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03.09.2010 00:09

Ende der Werbegemeinschaft bleibt auf der Tagesordnung

Mario Facco wirft einigen Einzelhändlern vor, sie wollten die Werbegemeinschaft mit einer neuen Plattform "platt machen". Engagement für die Stadtentwicklung sei doch auch innerhalb der Werbegemeinschaft möglich.

Von Merkur-Mitarbeiter Fritz Schäfer

Zweibrücken. Der Vorsitzende der Zweibrücker Werbegemeinschaft ist angefressen. "Nach Informationen, die mir zu Ohren gekommen sind, möchten ein paar Einzelhändler die Werbegemeinschaft platt machen", sagt Mario Facco. Deshalb hatte er für die für Dienstag geplante Vorstandsitzung das Thema "Ende der Werbegemeinschaft" auf die Tagesordnung gesetzt. Aus Termingründen fiel die Sitzung aus. "Aber das Thema bleibt", erklärt Facco auf Merkur-Nachfrage. Bei der Sitzung am 14. September steht es wieder auf der Tagesordnung.

"Ich möchte vom Vorstand wissen, wie er zu der Sache steht", sagt Facco. Dabei solle es eine offene Diskussion geben. Auch wenn das Thema provokant klingt, sei es nicht seine Absicht, die Werbegemeinschaft aufzulösen. "Das wollen andere", greift Facco Vertreter eines Runden Tischs von Einzelhändlern (wir berichteten) an. Facco sieht die Diskussion auch als "Vertrauensfrage" gegenüber seiner Person. Er ist sicher, dass der Vorstand zu ihm steht. Im Mai war Facco in der Mitgliederversammlung wiedergewählt worden. In dem Verein sind rund 50 Betriebe organisiert.

Der stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Quoiffy, schätzt, dass der Vorstand weiter hinter Facco steht. In dem Runden Tisch sieht Quoiffy keine Gefahr für die Werbegemeinschaft. "Die Werbegemeinschaft hat sich andere Aufgaben gestellt." Auch Stadtmarketing-Leiterin Annette Hübschen, sieht durch die Initiative einzelner Händler mit dem Runden Tisch die Werbegemeinschaft nicht in Gefahr. Auch sie erwartet, dass der Vorstand Facco weiter unterstützt. "Eine Stadt braucht eine Werbegemeinschaft." Doch zusätzliches Engagement sei auch gut. Facco hätte dieses Engagement lieber in der Werbegemeinschaft: "Wir sind ein demokratisch gewählter Verein. Da kann jeder seine Meinung sagen, was die Werbegemeinschaft besser machen kann. Da kann man auch sagen, wenn man mit meiner Arbeit unzufrieden ist." Deshalb sei die Werbegemeinschaft auch die Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden in der Stadt. Die Organisation von Veranstaltungen zählt Facco als eine Aufgabe der Werbegemeinschaft. "Wir geben aber auch Stellungnahmen zur Innenstadtentwicklung ab." Zum Beispiel zur Aufwertung der Fußgängerzone.

Meinung

Tanz auf der Rasierklinge

Von Merkur-Redakteur

Michael Klein

Soll man ihm Glück wünschen oder ihn bedauern? Mario Facco geht ein hohes Risiko ein, wenn er in der nächsten Vorstandssitzung eigentlich ohne übergroße Not das weitere Schicksal der Werbegemeinschaft diskutieren möchte. Denn er stellt damit auch sein Schicksal als Chef indirekt zur Diskussion. Er, der bei allen spontanen Ideen leider allzu oft vergisst, dass "schlecht gemacht" der große Bruder des "gut gemeint" ist, zweifelt keinen Deut an der Rückendeckung, die ihm alle aussprechen werden. Verkennt dabei allerdings, dass der eine oder andere durchaus anders denkt. Und er übersieht, dass bei manchem aus seinem Umfeld zwischen Denken, Reden und Handeln das pralle Leben pulsiert - mit allen Widersprüchen dieser Welt.

Dennoch verdammt dünnes Eis, auf das sich der umtriebige Geschäftsmann da begibt. Denn leise Zweifel sind durchaus angebracht, wenn man all dies (be)wertet, was sich da fernab der von Facco gebündelten Geschäftswelt tut. Ob er alle Signale richtig deutet? Fraglich! Und ob er die richtigen Schlüsse daraus zieht? Ebenfalls alles andere als sicher!

Kurzum: Mario Facco tanzt auf der Rasierklinge. Im Handgepäck einmal mehr das kleine Einmaleins der Rustikaldiplomatie, mit dem er die Seinen zum Treueschwur zwingen will. Andere würden dies anders machen.


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