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12.04.2010 00:12

Zwei Stunden Hingabe auf höchstem musikalischem Niveau

Die Eliteförderung für die Kammermusik hat einen Namen: Villa Musica Rheinland-Pfalz. Drei dieser herausragenden jungen Künstler gastierten gestern Abend in Zweibrücken.

Zweibrücken. Einer für alle - alle für einen. Das ist der Wahlspruch von Martin Emmerich (Violine), Heinrich Reich (Violoncello) und Fabian Wankmüller (Klavier). Der gestrige Auftritt im Wintergarten der Festhalle bewies nachhaltig, warum sich dieses musikalische Trio den Beinamen der Musketiere, Trio Aramis, als Synonym wählte.

Zwei Stunden Hingabe, zwei Stunden musikalische Feier, zwei Stunden blinde Verständigung auf höchster musikalischer Ebene. Schade nur, dass gerade mal 60 begeisterte Zuhörer, meist reiferen Alters, die gepolsterten Stuhlreihen im Wintergarten besetzten, um sich diesen Konzertgenuss zu gönnen. Warum die drei Konzertierenden bereits im jungen Künstlerleben derart viele Preise national und international einheimsen durften, stellten sie eindrucksvoll und nachhaltig unter Beweis. Mehr noch, sie zelebrierten dies bisweilen geradezu. Eröffnet wurde der außergewöhnliche Konzertabend des Trio Aramis mit Ludwig van Beethovens Trio D-Dur, op. 70,1, das in Musikerkreisen auch als "Geistertrio" bekannt ist. Auf einer Kompositionsskizze war bei Beethoven der Vermerk zu William Shakespeares "Macbeth" zu finden. In eine gänzlich andere Richtung, nämlich zu zeitgenössischen Kompositionen führte die Konzertbesucher der zweite Beitrag, das Trio e-Moll, op. 67 des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Bereits nach diesem wahren Hörgenuss in seiner gesamten Breite verabschiedeten die Musikfreunde das Trio Aramis stehend applaudierend in die Pause.

Als glanzvollen Schlusspunkt für ihren Zweibrücker Auftritt wählten die Drei das Klaviertrio d-Moll, op.63 von Robert Schumann und fassten musikalisch darin noch einmal alles zusammen, was sie den Besuchern vermitteln wollten: Energie und Leidenschaft, lebhaft und doch nicht überstürzend, empfindsam und trotzdem bewegt, von inniger Empfindung bis hin zum lodernden Feuer. Den langanhaltenden Schlussapplaus hatten sich Martin Emmerich, Heiner Reich und Fabian Wankmüller wahrlich redlich verdient. cos


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