› ePaper › Wetter › Anzeigen

08.01.2010 00:10

Sicherheit mit Sitz in Bexbach

Die Bundespolizei unterhält auch eine über 200 Mann starke Einsatzgruppe im Saarland. Der Verwaltungssitz ist in Bexbach. Hier arbeitet Karsten Eberhardt als Pressesprecher. Der 35-jährige Oberkommissar war zu Gast in unserer Redaktion, um über seine spannende Arbeit zu berichten.

Von SZ-Redakteurin Christine Maack

Homburg. Polizeiarbeit, wie sieht sie wirklich aus? "Jedenfalls meistens nicht so, wie es in den Krimis im Fernsehen dargestellt wird", sagt Karsten Eberhardt. Der 35-jährige Oberkommissar war zu Besuch in unserer Redaktion - kein Wunder, zumal seine Arbeit seit einigen Monaten mit der Zeitung zu tun hat, denn Karsten Eberhardt ist Pressesprecher der Bundespolizei im Saarland mit Verwaltungssitz in Bexbach.

Dienstherr der Bundespolizei ist das Bundesinnenministerium. Daraus ergeben sich schon von vornherein andere Aufgabenbereiche als für die Landespolizei. "Die Überwachung von Bahn, Grenze und Luftsicherheit gehören zu den Hauptaufgaben", erklärt Eberhardt.

Rund 50 Mitarbeiter sind am Standort Bexbach tätig, 230 sind es im ganzen Saarland. Eine Anzahl, die noch aufgestockt werden wird. Eberhardt stammt aus Dirmingen und wohnt mit seiner Familie, zu der zwei kleine Töchter gehören, in Schiffweiler. "Aber das wird wohl nicht immer so bleiben", weiß er aus Erfahrung, denn Angehörige der Bundespolizei kommen im Laufe ihres Berufslebens viel herum, im In- und Ausland.

Das sei, so Eberhardt, bei der Karriereplanung ohnehin so vorgeschrieben: "Denn diese Auslandseinsätze gehören notwendigerweise dazu." Im Saarland liegt das Ausland nahe - gleich nebenan in Frankreich. Die Zusammenarbeit sei ganz ausgezeichnet, lobt der Oberkommissar, "wir haben es geschafft, dass wir bis Paris gemeinsam Streife fahren können, das heißt, deutsche Bundespolizei darf in Uniform und mit Schusswaffe auch in Frankreich Verbrecher verfolgen".

Mit keinem anderen Nachbarland pflege die deutsche Polizei eine so weitreichende Zusammenarbeit. Überhaupt lobt Eberhard das Saarland als "super Arbeitsplatz", denn hier stimme die Chemie an allen wichtigen Schnittstellen: "Wir haben ein prima Verhältnis zu allen saarländischen Dienststellen, wir helfen uns auch aus, wenn mal Engpässe bei Diensthunden oder Fahrzeugen bestehen."

Die organisierte Kriminalität und das Einschleusen illegaler Einwanderer sind ein Hauptarbeitsgebiet der saarländischen Bundespolizei. Die Ermittlungen gegen organisierte Banden seien langwierig und arbeitsaufwändig, "aber wenn wir zugreifen, haben wir bundesweit alle Möglichkeiten, vom Hubschrauber bis zu der speziellen Eingreiftruppe GSG 9".

In grenzüberschreitenden Zügen ist schon so mancher Coup gegen Schleuser gelungen. An einem war Eberhardt selbst beteiligt, er hatte nicht nur den Flüchtling identifiziert, sondern vor allem den eigentlichen Kriminellen - den Schleuser. "Ein Blickkontakt zwischen den Beiden brachte mich auf die Spur."

Kürzlich stellten seine Kollegen über ein Kilo reinstes Heroin an der Grenze sicher, ein echter Erfolg. "Das Saarland ist keine Insel der Seligen", betont Karsten Eberhardt, "wir liegen bei der Kriminalitätsrate im Durchschnitt."

Ein Tor zur Welt sei auch der Ensheimer Flughafen. "Wer hier einmal eincheckt, kommt ja als Transitpassagier überall hin", betont Eberhardt, der lange in Frankfurt bei der Flugsicherung tätig war, "die Sicherheitsstandards in Ensheim zählen zu den besten in Deutschland." Kommen die Nackscanner? Karsten Eberhardt vermutet es. "Ob sich jemand überall abtasten lassen will oder lieber gescannt wird, ist eine Frage der persönlichen Einstellung."

Die Bundespolizei verfügt bundesweit über rund 40 000 Mann und ist dem BMI unterstellt. Gegründet wurde sie 1951 als Bundesgrenzschutz. Die Eliteeinheit der Bundespolizei ist das Spezialkommando GSG 9 in St. Augustin bei Bonn.

Meinung

Gefahr droht nach wie vor

Von SZ-Redakteurin

Christine Maack

Es gibt kaum eine Arbeit, deren Wertschätzung so von der jeweiligen Zeitströmung abhängt wie die der Polizei. Für viele junge Leute, die in den 70er und 80er Jahren gegen Atomkraft und die Startbahn West demonstrierten, war der damalige Bundesgrenzschutz, insbesondere die Sondereinheit GSG 9, das wahre Feindbild. Man hatte zuweilen den Eindruck, als gebe es mehr Terroristenversteher als Polizistenverteidiger. Das Bild hat sich heute grundlegend gewandelt, die Polizeiarbeit ist für Jugendliche erfreulich ideologiefrei geworden. Junge Leute finden es spannend, Hubschrauber zu fliegen, bei Auslandseinsätzen mitzuhelfen, um internationale Verbrecherbanden hochgehen zu lassen oder bei der Flugsicherung zu arbeiten. Die Arbeit der Bundespolizei ist international vernetzt, hoch qualifiziert und verbindet Computerrecherche mit echtem Einsatz vor Ort. Und sie ist wichtig, denn die Bedrohung, auch durch religiös verblendete Terroristen, ist groß - ein Kandidat, der Verwüstung anrichten wollte, kam bekanntlich aus Herrensohr. Wir leben fürwahr hier nicht auf der Insel der Seligen.


Ihre Kommentare




Merkur testen: 3 Wochen für 5 Euro

Das könnte Sie auch interessieren

    hm-Bild_3-04.02.12__90.Geb_0884   › Marianne Abel wird 90 Jahre alt
    Bexbach. Ihren 90. Geburtstag feiert am heutigen Freitag, 10. Februar, bei bester Gesundheit Marianne Abel in der Hammerstraße 10 in Bexbach. In Oberbexbach ist sie geboren, aber ihre Mutter ist mit ihr und ihrem Bruder bereits 1939 nach Bexbach gezogen. Nach ihrer Schulentlassung arbeitete sie in der Familie eines Oberbexbacher Mediziners als Kindermädchen
     
    hm-windrad2_7528   › Aufschub in Sachen Windkraft
    Höchen. Soll es in Höchen die Möglichkeit einer Ansiedlung von Windkraftanlagen geben oder nicht? Auf diese Frage fand der Höcher Ortsrat am Mittwochabend keine Antwort
     
    pm-strähl_günter_oberbexbach   › "Ein Festplatz würde sicher gut tun"
    Oberbexbach. "Oberbexbach wird nie benachteiligt. Wir haben den Saarpfalz-Park, wir haben Wohnflächen, die wir anbieten können, wir entwickeln unseren Dorfkern. Wir sind in dasselbe städtebauliche Konzept eingebunden wie Bexbach-Mitte. Wieso soll ich dann meinen Kopf senken? Ganz im Gegenteil. Wir können uns hocherhobenen Hauptes gegenüber den anderen Bexbacher Ortsteilen zeigen
     
       › Kinderchor Einöder Füchse lädt zum Konzert ein
    Einöd. Der Kinderchor Einöder Füchse gibt am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Februar ein Taschenlampen-Musical. Es trägt den Titel "Geschöpf der Nacht" und wird im Gemeindezentrum Einöd, Am Asenbühl 4 um jeweils 17 Uhr aufgeführt. In dem Stück geht es um die kleinen Bewohner einer Wiese und ihre Abenteuer, dargestellt von den 20 Sängerinnen und Sängern des Kinderchores
     

Anzeige


Das Wetter
-6
-12

Windrichtung:
Windstärke:
Regenwahrscheinlichkeit:

Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Sonnenscheindauer:


Ost-Nord-Ost
25 km/h
5 %

07:49 Uhr
17:41 Uhr
10:52 Stunden
› Wetter aus Saarpfalz & Welt

Kontakt

Redaktion: (0 63 32) 80 00-50

Abo-Service: (0 63 32) 8 00 08

Anzeigen: (0 63 32) 8 00 09

Kartenhotline: (06332) 87 00 1

E-Mail: merkur@pm-zw.de