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15.01.2010 00:14

Streik lässt Salzlieferung stocken

Die Hoffnung auf Streusalz-Lieferungen kommende Woche könnte trügerisch sein - zumindest, was Lieferungen aus Frankreich angeht. Dort wird gestreikt, zugesagte Lieferungen kommen nicht.

Von SZ-Redakteur Ralph Schäfer

Homburg/Bexbach/Kirkel. Tauwetter ist angesagt, danach wieder Kälte - der Winter, der in diesem Jahr wirklich als solcher bezeichnet werden kann, hat noch nicht vor, aufzugeben. Deshalb bleibt bei den Kommunen das Streusalz naturgemäß ein Thema.

Mancherorts gehen die Vorräte zur Neige (wir berichteten), Nachschub ist noch nicht in Sicht. "Seit etwa eineinhalb Wochen haben wir keinen Streusalz-Nachschub mehr bekommen", informierte der Leiter des Baubetriebshofs der Stadt Homburg, Thomas Quirin, gestern im Gespräch mit der SZ. Salz-Nachschub während des Winters ist für Homburg ein normaler Vorgang: "Wir haben eine Lagerkapazität von rund 700 Tonnen Streusalz. Das reicht für etwa einen halben normalen Winter", so Quirin. Bisher war der Salz-Nachschub nie ein Problem, doch der strenge Winter auch in den südlichen Ländern Europas hat dafür gesorgt, dass laut Quirin auch die Lager der Salz-Produzenten leer sind, und so schnell könne man dort nicht produzieren. "Wir beziehen unter anderem auch Salz aus Frankreich. Die Franzosen beliefern zurzeit nur ihre nationalen Kunden und lassen die Ausländer links liegen." Außerdem sei dort gestreikt worden.

"Vor Ende nächster Woche ist mit keiner Lieferung zu rechnen, und auch dann kann man nicht sicher sein. Und wenn was kommt, dann wohl nicht die Menge, die wir brauchen", meint der Homburger Baubetriebshof-Leiter. Der Vorrat an Split sei aber noch groß genug, da gebe es auch Nachschub.

Auch Georg Zintel vom Baubereich der Stadt Bexbach hofft auf Salz-Lieferung in der kommenden Woche. "Wir haben in diesem Winter bisher rund 300 Tonnen Streusalz verbraucht. Zum Vergleich: Im ganzen Winter 2008/2009 waren es rund 480 Tonnen", informierte Zintel auf Anfrage - und erinnerte sich an das Jahr davor: "Damals sind wir mit 80 Tonnen Streusalz ausgekommen."

Wenn die Witterung so bleibt, werde man dank Split-Einsatz laut Zintel bis zur Lieferung kommen. Die Stadt Bexbach bezieht ihr Streusalz seit Jahren aus Andernach, dort sei es preisgünstig zu erhalten. Bisher wurden 62 Euro plus Steuer pro Tonne verlangt. Zintel ist klar: "Jetzt wird's teurer".

In Kirkel wird man beginnen, Nebenstraßen weniger zu streuen, wie der Leiter des Kirkeler Baubetriebshofs, Engelbert Krause, gestern auf Anfrage mitteilte. Der Grund liegt auf der Hand: "Wir haben Salz bestellt und heute die Order bekommen, dass in Frankreich, wo unser Salz herkommt, gestreikt wird. Die uns für kommende Woche zugesagten 56 Tonnen Streusalz werden nicht geliefert, kommen wohl erst Anfang Februar", so Krause gestern im SZ-Gespräch. Rund 60 Tonnen hat Kirkel noch. "Wir müssen die Verbrauchsmenge reduzieren, werden Nebenstraßen nur noch räumen, aber nicht mehr streuen, um mit unserem Vorrat bis zur Lieferung hinzukommen", sagte der Leiter des Kirkeler Baubetriebshofs.

Meinung

Kälte keine Überraschung

Von SZ-Redakteur

Ralph Schäfer

General Winter ist da, hat längst die Herrschaft über das tägliche Leben in großen Teilen übernommen. Das ist zugegeben in diesem Ausmaß schon lange nicht mehr da gewesen - aber doch völlig normal Mitte Januar. Um diese Jahreszeit kann und darf Kälte kaum überraschen - schon eher die Tatsache, dass im Januar bei Kommunen das Salz knapp werden kann. Kann es aber doch - zumindest, wenn, wie in diesem Winter der Fall, Schnee und Kälte auch vor Spanien und Südfrankreich nicht zurückschrecken. Die Stadt Homburg beispielsweise hat Streusalz-Lagerkapazität für einen "halben normalen Winter", so Baubetriebshof-Leiter Thomas Quirin und bezieht ihr Salz auch aus Frankreich. Dort wird derzeit nur die nationale Klientel bedient, ausländische Kunden gehen leer aus. Bleibt zu hoffen, dass sich die Temperaturen Salz freundlich entwickeln, denn vor Ende nächster Woche dürfte mit Nachschub nicht zu rechnen sein.

Vielleicht überlegt man sich bei den Kommunen irgendwann mal, aus Sicherheitsgründen auf mehr Lagerkapazität zu setzen. Aber das ist natürlich auch in erster Linie eine Kostenfrage - und es gibt Winter, die den Namen nicht verdienen. Wie vor drei Jahren, da hat die Stadt Bexbach etwa in der ganzen kalten Jahreszeit nur 80 Tonnen Salz verbraucht.


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