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Cantamus kann „auf Deutsch“ überzeugen



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Cantamus kann „auf Deutsch“ überzeugen
Von Peter Fromann, 20.03.2017 02:00
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Der Chor Cantamus während seines Jubiläumskonzerts im Audimax. Einmal verließen die Sänger sogar die Bühne und stellten sich mitsingend links und rechts der Zuschauerränge auf. Foto: Margarete Lehmann

Foto: Margarete Lehmann
Der Chor begeistert im Audimax der Hochschule rund 200 Zuhörer – mit Liedern in der Muttersprache.

Mit Beethovens „Ode an die Freude“, der Europahymne, begann das abwechslungsreiche, spannende Konzert des Chor Cantamus, das die 30 Sängerinnen und Sänger zusammen mit einer kleinen feinen Instrumentalgruppe 120 kurzweilige Minuten hindurch boten. Sogar die Zuhörer machten mit, sangen dreistimmig „Halleluja, Singen ist so schön, Singen macht munter, Singen macht froh“. Dazu verließen die Sänger die Bühne und stellten sich mitsingend links und rechts der Zuschauerränge auf.

Chorleiter Bernd Jost hielt alles locker im Griff. Alle Lieder des Abends wurden „auf Deutsch“ gesungen. „Deutsch ist in letzter Zeit in der Öffentlichkeit negativ besetzt, wir möchten dem mit unserem heutigen Konzert entgegenwirken sowie das gute und schöne Deutsche etwas betonen“, sagte Vorsitzender Klaus Fuhrmann.

Um aber nicht abzuheben, gab's gleich hinterher Rio Reisers satirischem Gedankenspiel „König von Deutschland“. „Mit Wochenend und Sonnenschein“ mit dir allein im Wald und so, welch Seligkeit, das allein kann‘s aber wohl nicht sein. War's auch nicht. Reinhard Meys „Über den Wolken“ entschwebte dann in große Höhen, überhöhter Tiefsinn, doch gut anzuhören. Die berühmte berüchtigte „Rose“ entführte ganz und gar ins leicht Sentimentale, Rührselige: Liebe ist wie eine Rose, super! Der Chor jedoch standhaft, blieb beim Kunstlied- oder auch Volksliedhaften, akzentuierte präzise und fand stets den richtigen Ausdruck, interpretierte eingängig.

Sängerin Eva Crusius: „Wir haben schon 2016 mit den Konzertproben begonnen, deutsch zu singen ist schwieriger als in Englisch, da darf man mit der Sprache nicht schludern, weil der Hörer jede Silbe mitkriegt“, und Fuhrmann ergänzt. „Der Sprechrhythmus hat seine Tücken, man muss genau sein“. Zwischen den Gesangstücken erquickten Instrumentalstücke Gemüt und Gehör. Vivaldi mit Querflöte und Gitarre leichthin, lyrisch-poetisch „Klang der Stille“, betörend mit der Violine Theresa Fuhrmann, die Zuhörer summten hingegeben mit. Der österreichische Liedermacher Hubert von Goisern macht's rockig, mit „Weit, weit weg“ bringt er uns ganz nah an Wesentliches.

Mit „Mein Chor ist mein Chor“ textet Klaus Fuhrmann vom Reichtum, den Chorgesang Hörern wie Interpreten bringt, wünscht sich mehr Singende, sagt's sachlich und steigert sich ins Pathetische, man singe sich frei, „alles wird leicht“, und fügt gleich hinzu: „Wir proben jeden Mittwoch um 18.30 Uhr im Friedenshaus in der Thomas-Mann-Straße 18 in Ixheim.“

Bärbel und Jörg Ohlmann finden: „Ein sehr schönes Konzert“, Jörg spezifiziert: „Ich habe viele Jahre selbst im Cantamuschor gesungen, da macht's natürlich besonders Spaß, hier zu sein, zumal ich einige Sänger persönlich kenne.“ Rosa, vier Jahre alt, läuft während des Konzerts verspielt im Saal herum, amüsiert die Anwesenden, läuft, kaum ist das Konzert beendet, zu Papa Bernd Seib auf die Bühne, der Cajon, Kistentrommel, spielte. Eine wunderbares Konzert.

Für tolle instrumentale Unterstützung sorgten: Klavier, Violine: Theresa Fuhrmann, Querflöte: Helena Michel, Gitarre: Julius Michel, Manuel Zuche, Cajon: Bernd Seib.

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