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Opfer räumt Tätigkeit als Drogenkurier ein



Zweibrücken
Opfer räumt Tätigkeit als Drogenkurier ein
Von Volker Baumann, 17.02.2017 02:00
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Die Strafprozessordnung liegt vor dem Prozessbeginn im Landgericht auf dem Tisch. (Symbolbild) Foto: Patrick Seeger, dpa
Warum macht ein junger Mann mit seinem Kumpel plötzlich ein Treffen aus, bei dem er ihn zu einer Autofahrt bewegt – und ihm dann unter Androhung von Gewalt und Ziehen eines Schlagstocks den Autoschlüssel und ein Handy abnimmt (wir berichteten mehrfach)?.

Auch am 5. Prozesstag vor dem Landgericht herrschte hierüber immer noch Rätselraten. Gestern standen ausgewertete Handydaten des Angeklagten im Blickpunkt. Die damals aufgezeichneten Sprachnachrichten hätten als entlastende Beweise herhalten sollen. Die Spezialisten konnten allerdings auf Daten vor Oktober 2016 nicht mehr zurückgreifen.

Polizeibeamte aus Pirmasens brachten schließlich das Opfer des Angeklagten mit der Betäubungsmittelszene in Verbindung. Von der Vorsitzenden Richterin Susanne Thomas damit konfrontiert – „Ihr Name ist in der Betäubungsmittelszene in Zweibrücken bekannt“ – gab der junge Mann nach langem Hin und Her und Aussagen wie „das wäre mir neu“ letztlich zu, für andere, auch für den Angeklagten, öfters leichte Drogen besorgt zu haben. Dies habe er allerdings als Freundschaftsdienst mit Kostenvorstreckung und zum Selbstkostenpreis getan. Auch zwei Namen der Verkäufer und ein Drogendepot in einer Garage in Rieschweiler-Mühlbach gab er preis. Er sei zum Teil mehrfach wöchentlich dorthin gefahren, habe dort noch etwas gezockt, und sei dann wieder zurück. „Das alles haben sie als Gefälligkeit, ohne etwas zu berechnen, getan?“, wollte Verteidiger Robert Münch wissen. „Ja, das waren ja meine Freunde, denen ich helfen wollte“, lautete die Antwort. Vom Angeklagten habe er einmal das vorgestreckte Geld nicht erhalten, weshalb er für diesen nichts mehr tun wollte. Ein Vorschuss von etwa 300 Euro sei ihm vom Angeklagten nie gegeben worden. Von diesem wird allerdings behauptet, er habe die Tat begangen, um einen Ausgleich für das bezahlte Geld zu bekommen, für das er keine Gegenleistung erhalten habe. „Der hat mich abgezogen“ war der Satz, der sowohl von der Anklage- als auch von der Zeugenbank zu hören war. Zur besseren Rekonstruktion des Tatgeschehens im Auto, insbesondere ob der Angeklagte Links-oder Rechtshänder ist, wurden Zeugen gehört, die sich nicht erinnern konnten. Seine Mutter indes bescheinigte ihm, schon immer Linkshänder gewesen zu sein.

Der Prozess wird am Mittwoch, 8. März, 14 Uhr, fortgesetzt.

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