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07.09.2010 00:16

Geheimnis um Preisträger während Pfalzpreis-Gala gelüftet

Der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder hat für das zweistufige Verfahren der Pfalzpreis-Vergabe geworben. Dabei werden zunächst bis zu fünf Wettbewerbsteilnehmer pro Preis nominiert und diese bei der Pfalzpreis-Gala vorgestellt.

Kaiserslautern. Ein Knistern lag in der Luft, während die Moderatoren im Pfalztheater in Kaiserslautern die Umschläge öffneten und die Preisträger vor zahlreichen Gästen der Pfalzpreis-Gala bekannt gaben. "Seit fast 60 Jahren verleiht der Bezirksverband Pfalz Pfalzpreise, um Talente der Region in den unterschiedlichsten Bereichen zu fördern", sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder in seiner Begrüßung.

Erstmals hatte der Pfälzer Kommunalverband den Pfalzpreis für Musik in der Sparte Musiktheater ausgelobt, den die 28-jährige Saskia Bladt aus Frankfurt am Main mit ihren "Lilofee-Fragmenten" gewann. Der bundesweit renommierte Autor Thomas Lehr, der 1957 in Speyer geboren wurde und in Berlin lebt, erhielt den Pfalzpreis für Literatur; 1995 bedachte ihn der Bezirksverband Pfalz bereits mit der Fördergabe. Der Pfalzpreis für Bildende Kunst, der in der Sparte Graphik, Fotografie, Video und Neue Medien vergeben wurde, ging an Götz Diergarten für seine Fotoserie "METROpolis". Er wurde 1972 in Mannheim geboren und lebt in Frankfurt am Main. Sabrina Geckeis aus Herxheim bei Landau, Jahrgang 1985, wurde mit dem mit 5000 Euro dotierten Nachwuchspreis für Bildende Kunst für die Videoarbeiten "Räumen", "Legen" und "Falten" ausgezeichnet. Die drei Pfalzpreise sind jeweils mit 10 000 Euro dotiert.

Wieder warb für das zweistufige Verfahren der Pfalzpreis-Vergabe, bei dem zunächst bis zu fünf Wettbewerbsteilnehmer pro Preis nominiert und die bei der Pfalzpreis-Gala vorgestellt werden: "Dies gibt uns die Möglichkeit, die öffentliche Aufmerksamkeit nicht nur auf die Preisträger, sondern auf eine Reihe guter Autoren und Künstler zu lenken und damit das reiche kulturelle Schaffen der Region zu beleuchten."

Neben einer Urkunde erhielten die Preisträger auch eine Trophäe, die den Heimatbezug und das vielfältige Aufgabengebiet des Bezirksverbands Pfalz symbolisiert. Anhand von Kurzgesprächen konnten sich die Gäste einen Eindruck von den Gewinnern des Abends machen. Das Interview mit Thomas Lehr führte Klaus Haag, Jury-Mitglied und Vorsitzender des Literarischen Vereins der Pfalz. Generalmusikdirektor Uwe Sandner, der auch der Jury angehörte, sprach mit Saskia Bladt. Professor Christoph Zuschlag von der Universität Landau interviewte Götz Diergarten und Brigitte Sommer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Sabrina Geckeis. Beide gehörten der Jury für den Pfalzpreis Bildende Kunst an. Der unterhaltsame Abend wurde von Susanne Bieler und Günther Fingerle vom Pfalztheater moderiert. Die musikalische Gestaltung übernahm das Orchester des Pfalztheaters unter Leitung von Uwe Sandner.

Thomas Lehr hat bislang vier große Romane, darunter "Nabokovs Katze" (1999) und "42" (2005), sowie die Novelle "Frühling" (2001), außerdem einen Roman für Kinder im Aufbau-Verlag Berlin vorgelegt. Kürzlich erschien sein Roman "September. Fata Morgana" im Hanser Verlag München, eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. Das Buch erzählt vielschichtig und mit Bild- und Sprachkraft vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

Das Opernprojekt von Saskia Bladt ist durch die Verbindung ausgesuchter Instrumentalklänge mit neuen Vokaltechniken ein avanciertes Beispiel zeitgenössischen Musiktheaters.

Götz Diergarten macht sich in seinen Fotografien aus der Serie "METROpolis" in U-Bahnen auf die Suche nach dem Besonderen im Banalen und arbeitet mikrokulturelle Unterschiede innerhalb von Kulturkreisen heraus. Er versteht sich als "Bilder-Finder, nicht als "Bild-Erfinder". Seine Arbeiten sind zusammen mit denen von Sabrina Geckeis und weiteren 21 Bewerbern um den Pfalzpreis für Bildende Kunst noch bis zum 17. Oktober im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zu sehen. red


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