Sie sind hier: HomeMediathekVideos

Merkur-Salongespräch spezial: Aidsaktivist Joachim Franz erzählt aus seinem Leben



Merkur-Salongespräch spezial: Aidsaktivist Joachim Franz erzählt aus seinem Leben
08.03.2010 14:33
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten.






Extremsportler Joachim Franz berichtet über sein Engagement

Von Merkur-Redaktionsmitglied Eric Kolling

Nur ein Talk-Gast beim fünften Merkur -Salongespräch? Am Freitagabend im Zweibrücker Romantik-Hotel Landschloss Fasanerie gab es genau diese Premiere. Doch der Wolfsburger Joachim Franz sorgt auch alleine für mehr als gute Unterhaltung. Der Aids-Aktivist und Extremsportler schöpft aus einem Fundus an Lebenserfahrung und Anekdoten, präsentiert sich den 34 Gästen als Mann, der Extreme liebt. Und der Hotelchef Roland Zadra persönlich kennt.

Von einer Besteigung des Kilimandscharo. Franz' Werte schätze er seitdem, verrät Zadra, der anschließend dessen Auszeichnung mit dem „Prix Romantik Liebold 2009“ ausführlich würdigt. Dann geht's für Franz im Ohrensessel weiter: Eloquent und leger plaudert er mit Merkur -Chefredakteur Michael Klein über sein Leben. Wichtige Meilensteine darin: Mit knapp 30 Jahren speckt er in dreieinhalb Monaten von 123 auf knapp 70 Kilo ab, verwandelt sich vom passiven, trinkenden, mampfenden und perspektivlosen Fließbandarbeiter zum Extremsportler. Er lauft Marathons, stellt kuriose Guinnessbuch-Rekorde auf, fährt auf einem Tretroller durch den Ural, mit einem Kettcar durch Afrika.

Im Alter von 40 ändert er seine Haltung. „Meine Maxime ‚Treibe Sport und mache etwas Gutes dabei' drehte ich genau um“, berichtet Franz. Seine Schilderungen in der Fasanerie über Lebenswandel, Expeditionen und Nahtoderfahrungen sind spannend, oft lustig. Franz erntet Lacher und Applaus. Selbst als er von Treffen mit Harry Belafonte oder Gregor Gysi, gemeinsamen Umweltschutz-Projekten mit Sting und seinen Rekorden berichtet, kommt er nie überheblich oder prahlerisch rüber. Auch nicht missionarisch, obwohl das bei seinem Engagement für eine bessere Welt nahe liegen würde.

Für behinderte Kinder hat er sich schon eingesetzt, für den Regenwald auch. Seit zehn Jahren heißt sein erbittertster Gegner aber Aids. Er habe miterlebt, wie ein Schulkamerad 1995 an der Immunschwäche starb, völlig einsam, ohne Anteilnahme seiner Familie. Dazu habe er Aids-Opfer in Afrika oder Nepal gesehen. Vor allem Kinder, minderjährige Zwangsprostituierte, ohne Freude, ohne Lebensperspektive.

Je mehr Franz diese Erlebnisse in der Fasanerie ausbreitet, desto stärker ist den Gästen die Betroffenheit in die Gesichter geschrieben. „Meine Sponsoren und Helfer sagten mir 2000, ich solle nicht als Aids-Aktivitst auftreten. Den Kampf gegen den Tod, etwas Schmutziges, könnten sie nicht unterstützen.“ Also kämpfte Franz alleine.

Neue Helfer gewann er nach und nach dazu. Seit nunmehr elf Jahren engagiert er sich gegen Aids, über tausend Kinder betreut er in Projekten, in die auch die Einnahmen des Merkur -Salongesprächs „spezial“ fließen. Die Unterstützer werden immer zahlreicher. Gegen Ende des Salongesprächs verkündet er seinen jüngsten Erfolg: Ab 1. Juni sitzt er im Kuratorium der Deutschen Aidsstiftung. Überbracht hat ihm diese frohe Kunde Außenminister Guido Westerwelle.




Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER







ANZEIGE
Beilagen






Anzeige