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Stadtrat kritisiert wahrscheinliche Schließung des Evangelischen Krankenhauses



Zweibrücken
„Eine Schande für die Kirche“
Stadtrat kritisiert wahrscheinliche Schließung des Evangelischen Krankenhauses

Von Fritz Schäfer, 14.04.2016 02:00
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Oberbürgermeister Kurt Pirmann kündigte gestern an, die Stadtrats-Forderung nach dem Erhalt der Arbeitsplätze für die Krankenhaus-Mitarbeiter auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer zukommen zu lassen. Foto (Archiv): Eric Kolling
Unglaublich, unverantwortlich, unglaubwürdig, eine Katastrophe, eine Schande – so lauteten gestern die Kommentare der Fraktionssprecher zum Evangelischen Krankenhaus. Dabei griffen die Ratssprecher die Kirche und den LVIM an.
„Das ist eine Schande für die Kirche“, empörte sich Manfred Weber (Parteilose Bürger Zweibrückens) gestern im Stadtrats-Hauptausschuss über die wahrscheinliche Schließung des Evangelischen Krankenhauses. Weil sich „die Dinge in den letzten Stunden überschlagen haben“ hatte Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) beantragt, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Die Fraktionen nutzten die Sitzung, um ihren Ärger zu äußern.

„Das ist ein unglaublicher Vorgang, dass das früher florierende Krankenhaus geschlossen wird“, sagte Walter Rimbrecht (SPD). Ihm komme der Verdacht auf, dass das Zweibrücker Krankenhaus für „andere bluten“ musste. Frühere Gewinne der Zweibrücker Einrichtung seien von der Kirche anderswo investiert worden.

Daran knüpfte Christoph Gensch (CDU) an. Der Geschäftsbetrieb der letzten beiden Jahre sei „katastrophal – was sich Rainer Wettreck beim Krankenhaus geleistet hat, spottet jeder Beschreibung.“ Wettreck war bis Mitte Oktober Vorstand des Trägers LVIM Landesverein für Innere Mission in der Pfalz). Gensch erinnerte auch an das „Diakonische Profil“ des LVIM (in dem unter anderem von „christlicher Liebestätigkeit“, von „Würde und Wertschätzung, Achtsamkeit und Mitgefühl, Verantwortlichkeit und Glaubwürdigkeit, Fairness und offener Dialog“ die Rede ist), diese Leitlinien müsse der LVIM bei der Behandlung der Mitarbeiter beachten.

Es sei „unverständlich und unverantwortlich“ wie der Landesverein mit den Mitarbeitern und der Region umgehe, sagte Stéphane Moulin (SPD). Der Krankenhausträger müsse „jetzt ganz schnell umfassend informieren“ wie es weitergeht. Wobei Moulin neben dem LVIM auch die Kirche in die Verantwortung nimmt. „Erkennt die Kirche nicht, welcher Vertrauensverlust die Kirche damit bekommt!?“

„Die evangelische Kirche hat sich völlig unglaubwürdig gemacht“, sagte Ingrid Kaiser (FDP). Die Krise sei schon einige Zeit in der Krise mit Austritten. „Wie sich das in Zweibrücken auswirkt, bleibt abzuwarten.“ Kaiser erinnerte auch an den Verlust einer weiteren Einrichtung in Zweibrücken. „Das ist ein Schlag ins Gesicht“, sagte Matthias Nunold (Linke).

Kurt Dettweiler (FWG) hatte schon früher heftig kritisiert, dass sich die Kirche aus der Betreuung von Kindern bei Kitas zurückziehe. Und jetzt komme das Krankenhaus dazu. Für Dettweiler ist das Krankenhaus zu: „Wer lässt sich jetzt noch dort einliefern“, befürchtete er. Das alles könne der LVIM „mit einem Wisch“ vollziehen.

„Das ist eine Katastrophe“, ärgerte sich Norbert Pohlmann (Grüne). Die Landeskirche habe versagt und mache sich jetzt „einen schlanken Fuß“. Im Übrigen schloss sich Pohlmann wie alle Stadträte der Forderung des Oberbürgermeisters an, dass der Träger alles tun müsse, dass das Krankenhaus nicht leer bleiben dürfe. Es müsse weiter genutzt werden. Pohlmann: „Wichtig ist, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben.“ Pirmann erwähnte, dass er die Forderung auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zukommen lässt.
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