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Im Schulalltag für alle Fälle gerüstet



Homburg
Im Schulalltag für alle Fälle gerüstet
Von Thorsten Wolf, 14.02.2017 02:00
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Loris Di Natale (links) und Liv Bahlmann demonstrieren im Kreis der anderen Schulsanitäter der Homburger Robert-Bosch-Schule ihren Ausbildern, Lehrer und Projektkoordinator Stephen Amann und Michael Hunsicker vom ASB (rechts), was im Fall der Fälle zu machen ist. Foto: Thorsten Wolf

Foto: Thorsten Wolf
Angst vor der Verantwortung haben sie nicht. Schüler der Robert-Bosch-Schule sind seit Anfang des Schuljahres als Sanitäter im Einsatz.

„Ich wollte schon immer irgendwie Arzt werden. Und da hab ich es einfach gemacht.“ Entwaffnend schnörkellos erklärt Liv Bahlmann, Schülerin der Klasse 6b der Homburger Robert-Bosch-Schule, warum sie seit einiger Zeit Dienst als Schulsanitäterin leistet. Angst vor der Verantwortung habe sie nicht gehabt, oder kurz im Liv-Duktus: „Nö“, samt breitem Lächeln. An ihrer Seite im Team am gestrigen Montag steht Loris Di Natale aus der 8a. Er erinnert sich an die Prüfung zum Schulsanitäter. „Als wir den Stapel Papier bekommen haben, den wir lernen mussten, da hab ich schon gedacht ,dann mal Halleluja'. Da sind aber aus dem gesamten Stoff nur 15 Fragen dran gekommen, das ging dann schon.“ Beide haben im Dienst, der mit dem Schuljahr 2016/2017 begonnen hat, schon erste Einsätze geleistet. Liv musste sich um eine Schülerin kümmern, die unter leichtem Schwindel litt, Loris hatte es im Fall einer Nackenverletzung schon mit einer größeren Sache zu tun. Beide Einsätze machen dabei deutlich, was die vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ausgebildeten Schulsanitäter dürfen und was nicht - und was sie tun müssen, wenn sie selbst nicht mehr Hand anlegen dürfen. ASB-Ausbilder Michael Hunsicker: „Schulsanitäter dürfen Blutungen stillen, sie dürfen kleine Splitter ziehen, Blutdruckmessen und auch mit dem Stethoskop abhören.“ Medikamenten-Gabe, so zum Beispiel Schmerzstiller oder ähnliches, sei untersagt, ebenso die Anwendung von Desinfektionsmitteln auf Wunden. Geht die Anforderung der Versorgung über das zulässige Maß hinaus, dann seien es auch die Schulsanitäter, die den Rettungsdienst alarmierten, erläutert Hunsicker. Genau einen solche Fall hatte eben auch Loris Di Natale zu bewältigen. Seinen Patienten mit Nackenverletzung ließ er, nach einer ersten Behandlung mit Blutdruckmessen und dem Feststellen des Sauerstoffgehalts im Blut, durch den Rettungsdienst abholen. „Das regeln wir mit unserem Schulsanitäter-Handy selbst.“

Neben Loris und Liv sind noch sieben weitere Schülerinnen und Schüler seit Anfang des Schuljahres in der Robert-Bosch-Schule als Schulsanitäter im Einsatz. Zusammen mit Arianna Raimondi, Alina Daschner, Kinga Haska, Romina Matheis, Ceren Kerim Oglou, Tamara Ruhstorfer und Thushya Thirumaran leisten die beiden abwechselnd im Zweier-Team über die Schulwoche hinweg ihren Dienst, alles geregelt per Dienstplan. Möglich macht dieses bei weitem noch nicht an allen Schulen eingerichtete System einer sanitätsdienstlichen Erstversorgung an der Robert-Bosch-Schule der Arbeiter-Samariter-Bund als eine der Hilfsorganisationen, die sich diesem wichtigen Thema widmen. „Angefangen haben wir mit diesem Angebot des Schulsanitätsdienstes eigentlich in Saarbrücken“, erläuterte Bernhard Roth, der Landesgeschäftsführer des ASB, im Gespräch mit unserer Zeitung. Mittlerweile habe man an sechs Schulen in der Landeshauptstadt einen solchen Dienst möglich gemacht, die Robert-Bosch-Schule sei nun die erste im Saarpfalz-Kreis, an der der ASB aktiv geworden sei. „Wir sorgen so auch dafür, dass die Erste Hilfe wieder mehr in den Fokus rückt.“

Mehr als 40 Unterrichtsstunden hätten die Schülerinnen und Schüler absolvieren müssen, mit deren Engagement zeigte sich Stephen Amann, in Personalunion Lehrer der Schule und ASB-Rettungssanitäter und damit prädestiniert für die Projekt-Koordination, mehr als zufrieden. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich perfekt gemacht!“.

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