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Parksünder werden immer aggressiver

Von Merkur-Redakteur Mathias Schneck, 16.02.2009 00:03
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Zweibrücken. Die Damen in Blau sind für viele Parker ein rotes Tuch. Davon weiß Monika Nunold, Sachbearbeiterin für ruhenden Verkehr beim Zweibrücker Ordnungsamt und zuständig für die Politessen der Stadt, ein Lied zu singen. "Wenn wir einen Falschparker an Ort und Stelle erwischen, kommt es immer häufiger vor, dass dieser sehr uneinsichtig, oft sogar aggressiv reagiert
Zweibrücken. Die Damen in Blau sind für viele Parker ein rotes Tuch. Davon weiß Monika Nunold, Sachbearbeiterin für ruhenden Verkehr beim Zweibrücker Ordnungsamt und zuständig für die Politessen der Stadt, ein Lied zu singen. "Wenn wir einen Falschparker an Ort und Stelle erwischen, kommt es immer häufiger vor, dass dieser sehr uneinsichtig, oft sogar aggressiv reagiert."

Willi Holderbaum, Chef des Ordnungsamtes und Nunolds Vorgesetzter, pflichtet bei: "Die Sitten sind rauer geworden. Unsere Politessen sind entsprechend geschult, Eskalationen zu vermeiden. Trotzdem kommt es teilweise vor, dass sie angepöbelt werden." Vereinzelt hätten die Betroffenen in der Vergangenheit daher schon Anzeige gestellt.

Vier Politessen sind auf den Straßen der Rosenstadt unterwegs und halten Ausschau nach Parksündern. Im vergangenen Jahr haben sie aufgrund von Verstößen insgesamt 17 500 Verfahren, die ein Verwarnungs- oder Bußgeld zur Folge hatten, eingeleitet. 200 351 Euro wurden den Falschparkern unter dem Strich aufgebrummt, erklärt Nunold mit einem Blick in ihre Akten. Zum Vergleich: 2007 waren es 16 800 Verfahren, bei denen 189 665 Euro zu zahlen waren. Worin die Zunahme der Verfahren und damit einhergehend der Verwarnungs- und Bußgelder liegt, vermag Holderbaum nur schwer zu sagen. "Möglicherweise liegt die Ursache darin, dass die Verkehrsteilnehmer 2007 eine bessere Disziplin an den Tag legten", nennt der Ordnungsamts-Chef eine Erklärung.

Schwerpunkte bei den Verstößen seien unter anderem die Lammstraße und die Fruchtmarktstraße. Hier werde gerade in den Abendstunden gerne in zweiter Reihe geparkt. Grund: die umliegenden Imbissläden und die Fußlahmheit vieler hungriger Wagenlenker. "Zum Teil machen unsere Politessen Spätdienst, um dort Verwarnungen auszustellen", macht Nunold klar, dass das Ordnungsamt hier kein Pardon kenne. Ein weiterer Problempunkt, der dem Ordnungsamt besonders schwer im Magen liegt, ist die Parksituation rund um die Post. Holderbaum: "Es ist wirklich keine gute Lösung, dass die Post vom Standort am Bahnhof in die Von-Rosen-Straße umgezogen ist. Ich habe damals vor diesem Umzug gewarnt und klar gemacht, dass es in der Von-Rosen-Straße zu chaotischen Parksituationen kommen kann - leider vergeblich."

Vergebliche Liebesmüh sei es zumeist auch, an den Gemeinsinn der Verkehrsteilnehmer zu appellieren und nicht wild zu parken, wie es gerade im Sinn stehe, stöhnt Holderbaum. Neben dem Areal rund um die Poststelle stellten viele Parker an den Schulen der Rosenstadt, wenn die lieben Kleinen aus- und später wieder eingeladen werden, eine eindrucksvolle Unbedarftheit zur Schau. Holderbaum: "Man muss sich nur mal mittags anschauen, wie dort an den Schulen kreuz und quer geparkt wird." Der Ordnungsamts-Chef und Nunold bedauern, dass die Verkehrsteilnehmer zumeist nur das Fehlverhalten anderer Personen zur Kenntnis nähmen, bei sich selbst aber ein Auge großzügig zudrückten.

Daher sei es "ein zweischneidiges Schwert", das die Politessen im Schaft führten. Holderbaum: "Wenn wir einen Verkehrsverstoß ahnden, heißt es gleich, wir würden nur abkassieren. Wenn aber unsere vier Politessen, die nun wirklich nicht überall gleichzeitig sein können, nicht schnell genug vor Ort sind, etwa wegen eines Wagens, der eine Einfahrt zuparkt, heißt es: ,Ihr seid nie da, wenn man Euch mal braucht.'" "Unsere Politessen sind entsprechend geschult, Eskalationen zu vermeiden."

Willi Holderbaum

Ordnungsamts-Chef

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