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„Unsere Musik ist uns immer zu Hilfe gekommen“

Mit Songs wie „Johnny B“, „500 Miles“, „Satellite“ oder „All You Zombies“ wurden sie in den Achtzigern weltberühmt: Die Folkrocker „The Hooters“. Nach einer Pause von 1995 bis 2001 treten sie am 1. Mai in der Eisenbahnhalle Losheim auf und feiern ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Wie übersteht man eine so lange Zeit ohne Skandale? Sänger Rob Hyman hat Merkur-Redaktionsmitglied Eric Kolling das und noch viel mehr über die Band und ihre Pläne verraten.

Von Eric Kolling

 Foto: PM

Woher kommt Ihr Bandname „Hooters“?

Rob Hyman: Als die Band das erste Mal zusammentraf, entdeckte ich ein Instrument, das wir den „Hooter“ (dt: Hupe) weil es ein hupendes Geräusch machte. Unser Techniker John benutzte das Wort, als wir unsere erste Demo aufnahmen. Als wir dann nach einem Bandnamen suchten... nunja, der Rest ist Geschichte. Der Name war kurz, süß, und definitiv anders.

Welcher ist Ihr persönlicher Lieblingssong und warum?

Hyman: Es ist immer schwierig einen Liebling rauszusuchen. Aber wenn ich müsste, dann „All You Zombies“. Ich finde der ist ganz besonders. Wir haben ihn in der Gründungszeit der Band geschrieben und spielten ihn auf unserem ersten Konzert 1980. Es ist ein Song der Reggae- und Rock-Rhythmen mit einem geheimnisvollen Text und Melodie verbindet. Er lässt sich großartig spielen und die Leute fragen immer noch worum es darin geht! Das bleibt aber geheim.

Ein Auftritt beim Live-Aid-Konzert 1985 leitete ihre weltweite Karriere ein. Können Sie beschreiben, was damals genau geschah?

Hyman: 1985 war ein beeindruckendes Jahr für uns. Wir spielten seit 1980 um Philadelphia. Schließlich unterzeichneten wir einen Plattenvertrag mit „Columbia Records. Das Ziel dabei war, unsere Musik über die lokalen Grenzen zu bringen. Und das schafften wir! Unser nationales Debüt „Nervous Night“ wurde im Frühling 1985 veröffentlicht. Die Begeisterung wuchs, und dann wurden wir gebeten, das Live-Aid-Konzert in unserer Heimatstadt Philadelphia zu eröffnen. Was für ein Tag das war! Wir spielten zwei Lieder vor mehr als 100.000 Menschen im JFK-Stadion, das auch weltweit übertragen wurde. Es waren zehn Minuten, die unser Leben veränderten. Der Rest des Jahres 1985 war ein Klacks. Wir drehten unser erstes Video zu „Zombie“ in London, begannen durch die Vereinigten Staaten und Kanada zu touren und beendeten das Jahr mit ein paar Auftritten in Australien direkt vor Weihnachten. Es war eine sehr anstrengende, aber schöne Zeit für die Band.“

Sie haben mit Mick Jagger im Studio gestanden, Konzerte mit Bob Dylan gespielt und bei der Deutschen Wiedervereinigung bei „The Wall“ von Roger Waters mitgewirkt. Welches war das größte Highlight Ihrer Karriere?

Hyman: Das waren alles tolle Momente, aber ich finde 1990 bei „The Wall“ am Potsdamer Platz zu spielen, das war wirklich außergewöhnlich. Wir hatten schon einige Male in Deutschland gespielt, auch in Berlin als die Mauer noch stand, und waren wirklich aufgeregt, und geschmeichelt als Roger Waters die Band einlud daran teilzunehmen. Er hat uns in London spielen sehen, danach freundeten wir uns etwas an. Was für ein Gentleman, und wahrer Rock-Star! Wir verbrachten eine Woche in Berlin, und dieses Ereignis war für uns alle fantastisch. Vielen Dank Roger! Das war eine unvergessliche Zeit!“

Sie feiern Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Gab es in den Jahren keine musikalischen Differenzen oder Auseinanderentwicklungen, die den Fortbestand der Band gefährdet hätte?

Hyman: Nunja, persönliche und musikalische Streitpunkte, grade beim Rock and Roll, sind unvermeidlich. Lieben wir es nicht alle mit unseren Freunden oder Familien über Lieblingsbands oder Songs zu streiten? Oder über persönliche Themen? Das ist es worum sich die Welt des Rock’ n’ Roll dreht. Wir haben in der Tat einige schwierige Zeiten durchlaufen, aber die Musik ist uns immer wieder zu Hilfe gekommen. Und die Anerkennung der Fans auch. Das ist es, was es das alles wert macht. Und eigentlich sind es nicht nur die musikalischen Talente die zählen, sondern auch wie wir gelernt haben zu leben, reisen, und vor allem einander zu ertragen, oftmals dicht aufeinander gedrängt. Das ist der Schlüssel zum Erfolg jeder Band. Toleranz! Die persönliche Chemie ist genauso wichtig wie die Musik.

Viele Musikstars von heute setzen auf ausgeklügelte Shows, genau getimte Bäder in der Menge. Das wirkt oft seelenlos. Worauf legen Sie bei ihren Auftritten den größten Wert?

Hyman: Ich würde sagen, wir sind das Gegenteil von kunstvoll „getimten“ Auftritten. Wir machen Rock’ n’ Roll auf die „altmodische“ Art. Keine Tricks oder vorher aufgenommene Lieder. Es geht nicht darum genauso wie auf dem Album zu klingen. Ein Live-Auftritt sollte eine lebende, atmende Sache sein. Etwas das nur für diesen Moment existiert. Letztendlich ist das unser Bemühen. Selbst wenn die Lieder komplett gleich sind, wird der Auftritt anders sein. Es geschehen spontane Dinge auf der Bühne - für die Band und das Publikum. Warum jede Nacht gleich sein? Langweilig!“

Dürfen sich die Fans bald auf ein neues Studioalbum freuen?

Hyman: Wir haben grade eine EP mit fünf Liedern fertiggestellt, mit unserm ersten Song den wir jemals in Deutschland geschrieben haben. Er rockt! Das Mini-Album beinhaltet auch ein paar andere Überraschungen, die wir einem Live-Auftritt auch hinzufügen können. Das ist wirklich alles wofür wir Zeit hatten, aber in Zukunft ist alles möglich.

Sie machen zum wiederholten Male in der Region Station. Wie waren ihre bisherigen Eindrücke bei Auftritten in der Saarpfalz-Gegend?

Hyman:
Grade im Frühling und im Sommer ist Deutschland ein toller Ort für uns! Die Fans, die schönen Städte, das Essen, das Bier. Das ist alles gut! Es ist schwer eine Lieblingsregion zu nennen. Jede hat viel zu bieten, sogar ein regnerisches Hamburg. Besonders gerne mag ich es ein kleineres Dorf oder eine Burg zu besuchen. Überall freundliche Menschen... und auf den Konzerten wird das immer gefeiert.“

Auf was können sich die Fans in Losheim freuen?

Hyman: „Auf jeder Tour greifen wir auf das Hooters „Songbook“ zurück, und schauen, welche Lieder am besten passen. Wir sind froh einige Hits für das deutsche Publikum: „Johnny B.“, „Satellite“, „All You Zombies“, „And We Danced“. Aber wir fügen immer einige frische und neue Songs hinzu. Und wir spielen immer so lange wie die Fans zuhören! 09.04.2010 14:46 Merkur testen: 3 Wochen für 5 Euro

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