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„Deponia Doomsday“ auf den Spuren von „Day of the Tentacle“



Zweibrücken
Willkommen im Zeitloch
„Deponia Doomsday“ auf den Spuren von „Day of the Tentacle“

Von Eric Kolling, 24.06.2016 02:00
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Rufus (Mitte) ist auch der Held im vierten „Deponia“ Foto: Daedalic
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Foto: Daedalic
Es war eigentlich schon alles vorbei. Aber der Erfolg beschert dem Schrottplaneten Deponia und Antiheld Rufus doch noch ein viertes Adventure. Diesmal gibt's Zeitreisen und wie gewohnt viel Sarkasmus. Wer die Vorgänger nicht kennt, hat aber ein Problem.
Es ist ein echtes Dilemma: Die Erfolgsgeschichte ist nach drei Teilen eigentlich fertig erzählt. Sie ist aber ein derartiger Goldesel, dass es weitergehen muss. Was tun? In Hollywood würde man ein Reboot drehen. Bei seiner Computerspielreihe um den Schrottplaneten Deponia ist Deadalic Entertainment einen anderen Weg gegangen, alles auf null zu setzen: den der Zeitreise. Im Intro von „Deponia Doomsday“ muss sich ein alter Mann als letzter Mensch grässlicher Fewlocks erwehren, die fliegende Stadt Elysium ist abgestürzt, es gibt nur einen Ausweg: Deponia zu sprengen.

 

Szenenwechsel: Man schlüpft in die Rolle des bekannten chaotischen Maulhelden Rufus. Der hat die Episode von der Sprengung auch miterlebt, aber als eine Art Traumvision. Eine, auf die seine Realität bald zusteuert: Als bei einem Einparkunfall Gläser von Rufus Freundin Toni zu Bruch gehen, spannt er den skurrilen Professor McChronicle ein, um mit dessen Zeitmaschine alles wieder ins Lot zu bringen. Mit dramatischen Folgen für die Zeitlinien.

 

Deponia gilt als die bisher erfolgreichste deutsche Adventuregeschichte mit über 2,2 Millionen verkauften Spielen. Die Fans – Neulinge verpassen wegen fehlender Erklärungen unendlich viele Anspielungen – erleben diesmal von allem mehr. Vom Spieleumfang, der mit über 15 Stunden für ein Adventure üppig ausfällt. Und von den Handlungsorten (über 100 Hintergründe). Aber auch von Rufus obercoolen Sprüchen, die sich nicht nur in den Dialogen zeigen, sondern auch, wenn man planlos Gegenstände im Inventar kombiniert. Mehr als einmal nerven die oberlehrerhaft-sarkastischen Kommentare auch, denn so manches abgedrehte Rätsel ist nur mit einer gehörigen Portion Fantasie und wildem Probieren zu lösen.

 

Die Zeitreisehandlung weckt beim Adventurefan zwangläufig Erinnerungen an den 90er-Jahre-Klassiker „Day of the Tentacle“ von Lucas Arts, ohne an dessen Klasse ganz heranzureichen. In der einen oder anderen Umgebung lassen sich die Rätsel erst lösen, nachdem Rufus mehrfach die Zeitmaschine benutzt und so die Rahmenbedingungen geändert hat. Das verwirrt. Gewinnt man in Variante eins einen Dartwettbewerb, schlägt das in Variante zwei fehl, obwohl man doch am gleichen Ort mit den gleichen Personen und Gegenständen ist. Einige Male arbeitet Rufus auch im wahrsten Sinne des Wortes gegen die Uhr, dann wiederum muss man sich in entbehrlichen Geschicklichkeitsspielen oder Knobelrätseln versuchen. Die kann man wenigstens teilweise überspringen. Sicher nicht der letzte Teil der Reihe.

 

Wertung (Schulnote): 2+
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