Schöbel und den Vereinsvorstand Termine mit Sachverständigen und der Versicherung auf dem Plan. Letztere wird wohl den Sachwert ersetzen, die Emotionen, die die Vereinsmitglieder mit ihrer Hütte verbinden, können aber wohl kaum mit Geld aufgewogen werden. Daran lässt auch Otto Schöbel keinen Zweifel aufkommen. Der Verein steht nun vor der großen Herausforderung, einen Neuanfang anzugehen. Heute soll es eine erste Vorstandssitzung geben, gleichzeitig wird ein nahe gelegenes Gebäude als Ausweichquartier vorbereitet. So oder so: Die zeitlichen und finanziellen Belastungen für den Verein werden enorm werden. Aber dass es wieder eine Ski- und Wanderhütte des Vereins geben wird, das ist für Schöbel schon kurz nach der Katastrophe klar: "Es ist selbstverständlich, dass das, was wir mühsam aufgebaut haben, wieder neu ersteht." Dies wird nicht ohne Hilfe Dritter vonstatten gehen, auch dessen ist sich Schöbel bewusst. "Da kommt viel Arbeit auf uns zu. Und dafür brauchen wir jede Hilfe, die uns angeboten wird."

Hintergrund

Die Serie der Hüttenbrände in Homburg begann Ende vergangenen Jahres. Am 30. Dezember brannte das Haus der Katholischen Studierenden Jugend am Gymnasium Johanneum nieder. Insgesamt acht Fälle habe es von Anfang des Jahres bis Juni im Stadtgebiet Homburg gegeben. Ob der aktuelle Brand der Ski- und Wanderhütte Einöd etwas damit zu tun habe, sei noch offen, teilte die Kriminalpolizei-Inspektion in Saarbrücken mit, die insgesamt ermittelt. Bei der Brandserie in der ersten Jahreshälfte geht die Polizei in den meisten Fällen von Brandstiftung aus. Täter wurden bislang nicht gefasst, hieß es. Betroffen waren unter anderem ein Wochenendhaus, das am 3. Januar in Flammen stand. Zudem brannte am 9. Januar eine Hütte auf dem Uni-Gelände, am 21. Januar die Fischerhütte in Beeden und am 25. März die Hütte an der Waldbühne und an Karfreitag die zweite KSJ-Hütte auf dem Gelände des Johanneums, danach im April eine Holzhütte an der Waldbühne. ust


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