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Neue Globus-Pläne in Neunkirchen beschäftigten den Stadtrat



Homburg
Droht Konkurrenz für Homburg?
Neue Globus-Pläne in Neunkirchen beschäftigten den Stadtrat

Von Merku-Mitarbeiter Thorsten Wolf, 20.12.2016 02:00
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Bedroht ein möglicher neuer und derzeit kontrovers diskutierter Globus-Markt in Neunkirchen den Standort in Einöd? Für die Homburger Verwaltung lautet die Antwort „Nein“, denn das Warenhaus dort gehöre zu den umsatzstärksten des Unternehmens. Foto: Wolf

Foto: Wolf
In Neunkirchen plant die Globus-Gruppe einen neuen Markt. Das Thema beschäftigt nun erstmals auch den Homburger Stadtrat. Es ging dabei vor allem um ein emögliche Gefahr für den Standort Einöd.

Derzeit rumort es in Neunkirchen recht heftig. Ursache dafür sind Pläne der Globus-Gruppe, in der so genannten „Betzenhölle“, einem Areal an der Zufahrt zur Neunkirchen Innenstadt an der B 41, einen neuen Markt zu bauen. Mittlerweile haben diese Pläne auch den Homburger Stadtrat erreicht, anlässlich der Sitzung in der vergangenen Woche. Da wollte Michael Forster, Fraktionssprecher der CDU, von Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) wissen, ob, und wenn ja, wie die Verwaltung zu diesem Projekt Stellung bezogen hat – dies vor allem vor dem Hintergrund der Zukunft des Globus-Marktes in Einöd. Forster grundsätzlich: „Bisher haben wir ja nur aus der Presse erfahren, dass es Bestrebungen der Globus-Gruppe gibt, in Neunkirchen ein Warenhaus zu bauen. Uns würde interessieren, ob die geplante Ansiedlung Auswirkungen auf Homburg hat.“

Für Einöd als Globus-Standort sah Schneidewind keinerlei Gefahr, sollte es zu einer Ansiedlung in Neunkirchen kommen, die zudem derzeit noch „in den Sternen stehe“. Der Grund für Schneidewinds Einschätzung zur Sicherheit des bestehenden Marktes: Einöd sei einer der umsatzstärksten Standorte des Unternehmens, „der ist nicht einmal im Ansatz gefährdet“. Globus habe, so der Homburger Verwaltungschef nach Gesprächen mit dem Unternehmen, zudem nicht die Absicht, sich durch die mögliche Ansiedlung in Neunkirchen selbst in Homburg Publikum wegzunehmen, vielmehr gehen es auch darum, neue Käufergruppen zwischen Homburg und Neunkirchen zu erschließen. Doch ganz ohne Auswirkungen bleibe ein neuer Markt in der benachbarten Kreisstadt für Homburg nicht, auch das machte Schneidewind deutlich. So sei nicht zu erwarten, dass Globus die in der Vergangenheit angedachten Überlegungen weiterverfolge, mit dem Markt in Einöd auf das DSD-Gelände in Homburg zu ziehen - sollte es tatsächlich zu einer Erschließung dieses Areals im Zuge des Baus der B 423-Umgehung kommen. „Das wäre dann mit Sicherheit nicht mehr der Fall und würde nicht mehr in die Planungen aufgenommen. Das ist klar.“ Denn dann, so Schneidewind, käme es zu einer Überschneidung von Käufergruppen.

Rein formalrechtlich, dies erläuterte Michael Banowitz vom Bauamt der Stadt, wisse auch die Verwaltung selbst vom Ansiedlungsinteresse der Globus-Gruppe nur aus der Presse. Zwar stehe man schon mit den Nachbarkommunen im Gespräch, es gebe aber keine gemeindenachbarliche Abstimmung, „weil es noch kein Bebauungsplanverfahren gibt“.

Käme es aber zu einer Ansiedlung von Globus in Neunkirchen, dann werde die Stadt Homburg zweimal im Verfahren beteiligt, erläuterte Banowitz: Zum einen bei der besagten gemeinde-nachbarlichen Abstimmung, zum anderen beim Raumordnungsverfahren, „dann werden wir sehr wohl zur Stellungnahme aufgefordert“. Dann werde man jedes Wort dieser Stellungnahme und jede Vorgehensweise nicht öffentlich im zuständigen Ausschuss und dann öffentlich im Stadtrat behandeln. Gegenwärtig gebe es aber eben noch gar kein Verfahren, deswegen auch keinen Impuls für eine Beteiligung „und deswegen auch noch keine Reaktion der Stadt“, so Banowitz.

Für den Baudirektor ist derzeit noch grundsätzlich offen, ob in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Areal der „Betzenhölle“ überhaupt ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann.

Zum Thema:

Hintergrund Derzeit gibt es Überlegungen der Globus-Gruppe, im Bereich der „Betzenhölle“ in Neunkirchen einen neuen Markt zu erreichten. Ein Bebauungsplanverfahren wurde allerdings noch nicht begonnen. Trotzdem gibt es schon Widerstand in Neunkirchen, auch deswegen, weil die „Betzenhölle“ als Naturschutzgebiet (Lik-Nord, www.lik-nord.de) ausgewiesen ist. Bei Lik-Nord handelt es sich um ein Großprojekt, das sich dem Schutz von Naturarealen im Bereich ehemaliger Industrie- und Bergbauzonen zwischen Neunkirchen und Illingen verpflichtet hat. thw

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